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Baukonzern Vinci an Teilen von Hochtief interessiert

Der französische Bau- und Infrastrukturkonzern Vinci lauert auf Notverkäufe beim spanischen Konkurrenten ACS. “Bestimmte Aktivitäten von ACS oder Hochtief könnten uns interessieren”, sagte Vinci-Chef Xavier Huillard der Financial Times Deutschland (Montagausgabe, 17. September 2012). Der hoch verschuldete Hochtief-Mehrheitseigner ACS musste erst jüngst den größten Teil seines Anteils am deutschen Baukonzern an die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria S.A. verpfänden. Aktuell seien aber Zukäufe von Hochtief kein Thema.

Im Gegensatz zu Hochtief ist der Pariser Konzern noch sehr stark auf den europäischen Markt fokussiert. Wegen der Eurokrise will Vinci sein Wachstum auf anderen Kontinenten beschleunigen. Besonderes Interesse signalisierte Huillard für den australischen und kanadischen Markt, wo Hochtief mit seinen Töchtern Leighton und Turner gut vertreten ist.

Zu den im Winter gescheiterten Verhandlungen über einen Kauf der Hochtief-Flughafensparte sagte Huillard: “Das Kapitel ist heute abgeschlossen.” Ob er bei einem erneuten Verkaufsversuch von Hochtief noch einmal für das Flughafengeschäft bieten will, ließ er allerdings offen.

In Deutschland soll die Sparte Vinci Energies ihre Erlöse nach Huillards Willen mehr als verdreifachen. Sie tragen heute etwa zwei Drittel zum 2,5 Milliarden Euro schweren Deutschland-Geschäft des Konzerns bei. Als Vergleich nannte Huillard Frankreich, wo die Sparte 5,5 Milliarden Euro umsetze. Auch am Betrieb einer Pkw-Autobahnmaut, die von der Bundesregierung geprüft wird, bekundet Vinci Interesse. “Sollten sich die Diskussionen konkretisieren, sind wir natürlich interessiert”, sagte Huillard. Mit den Partnern Daimler und Deutsche Telekom betreibt Vinci bereits die Lkw-Autobahnmaut Toll Collect.

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Datum 18. September 2012
Autor dpa
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