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Erlebnis Südkorea – Bauingenieurstudenten auf Exkursion

Studierende der Fakultät Bau- und Umweltingenieurwissenschaften der Universität Stuttgart

Studierende der Fakultät Bau- und Umweltingenieurwissenschaften der Universität Stuttgart (Foto: Hannah Kohlschreiber)

Spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft 2002 ist den meisten Menschen Südkorea ein Begriff. Das im Osten Asiens (zwischen dem Gelben und dem Japanischen Meer) gelegene Land, ist äußerst facettenreich und zeichnet sich durch seine modernen Bauten und traditionellen Tempel, sowie durch seine imposanten Städte und idyllischen Landschaften aus.

Im Oktober des vergangenen Jahres bot sich, dank großzügiger Spenden, 30 Studierenden der Fakultät Bau- und Umweltingenieurwissenschaften der Universität Stuttgart die Möglichkeit, das bunte und aufregende Leben in den Großstädten Seoul und Busan kennenzulernen und sowohl die ingenieurstechnischen, als auch die kulturellen Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Die pulsierende Metropole Seoul – Ausgangspunkt unserer Exkursion – liegt im Norden des Landes am Han-Fluss. Die Stadt befindet sich im ständigen Wandel und verändert ihr Erscheinungsbild zur Zeit vor allem anhand großer Bauprojekte, wie den derzeit im Bau befindlichen 555 Meter hohen Lotte World Premium Tower. Bei unserem Besuch auf der Baustelle waren bereits die ersten 25 von insgesamt 123 Stockwerken fertiggestellt.

Der Lotte World Premium Tower in Seoul soll mit einer Höhe von 555 Metern das höchste Gebäude des Landes werden.

Der Lotte World Premium Tower in Seoul soll mit einer Höhe von 555 Metern das höchste Gebäude des Landes werden. (Foto: Hannah Kohlschreiber)

Während unseres Besuches in der Hauptstadt kamen aber auch Geschichte und Tradition nicht zu kurz. Mitten in der Stadt befindet sich der Palast Gyeongbokgung, in dem früher der König residierte. Hier bekamen wir eine sehr anschauliche Führung von Schulkindern, die uns die koreanische Geschichte näherbrachten.

Auch der traditionelle Markt Namdaemun war einen Besuch wert. In den engen Gassen herrschte reges Treiben und in der Luft lag der fremde, aber interessante Geruch südkoreanischer Speisen.

Einen Überblick über das unendlich scheinende Stadtgebiet Seouls verschaffte uns ein abendlicher Besuch auf dem Berg Namsan, auf dessen Gipfel der N Seoul Tower in die Höhe ragt. Der Fernsehturm bot uns einen phantastischen Rundumblick über die hell erleuchtete Stadt.

Wer “mitten drin” sein wollte, hatte die Möglichkeit das Stadtviertel Insadong zu besuchen, welches nachts zum Leben erwacht und mit unzähligen Bars, Kneipen und Restaurants zum Verweilen einlädt.

Zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Tempelanlagen des Kulturzentrums Gyeongju

Zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Tempelanlagen des Kulturzentrums Gyeongju (Foto: Hannah Kohlschreiber)

Das abwechslungsreiche Tagesprogramm führte uns unter anderem noch zu den Versuchseinrichtungen der Bauingenieure der Seoul National University und zu der 12,3 km langen Incheon Bridge, die den Flughafen mit dem völlig neu entworfenen Stadtteil New Songdo City verbindet.

Nach einigen Tagen in Seoul führte uns die Exkursion weiter in das kleine Kulturzentrum Gyeongju, wo wir alte, zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Tempelanlagen besuchen konnten.

Blick auf Brückenpfeiler der Taehwa Bridge

Blick auf Brückenpfeiler der Taehwa Bridge (Foto: Hannah Kohlschreiber)

Einen bleibenden Eindruck hinterließ auch der Tagesausflug zur Pohang Iron and Steel Company, wo wir eine Walzstraße besichtigen durften. Dieses Unternehmen, welches erst 1968 gegründet wurde, gehört heute zu den wichtigsten Stahlproduzenten der Welt.

Ein Highlight auf der Weiterreise nach Busan war das Erklimmen eines Brückenpfeilers der Taehwa Bridge. Nachdem uns ein wackeliger Aufzug nach oben gebracht hatte, bekamen wir einen Einblick in die Konstruktion der Massivbrücke und konnten einen einmaligen Ausblick genießen.

Die ausschließlich mit einheimischer Technologie gebaute Yi-sun-sin-Brücke verbindet die EXPO-Stadt Yeosu mit dem Hafen der Stadt Gwangyang.

Die ausschließlich mit einheimischer Technologie gebaute Yi-sun-sin-Brücke verbindet die EXPO-Stadt Yeosu mit dem Hafen der Stadt Gwangyang. (Foto: Katrin Stephan)

Für besonders große Begeisterung sorgte der Besuch des Haeundae I’Park in Busan, der 1631 Wohneinheiten umfasst und aus drei Wolkenkratzern besteht. Bei der Führung durch den mit 292 Metern höchsten Turm der Anlage hatten wir die Gelegenheit das luxuriöse Penthouse und den Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach zu besichtigen. Außerdem wurde uns das Aussteifungskonzept des Hochhauses erläutert.

Ein weiteres faszinierendes Bauwerk war das Busan Cinema Center, das mit einem 85 Meter weit auskragenden Dach einen Weltrekord verbuchen kann.

Die Yi-Sun-Sin Bridge bei Gwangyang, die zur Weltausstellung 2012 gebaut wurde, beeindruckte weniger durch ihre Gesamtlänge, sondern vielmehr durch ihre enorme Spannweite von 1545 Metern und die über 272 Meter hohen Pylone. Sie ist damit weltweit die viertgrößte Hängebrücke. An diesem Beispiel wird außerdem der Patriotismus der Südkoreaner, der uns allerorts begegnet ist, ersichtlich. Die Spannweite der Brücke entspricht nämlich dem Geburtsjahr des koreanischen Admirals Yi Sun-sin, der das Land gegen die Japaner verteidigt hatte.

Das vom österreichischen Architekturbüro Coop Himmelb(l)au entworfene Busan Cinema Center

Das vom österreichischen Architekturbüro Coop Himmelb(l)au entworfene Busan Cinema Center (Foto: Hannah Kohlschreiber)

Unsere Reise hat uns Einblicke in ein Land mit vielen spektakulären Bauwerken beschert, uns sehr offene und freundliche Menschen näher gebracht und uns eine mannigfaltige Kultur offenbart. Die erlebnisreichen zehn Tage dieser außergewöhnlichen Exkursion werden allen Teilnehmern noch sehr lange in besonders guter Erinnerung bleiben.

 

 

 

Datum 15. Mai 2013
Autor Ulrike Kuhlmann, Katrin Stephan, Nadine Hoffmann, Antonio Zizza und Andreas Miller
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