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Reise

Ein Tag in Rom

In unregelmäßigen Abständen widmet sich momentum einer Stadt und lädt Sie auf eine Entdeckungsreise ein. Um unseren exklusiven Reisetipp nachzuerleben benötigen Sie keine ganze Woche, sondern lediglich 24 Stunden. Ein Tag in … wirft nicht nur einen kurzen und ingeniösen Blick auf ausgewählte Städte, sondern umschifft auch touristische Fallen. Den Anfang macht Rom, die Ewige Stadt.

Das Kolosseum in Rom (Foto: Eléonore H.)

“Ich kann sagen, dass ich nur in Rom empfunden habe, was eigentlich ein Mensch sei. Zu dieser Höhe, zu diesem Glück der Empfindung bin ich später nie wieder gekommen.”

– Johann Wolfgang von Goethe

 

Die Ewige Stadt wird oft als die schönste der Welt bezeichnet – auch bei einem kurzen Aufenthalt von 1-2 Tagen kann man für sich entscheiden, ob das stimmt. Um möglichst viel von seiner faszinierenden Schönheit und der Jahrtausend alten Baukunst einzufangen, erkunden Sie Rom am besten zu Fuß. Das bietet sich an, da die Altstadt (centro storico) nicht riesig und größtenteils Fußgängerzone ist. Auch eine Unterkunft sucht man sich am besten dort oder beispielsweise im bunten und charmanten Trastevere, auf der anderen Seite des Tibers. Sollten Sie nicht in Ihrem Hotel frühstücken, so ist es am besten, sich in ein großes Café oder ähnliches zu begeben, denn Italiener frühstücken meist nur einen Kaffee (caffè, und damit ist in Italien ein Espresso gemeint) und ein Teilchen oder ein Croissant (cornetto) – alternativ auch gerne eine Zigarette. Wünschen Sie einen deutschen Kaffee, fragen Sie nach einem caffè americano.

Innenansicht der Kuppel des Petersdoms (Foto: Nicolas Janberg)

Einen Spaziergang kann man hervorragend an der Piazza Navona beginnen, einem ovalen Platz mit drei Brunnen, der im 1. Jhd. n. Chr. von Domitian als Stadion für Wagenrennen errichtet wurde. Von dort gelangt man durch enge, alte Straßen direkt zum Pantheon, einem Rundtempel mit der größten Kuppel der Welt – sogar größer als die des Petersdoms (die man nichtsdestotrotz auf gar keinen Fall verpassen sollte). Direkt am Platz hat man einen tollen Blick, auch ohne sich in eines der vielen Cafés und Restaurants dort zu setzen. Dafür empfiehlt es sich, lieber ein bisschen in die Seitenstraßen hineinzuwandern, da ist es weniger touristisch und man weiß nie, auf was man trifft: So werden Sie von charmanten kleinen Ladenlokalen mit Kunst, Mode und Souvenirs, Ehrfurcht einflößenden Überresten aus der Antike und imposanten Stadtpalästen überflutet. Wer jedoch auf der Suche nach „Hotspots“ ist, der sollte ein Eis in der Gelateria Giolitti nicht auslassen. Auch sie befindet sich in einem Gässchen in der Nähe des Pantheons.

Folgt man vom Pantheon aus immer weiter den schmalen Gassen und überquert die berühmte Einkaufsstraße Via del Corso, so kommt man zu einem weiteren Höhepunkt eines Rom-Besuchs: Dem Trevi-Brunnen. Obligatorisch ist hier der Wurf einer Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter – so ist es gewiss, dass Sie einmal wiederkommen!

Wer inzwischen Hunger bekommen hat, sich aber nicht den Bauch vollschlagen will, findet an den vielen Pizzeria a taglio – also vom Blech – oder in einer tavola calda (einer Art Imbiss) ein großes und preiswertes Angebot warmer Speisen. Zum römischen Leben gehört übrigens dazu, im Laufe des Tages immer mal wieder halt an einer Bar zu machen und eine der vielen Caffè-Spezialitäten zu genießen – probieren Sie das auch einfach mal aus.

Basilika San Giovanni (Foto: Franziska Pannhorst)

Am Nachmittag kann man die Stadt von einem anderen Blickwinkel aus entdecken: Mit der U-Bahn (metropolitana) gelangt man problemlos zu einer der vier Basiliken, San Giovanni in Laterano. Geradezu unvorstellbar ist, dass sich unter diesem prächtigen Bau Überreste von römischen Häusern und einer Kaserne befinden. Von dort kann man beispielsweise mit dem Bus zum Kolosseum gelangen, in dem einst Gladiatoren zur Erheiterung des Volkes mit wilden Tieren kämpften und auf einem künstlich angelegten See berühmte Schlachten nachgestellt wurden. Das Monument ist wohl Dank der zeitweisen Umwandlung in eine Kirche und eine Burg heute noch so gut erhalten. Dennoch wurde es, so wie viele andere Gebäude der Antike, über die Jahrhunderte auch als „Marmorbruch“ benutzt, in dem sich das Volk frei bediente. Einen krönenden Abschluss des Tages bietet das Ristorante Galilei – seit über 50 Jahren ein original-römischer Familienbetrieb –, in dem man bei einem gemütlichen Essen mit hausgemachten Köstlichkeiten ein bisschen auftanken kann. Besonders zu empfehlen sind hier die Tageskarte mit frisch gemachter Pasta und die deliziösen Torten zum Nachtisch.

Zur Rückkehr zum Hotel ist anzumerken, dass der öffentliche Nahverkehr gegen 23.30 Uhr seine Türen schließt. Zurzeit gibt es zwei U-Bahnlinien, eine dritte ist im Bau. Die Arbeiten ziehen sich jedoch hin, denn man muss sich fast täglich der Herausforderung stellen, die Bedürfnisse einer modernen Metropole mit dem Erbe der antiken Weltmacht in Konsens zu bringen. Es passiert immer wieder, dass beispielsweise unter einer Straße gegraben wird, um Rohre zu verlegen, und man auf einen alten Friedhof trifft. Die Lösung dazu ist oft, das Loch wieder zuzuschütten und woanders zu graben, da man kaum mehr über Platz und Geld verfügt, alle Fundstücke zu katalogisieren und aufzubewahren.

Trotz seiner allgegenwärtigen historischen Relikte versucht auch Rom, sich im Bereich der Baukunst der Zukunft zuzuwenden: Mit der sogenannten „Wolke von Fuksas“ (Nuvola di Fuksas) entsteht beispielsweise ein futuristisches Kongresszentrum vom römischen Architekt Massimiliano Fuksas: In einem transparenten Parallelepiped schwebt ein Auditorium in einem riesigen wolkenförmigen Behälter. Dieser ist aus einem Material, das das Licht teils reflektiert, teils durchscheinen lässt. Die Ingenieursarbeiten wurde den Büros Sarti und Majowiecki übertragen. Vielleicht werden Sie ja vor Ihrem „freien“ Tag in Rom das Glück haben, in diesem Meisterwerk zu tagen.

Eins ist jedenfalls sicher – Rom wird Sie in seinen Bann nehmen und so schnell nicht wieder loslassen!

Buon viaggio – Gute Reise!

 

Kurzwörterbuch

Guten Tag – buon giorno
Guten Abend – buona sera
Bitte – per favore
Danke – grazie
Entschuldigen Sie – Mi scusi
Auf Wiedersehen – Arrivederci
Tschüss – ciao

Wichtige Links

Ristorante Galilei, Via Galilei 12, www.ristorante-galilei.com
Gelateria Giolitti, Via degli Uffici del Vicario 40, www.giolitti.it
Öffentlicher Nahverkehr (Seite auf Englisch), www.atac.roma.it

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Datum 5. September 2012
Autor Franziska Pannhorst
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