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Wettbewerbe

161. AIV-Schinkel-Wettbewerb: Zwischen Teltow und Berlin-Zehlendorf

Haben den 161. Schinkel-Wettbewerb für sich entscheiden können: Tatjana Busch und Elisabeth Stieger

Haben den 161. Schinkel-Wettbewerb für sich entscheiden können: Tatjana Busch und Elisabeth Stieger (Foto: Sebastian Semmer/AIV zu Berlin)

Der Architekten- und Ingenieur-Verein (AIV) rief 1854 erstmalig den Schinkel-Wettbewerb unter den Vereinsmitgliedern aus. Der Wettbewerb dient der Förderung der Baukultur und soll junge Planer dazu anregen, sich mit kreativen Lösungen zukünftigen Planungsaufgaben zu stellen. In diesem Jahr wurde der Schinkel-Wettbewerb zum 161. Mal ausgelobt.

Mit 109 Arbeiten beteiligten sich mehr als 260 Teilnehmer aus ganz Deutschland an dem größten Förderwettbewerb für junge Planer. Die Arbeiten der Preisträger des AIV-Schinkel-Wettbewerbs werden in der Universität der Künste Berlin ausgestellt.

 

Der Siegervorschlag des diesjährigen Schinkel-Wettbewerbs schlägt den Wiederaufbau der Wupperbrück vor

Der Siegervorschlag des diesjährigen Schinkel-Wettbewerbs schlägt den Wiederaufbau der Wupperbrück vor (Foto: Sebastian Semmer/AIV)

Für ihren Entwurf Teltow-Connection werden die Berlinerinnen Tatjana Busch (28) und Elisabeth Stieger (26) mit dem Schinkelpreis 2016 ausgezeichnet. 25 Jahre nach dem Mauer­fall schlagen sie den Wiederaufbau der Wupperbrücke zwischen Zehlendorf und Teltow vor, die die Bahn frei machen könnte für eine länderübergreifende Stadtentwicklung an der Naht­stelle von Berlin und Brandenburg. Ein zentraler Baustein für die in der Aufgabe geforderte Vernetzung von Teltow in Brandenburg und Berlin-Zehlendorf, die der Teltow-Kanal als administrative Grenze trennt. Zusammen mit einer zweiten Brücke werden beidseits der Ufer neue Quartiere verbunden und der Landschaftsraum erschlossen.

In ihrer Begründung hebt die Jury die Einfachheit und Klarheit der eingesetzten Mittel hervor, mit der der Entwurf wesentliche Impulse für eine positive Entwicklung des Wettbewerbsgebiets zwischen Ruhlsdorfer Platz in Teltow, Schönow und der Teltow-Werft in Berlin-Zehlendorf gebe. Heute ein Patchwork aus Kleingartenkolonien, Gewerbe- und Industriefragmenten wie mit weit­en Natur- und Freiräumen, mit einem großen Potenzial für eine wachsende Metropol- und Hauptstadtregion.

Die Preise in Höhe von insgesamt 18.700 Euro wurden 13. März auf dem Schinkelfest – anlässlich des 235. Geburtstages von Karl-Friedrich Schinkel – an 27 Teilnehmer für 11 prämierte Entwürfe vergeben.


Krummer Steg – ‘Körperwerft’ – Urbanes Teltow

Für das außerhalb des Berliner S-Bahn-Rings gelegene Wettbewerbsgebiet zeigen sie vorhandene Qualitäten auf und entwickeln vielfältige Möglich­keiten für neue Quartiere und Freiräume, die Brandenburg und Berlin über den Teltowkanal hinaus verbinden und vernetzen. In der Auseinandersetzung mit Flächenverbrauch und Dichte zeigen die jungen Planer exemplarisch zukunftsweisende Ideen für eine mittel- und langfristige Entwicklung ‚zwischenstädtischer’ Bereiche auf, die zugleich die Öffentlichkeit und Politik für die besonderen Potenziale dieser Kontexte sensibilisieren sollen.
„Während der Zugang zu konventionellen Wett­bewerbsverfahren stetig verschärft wird, bietet der AIV-Schinkel-Wettbewerb Berufsein­steigern und Studierenden weiterhin die Chance zu einer Auseinandersetzung mit komplexen Aufgabenstellungen“, erklärt Cyrus Zahiri bei der Ausstellungseröffnung. Der Stadtplaner ist AIV-Vorstandsmitglied und einer der Juroren. Ohne eine Disziplin zu bevorzugen, richten sich die Aufgaben des vom Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin zum 161. Mal ausgelobten renommierten Ideenwettbewerbs interdisziplinär an die Fachsparten Städtebau, Land­schaftsarchitektur, Architektur, Konstruktiver Ingenieurbau, Verkehrsplanung, Nachhaltigkeit, Denkmalpflege und Freie Kunst. Sowohl Studierende wie Berufstätige können teilnehmen, die nicht älter als 35 Jahre sind.

Die Beiträge sind bis 23. März im Foyer der Universität der Künste, Hardenbergstr. 33 zu sehen. Die Ausstellung ist täglich durchgehend geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Alle prämierten Entwürfe sind in einer Broschüre dokumentiert, die über die Geschäfts­stelle angefordert werden kann www.aiv-berlin.de . Schutzgebühr 5 Euro

 

 

 

 

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Datum 22. März 2016
Autor Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (AIV)
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