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Berufsbegleitender Masterstudiengang qualifiziert für die Schlüsseldisziplin Gebäudeautomation

An der Hochschule Biberach haben die Masterstudierenden „Gebäudeautomation“ ihr erstes Semester begonnen - und hier werden sie auch zum Ende des Semesters wieder zusammenkommen, um u.a. ihre Projektarbeiten zu präsentieren. Rechts auf dem Bild zu sehen: Professor Martin Becker (HBC), Professor Martin Höttecke (FH Münster) sowie Pascal Steinert (Akademie der Hochschule Biberach)

An der Hochschule Biberach haben die Masterstudierenden „Gebäudeautomation“ ihr erstes Semester begonnen - und hier werden sie auch zum Ende des Semesters wieder zusammenkommen, um u.a. ihre Projektarbeiten zu präsentieren. Rechts auf dem Bild zu sehen: Professor Martin Becker (HBC), Professor Martin Höttecke (FH Münster) sowie Pascal Steinert (Akademie der Hochschule Biberach) (Foto: HBC)

Zurück in den Hörsaal: 14 Ingenieure und eine Ingenieurin sind die ersten Teilnehmer des berufsbegleitenden Master-Studienganges Gebäudeautomation, den die Hochschule Biberach in Kooperation mit der Fachhochschule Münster seit diesem Semester anbietet. Das Studienangebot richtet sich an Ingenieure mit Diplom- oder Bachelorschluss, die sich gezielt für die Schlüsseldisziplin Gebäudeautomation qualifizieren möchten. Initiiert wurde der Masterstudiengang durch den Arbeitskreis der Dozenten für Gebäudeautomation und Energiesysteme (AK-GAE), dem 18 Professoren aus 13 Hochschulen in ganz Deutschland angehören. Die Durchführung des Studienangebotes liegt bei der Akademie der Hochschule Biberach als Weiterbildungsträger der HBC.

Den ersten Präsenzvorlesungsblock haben die Masterstudenten jetzt an der Hochschule Biberach absolviert. Begrüßt wurden sie durch Prorektor Professor Dr. André Bleicher, der die Teilnehmer aufforderte, sich an der Feinjustierung des neuen Studienangebotes zu beteiligen: Ein neues Projekt sei immer ein Experiment, das Spielraum biete für eigene Ideen und Anforderungen. Daran knüpften auch die Studiengangsleiter Professor Dr.-Ing. Martin Becker (Hochschule Biberach) und sein Kollege Professor Dr.-Ing. Martin Höttecke (FH Münster) bei der Begrüßung an: Sie seien gespannt auf die verschiedenen Biographien, Interessen und Motivationen der Studierenden.

Alle 15 Teilnehmer kommen von Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet: Berlin, Leipzig, Hannover, Frankfurt am Main, Rüsselsheim, Aachen, Essen, Mühlheim, Münster, Sachenheim und Neuenstadt am Kocher. Sie alle wollen sich auf das komplexe Themenfeld der Gebäudeautomation vertiefen, um in den Unternehmen, in denen sie bereits tätig sind, neue Aufgaben zu übernehmen. Denn, so Professor Becker: „Die Firmen suchen händeringend nach Experten der Gebäudeautomation, um die herausfordernden Aufgaben der IT-basierten Gebäudeautomation im Kontext des Digitalen Planens, Bauens und Betreibens von Gebäuden aktiv angehen zu können“.

Das viersemestrige Studium nehmen die Teilnehmer berufsbegleitend auf sich – der Arbeitgeber unterstützt die motivierten Mitarbeiter organisatorisch und vor allem finanziell. Denn für den akkreditierten Studiengang, der mit dem Titel „Master of Engineering“ abschließt, fallen Studiengebühren an. Wie groß die Nachfrage nach solchen Qualifizierungsmaßnahmen ist, beschreibt der stellvertretende Geschäftsführer der Akademie der Hochschule Biberach, Pascal Steinert: Manche Unternehmen hätten ein festes Kontingent an Studienplätzen gebucht, um ihre Mitarbeiter für künftige Aufgaben vorzubereiten. Interessant sei das Angebot auch für Kommunen, so Steinert. Bereits jetzt erhalte die Akademie Anfragen und Bewerbungen für den zweiten Jahrgang des Master Gebäudeautomation, der im März 2018 startet.

Neben der Hochschule Biberach umfasst das Angebot weitere Standorte für die Präsenzveranstaltungen, die durch innovative Lehrformate wie E-Learning, Blended Learning und Webinare ergänzt werden; die Blockseminare finden in Münster, Gelsenkirchen, Gießen, Köln, Berlin, Erfurt und München statt – allesamt Hochschulen, die dem Arbeitskreis Gebäudeautomation und Energiesysteme angehören. Die Professoren Becker und Höttecke leiten derzeit den Arbeitskreis und haben aus der Idee, die vor rund vier Jahren entstand, zusammen mit Kollegen des AK-GAE ein innovatives Konzept erarbeitet. Im Mittelpunkt des Masterstudiums stehen aktuelle Problemstellungen aus der Praxis,  „die die Studierenden u. a. im Rahmen von Projektarbeiten lösen und so lernen, komplexe Aufgabenstellungen zu analysieren und passende Lösungsansätze zu entwickeln“, so Professor Becker. Dafür bringen die Ingenieure ihr Knowhow und ihr Netzwerk aus der Praxis ein. Jeder Teilnehmer hat in Vorbereitung auf die erste Phase an der HBC bereits eine konkrete Aufgabenstellung skizziert und eingereicht, die im sogenannten Scientific-Projekt gemeinsam diskutiert werden. „Die Bandbreite an Aufgabenstellungen ist enorm und spiegelt die Komplexität der systemintegrierten Gebäudeautomation wider“, so Prof. Dipl.-Ing. Elmar Bollin (Hochschule Offenburg), der dieses Modul verantwortlich koordiniert. Die eingegangenen Themen haben die drei Professoren in Cluster untergliedert. Die Studierenden werden die Problemstellungen über das gesamte erste Semester hinweg bearbeiten und in einer Zwischen- sowie Endpräsentation vorstellen. Die Masterstudenten erhalten so die Chance, interdisziplinäre Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen – und werden nicht nur zu Spezialisten der Gebäudeautomation, sondern auch zu für ihr Unternehmen wichtigen Wissensmultiplikatoren.

An die erste Blockwoche in Biberach schloss sich das Modul „Technische Gebäudeausrüstung“ (TGA) in Erfurt an, das Prof. Dr.-Ing. Holger Hahn von der Fachhochschule Erfurt leitet. Danach gehen die Teilnehmer in eine Phase des Selbst- und Onlinestudiums, bevor Anfang Mai an der FH Münster die 3. Blockwoche stattfindet, bei der sie u.a. die bis dahin erarbeiteten Zwischenergebnisse im Scientific Project vorstellen. Nach einer weiteren Selbst- und Onlinestudium-Phase kommen die Studierenden schließlich an die HBC zurück; zum Ende des 1. Semesters findet hier u.a. die Endpräsentationen der Projektarbeiten statt.

 

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Datum 26. April 2017
Autor Hochschule Biberach
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