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Berliner Papierbrücken

„Hands on“ hieß es im Wintersemester 16/17 für die Erstsemesterstudierenden des Studiengangs Bauingenieurwesen an der TU Berlin. Neben den Grundlagenfächern in Mathematik und Mechanik erfahren die Studierenden im Modul „Grundlagen der Tragwerkslehre“ bei Prof. Mike Schlaich vieles über ihre Berufswahl und was es bedeutet Bauingenieur/in zu sein.

Papierbrückenwettbewerb: 36 Modelle wurden eingereicht.

Papierbrückenwettbewerb: 36 Modelle wurden eingereicht. (Foto: Andreas Apitz)

In der wöchentlichen Veranstaltung begeben sich die Studierenden auf eine Zeitreise durch die unterschiedlichen Epochen und lernen dabei die verschiedenen Tragweisen von Balken, Bögen, Seilen und Schalen sowie die berühmten Baumeister und Gelehrten des Bauwesens kennen. Von der Entwicklung der römischen Bögen der Antike, den gotischen Spitzbögen und Strebegewölben im Mittelalter über die Weiterentwicklung des Eisens als Baustoff und dessen Einsatz bei der Iron Bridge durch Abraham Darby III, den Entwicklungen im Seilbrückenbau durch John August Roebling beim Bau der Brooklyn Bridge bis hin zu den modernen Betonschalen von Franz Dischinger und Eduardo Torroja.

Zweiter Platz erhält das Buch „Schrägkabelbrücken – 40 Jahre Erfahrung weltweit“

Zweiter Platz erhält das Buch „Schrägkabelbrücken – 40 Jahre Erfahrung weltweit“ (Foto: Andreas Apitz)

Aufgrund der im September 2017 an der TU Berlin stattfindenden „Footbridge 2017 Conference“ wurde ein besonderes Augenmerk auf die Berliner Fußgängerbrücken gelegt. In Hausarbeiten setzten sich die Studierenden in Fünfergruppen mit einer gewählten Brücke auseinander und erarbeiteten sich Wissen zu deren Konstruktion, dem Tragverhalten und der Bauweise. In selbstständiger Organisation wurden die Brücken besucht, begangen und untersucht, um genau zu verstehen wie sie funktionieren.

Im zweiten Teil des Semesters wurde dann ein Papierbrückenwettbewerb ausgerufen. Das erlernte Wissen konnte nun angewandt werden. Auf einer Fläche von einem DIN A2 Blatt sollte sowohl die Topologie der Umgebung als auch die Brücke im Modell nachgebaut werden. Bei der Abgabe der 36 Brückenmodelle aus Papier wurde die Mannigfaltigkeit der verschiedenen Brückentypen, die Berlin beherbergt, erst wirklich anschaulich. Neben den verschiedenen Bogenbrücken wie dem Gerickesteg und dem Hiroshimasteg gibt es einige Schrägkabelbrücken (Katzengrabensteg, Aalemannkanalbrücke, etc.), historische Fachwerkbrücken (Schlütersteg) und eine Hängebrücke (Löwenbrücke).

Erste Platz erhält das Buch „Faszination Brücken - Baukunst. Technik. Geschichte“

Erste Platz erhält das Buch „Faszination Brücken - Baukunst. Technik. Geschichte“ (Foto: Andreas Apitz)

Auch dieses Jahr erklärte sich der Ernst & Sohn Verlag bereit, die besten Brücken mit Preisen zu belohnen. Der dritte Platz ging an das Modell der Löwenbrücke. Die Gruppe erhielt das Buch „Der Turm und die Brücke“ von David P. Billington. Den zweiten Platz belegt der Nachbau des historischen Fischbauchträgers – dem Schlütersteg. In Vorbereitung auf ihr späteres Studium können sich die Studierenden über das Buch „Schrägkabelbrücken – 40 Jahre Erfahrung weltweit“ von Holger Svensson freuen. Der erste Platz ging an die gelungene Nachbildung der Hohen Brücke im Schlosspark Charlottenburg. Die Gruppe erhält das Buch „Faszination Brücken – Baukunst. Technik. Geschichte“ von Richard J. Dietrich. An dieser Stelle sei noch einmal dem Ernst & Sohn Verlag gedankt.

 

 

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Datum 29. März 2017
Autor André Prziwarzinski u. Juan P. Osman Letelier.
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