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Einsparungen und Preiserhöhungen – HeildelbergCement weiterhin zuversichtlich für 2012

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im dritten Quartal vor allem von seinem strikten Sparkurs und Preiserhöhungen profitiert. Zudem laufen die Geschäfte weiterhin besonders gut in Asien und Afrika, aber auch in Nordamerika. Während Umsatz und operativer Gewinn deutlich zulegten, ging das Nettoergebnis nach Minderheiten aufgrund einer Einmalbelastung etwas zurück. Für das Gesamtjahr zeigte sich Unternehmenschef Bernd Scheifele am Donnerstag trotz der Abschwächung in Europa weiterhin optimistisch.

“Die erreichte Verbesserung der Margen und die Senkung der Nettoverschuldung im dritten Quartal unterstreichen, dass wir auf einem guten Weg sind, unsere Ziele für das Jahr 2012 zu erreichen”, sagte der HeidelbergCement-Chef bei Vorlage der Zahlen. Für 2012 peilt die Gesellschaft weiterhin Zuwächse beim Umsatz sowie beim operativen Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) an.

Trotz aller Zuversicht warnte Scheifele: “Die makroökonomischen Risiken bleiben jedoch bedeutsam.” Die Notwendigkeit der Länder, ihre Schulden abzubauen, dürfte das Absatzwachstum in den reifen Märkten auf absehbare Zeit dämpfen. Zudem habe HeidelbergCement den Margenverlust aufgrund gestiegener Energiekosten noch nicht aufgeholt. Deshalb will Scheifele seinen Sparkurs auch zukünftig unvermindert fortfahren und, wenn nötig, Kapazitäten anpassen.

In Deutschland will Scheifele die kräftig gestiegenen Energiekosten über einen erst jüngst eingeführten Energiekostenzuschlag teilweise wieder hereinholen. Allerdings zählt die Zementindustrie zu den energieintensiven Branchen, die sowieso weitgehend von der Ökostrom-Umlage befreit sind. Zudem plant die im Dax notierte Gesellschaft Preiserhöhungen bei Zement und Zuschlagsstoffen. Bis 2015 sollen so die Margen um 350 Millionen Euro verbessern werden.

Die HeidelbergCement-Aktie legte bis zum Nachmittag um knapp vier Prozent auf 43,46 Euro zu und war damit einer der Dax-Spitzenreiter. Der Baustoffkonzern habe beim Umsatz im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten, sagte ein Händler. Außerdem äußerte sich der Konzern zuversichtlich über das weitere Wachstum vor allem im Asien-Pazifik-Raum sowie Afrika. Die Nachfrage in Nordamerika habe sich zudem im abgelaufenen Quartal weiter stabilisiert. Dass HeidelbergCement den Ausblick bestätigt habe, wertete der Experte ebenfalls positiv.

Für West- und Nordeuropa hingegen erwartet der Konzern aufgrund des milden Winters im Vorjahr einen leichten Nachfragerückgang. Aber auch die Geschäfte in Großbritannien und den Niederlanden liefen deutlich schlechter. Aufgrund einer schwächeren Nachfrage besonders in Polen und in der Tschechischen Republik rechnet der Konzern mit einem sinkenden Absatz in Osteuropa. In Südeuropa ist HeidelbergCement im Gegensatz zu den Konkurrenten Holcim und Lafarge nur in Spanien engagiert. “Spanien sehen wir weiterhin sehr, sehr schwierig”, sagte Scheifele.

Mit seinem Sparprogramm kommt HeidelbergCement besser voran als geplant. Bereits in den ersten neun Monaten sparte die Gesellschaft 241 Millionen Euro ein. Im Gesamtjahr sollen nun die Kosten um über 300 Millionen Euro sinken, ursprünglich waren 200 Millionen Euro anvisiert. Scheifele hatte wegen höherer Kosten bei Vorlage der Gesamtjahreszahlen Mitte März das Einsparziel für den Zeitraum 2011 bis 2013 von 600 Millionen auf 850 Millionen Euro erhöht.

Zudem plant der Konzern, weitere 150 Millionen Euro in der Logistik bis 2014 einzusparen. Unter anderem sollen Auftragsannahmen zentralisiert und der Logistikeinkauf gebündelt werden, erläuterte Scheifele. Pilotprojekte liefen unter anderem in Großbritannien und in den Benelux-Staaten. Dort bekommen die Heidelberger besonders die Absatzflaute zu spüren.

Auch die Nettoverschuldung soll weiter sinken, um vor allem eine bessere Bewertung bei den Ratingagenturen zu erhalten. Geplant sei, die Schulden bis Ende 2012 auf 7 Milliarden Euro zu drücken, sagte Finanzchef Lorenz Näger. Ende September betrug die Nettoverschuldung knapp 7,8 Milliarden Euro. Trotz der Sparbemühungen will HeidelbergCement die Kapazitäten in den Schwellenländern weiter ausbauen.

Im dritten Quartal sank der Gewinn nach Minderheiten leicht auf 259 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 268 Millionen Euro. Damit verfehlte HeidelbergCement etwas die Schätzungen der Analysten. Den Rückgang führte das Unternehmen auf eine einmalige Belastung im Finanzergebnis zurück. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) legte hingegen um 12 Prozent auf 874 Millionen Euro zu.

Der Umsatz kletterte um 9 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Dabei profitierte das Unternehmen vor allem von einer guten Nachfrage in Asien und Afrika, aber auch in Nordamerika. HeidelbergCement beschäftigte Ende September mit 53.729 Mitarbeiter, gut 600 weniger als noch vor einem Jahr.

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Datum 8. November 2012
Autor dpa
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