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Experte: Tunnel bei Stuttgart 21 werden kein Sanierungsfall

Stuttgart 21

Stuttgart 21 (Foto: Photo-K)

Der Tunnelbauexperte Walter Wittke hält unwägbare Risiken wegen schwieriger Gesteinsformationen beim Bahnprojekt Stuttgart 21 für ausgeschlossen. «Wir tun bei Planung und Bau der Tunnel im quellfähigen Gebirge alles dafür, um Schäden an Gebäuden und eine Beeinträchtigung des späteren Bahnbetriebs zu vermeiden», sagte der Bauingenieur, der die Bauherrin Bahn berät, am Donnerstag in Stuttgart. Die Arbeiten im Stuttgarter Talkessel sind wegen der Gesteinsformation Anhydrit riskant, denn diese nimmt in Verbindung mit Wasser 60 Prozent an Volumen zu.

Mit den Erläuterungen Wittkes bei einer Baustellenbesichtigung reagierte die Bahn auf ein Gutachten für den Bahn-Aufsichtsrat, dem zufolge die Tunnel im Anhydrit zum Dauersanierungsfall werden könnten. Stuttgart-21-Gegner werfen der Bahn vor, die Risiken zu verharmlosen. Aus ihrer Sicht ist die Betriebstauglichkeit von Stuttgart 21 fraglich. Wittke wies das zurück: «Unser Maßnahmenpaket macht uns sehr sicher, dass wir keinen Sanierungsfall haben.» Injektionen von tonnenweise Kunstharz in wasserführende Schichten, besondere Tunnelquerschnitte und Abdichtungsbauwerke, sowie trockenes Arbeiten sollen verhindern, dass Wasser in den Anhydrit eintritt.

Wittke verwies auf drei von ihm mitgeplante Tunnel in Stuttgart durch dieses Gestein, die bereits seit Jahrzehnten sicher genutzt würden. Auch seine Erfahrungen nach einer Untersuchung der Schäden am Engelbergbasistunnel auf der A81 durch aufgequollenen Gipskeuper seien in die Planung von Stuttgart 21 eingeflossen. Mit ähnlichen Schäden sei bei Stuttgart 21 nicht zu rechnen.

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Datum 9. Dezember 2016
Autor dpa
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