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Brückenbau-Wettbewerb an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin

Der Modellbrücken-Wettbewerb lockte zahlreiche Interessenten an.

Der Brückenbau-Wettbewerb lockte zahlreiche Interessenten an. (beuth-Hochschule)

Erst knisternd, dann laut krachend und unter den erstaunten Blicken der Erbauer und viel Beifall der Besucherinnen und Besucher zerbersten die vielen schönen Brückenmodelle am Abend der Langen Nacht der Wissenschaften 2017 an der Beuth-Hochschule. Über 60 Brückenmodelle haben die Studierenden der ersten beiden Semester in mühevollen Stunden erdacht, konstruiert und schließlich erbaut. In einem engen Zeittakt hat das Team aus Studierenden und den Professoren Himburg, Göbelsmann und Stempfhuber für alle Brücken zunächst das Konstruktionsgewicht ermittelt, den Einbau in die Testvorrichtung vorgenommen, das Last-Durchbiegungs-Verhalten gemessen und den Höchstwert der Belastung festgestellt. Am späten Abend standen die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs statt. Ihnen wurden Bücher zum Thema Brückenbau überreicht, die der Verlag Ernst & Sohn freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Prof. Stefan Himburg erläuterte den Versuchsaufbau.

Prof. Stefan Himburg erläuterte den Versuchsaufbau. (beuth-Hochschule)

Bei dem ausgelobten Wettbewerb konnten die Brückenmodelle in der Kategorie Papier und Pappe bis 500 g und in einer offenen Kategorie bis 300 g Eigengewicht antreten. Überbrückt werden musste eine „Schlucht“ auf einer Breite von 90 cm. Im Ergebnis ergaben sich ganz erstaunliche Tragfähigkeiten: 120 kg (1,2 kN) in der Kategorie Papier und Pappe und 100 kg (1,0 kN) in der freien Klasse. Das entspricht einem Verhältnis von Belastung zum Eigengewicht der Konstruktion von 240 bzw. 320, was bei realen Brücken bei Weitem nicht erreicht werden kann. Der Grund dafür ist der sogenannte Maßstabseffekt, der zum Ausdruck bringt, dass kleine Konstruktionen relativ viel und große relativ wenig zusätzlich zu ihrem eigenen Gewicht tragen können.

Die siegreichen Brückenmodelle und ihre Erbauer

Eine Balsaholz-Bogenbrücke und eine Fischbauchträger-Pappbrücke und ihre Erbauer. (beuth-Hochschule)

Der Stand der Brückenbauer war immer gut besucht und zieht traditionell auch viele Kinder an. Die meisten Besucher waren fasziniert von den ganz unterschiedlichen Bauweisen und Konstruktionen. Einige Brücken stachen hervor durch eine besonders gute handwerkliche Ausbildung oder durch eine sehr kreative Materialwahl. Eine Balsaholz-Bogenbrücke und eine Fischbauchträger-Pappbrücke wurden für die gute Konstruktion mit Buchpreisen prämiert. Eine leichte Fachwerkbrücke wurde aus unzähligen Eisstielen konstruiert. Man kann nur erahnen, unter welchen Opfern diese Brücke entstanden ist. Ausgezeichnet mit Buchpreisen von Ernst und Sohn wurden natürlich auch die tragfähigsten Brücken.

Übergabe des Buches "Bücher sind Brücken"

Übergabe des Buches "Bücher sind Brücken" (beuth-Hochschule)

Immer wieder war die spannende Frage, wo die Schwachstelle der zu testenden Brücke sein wird und welche Belastung sie ertragen kann. Dabei konnten alle Studierenden dank des Spaßfaktors viele Erkenntnisse erlangen, die sonst nur mühevoll angeeignet werden können. Einige haben sich schon genau überlegt, mit welchen Verbesserungen sie beim nächsten Wettbewerb zur Langen Nacht der Wissenschaften 2018 an den Start gehen wollen.

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Datum 25. August 2017
Autor Andreas Fischer
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