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Hochtief-Chef will im kommenden Monat Pläne vorstellen

Der größte deutsche Baukonzern Hochtief soll profitabler werden. Das wünscht sich der neue Mann an der Spitze, der aus den Reihen des hoch verschuldeten Großaktionärs ACS kommt. Doch immer noch ist unklar, welchen Weg der spanische Manager einschlagen will.

Ende des Rätselratens bei Hochtief: Rund 100 Tage nach seinem überraschenden Amtsantritt beim größten deutschen Baukonzern will der spanische Konzernchef Marcelino Fernandez Verdes im kommenden Monat seine Pläne vorstellen. Am 28. Februar werde er nach Abschluss einer laufenden Überprüfung Stellung nehmen, kündigte Fernandez Verdes am Mittwochabend an. Der langjährige Manager des hoch verschuldeten Hochtief-Großaktionärs ACS hatte Ende November das Ruder bei dem Essener Konzern übernommen.

Der bisherige Hochtief-Chef Frank Stieler hatte zuvor nach nur anderthalb Jahren seinen Stuhl mit sofortiger Wirkung räumen müssen. ACS war bei Hochtief vor gut fünf Jahren als Großaktionär eingestiegen und hatte seinen Anteil an dem Unternehmen seitdem kontinuierlich aufgestockt. Mittlerweile kontrolliert der spanische Großaktionär die Mehrheit bei Hochtief.

In einer ersten Mitteilung nach seiner Ernennung im November hatte der neue Hochtief-Chef einer Zerschlagung des Essener Traditionsunternehmens eine Absage erteilt, ohne jedoch Einzelheiten zu seiner weiteren Strategie zu nennen. «Die Zusagen sind gut angekommen. Für die Mitarbeiter war es wichtig, dass keine Zerschlagung geplant ist», kommentierte der Hochtief-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ulrich Best damals die erste Ankündigung. Ein Ziel hat ACS jedoch bislang nicht aus den Augen verloren: Hochtief soll eine «rentablere Firma» werden, hatte ACS-Chef Florentino Pérez vor gut einem Jahr verkündet. Und auch der neue Mann an der Hochtief-Spitze hält sich an die Vorgabe: «Profitabilität» steht ganz oben auf der Prioritätenliste.

Daran will Fernandez Verdes weiter festhalten. Ein schnelles Wachstum des Unternehmens werde künftig nicht im Mittelpunkt stehen, kündigte er bereits an. Alle Anteilseigner von Hochtief erwarteten die Zahlung von Dividenden, hieß es in einer Mitteilung.

Seinen eigenen «zeitlichen Horizont» bei Hochtief bezifferte Fernandez Verdes in der Mitteilung mit «rund acht Jahren». Der 57-jährige Manager ist mittlerweile mit seiner Frau nach Düsseldorf umgezogen und lernt die deutsche Sprache. Seine vier Kinder studieren bereits. Der Radfahrer und Fußballer ist Fan des nordspanischen Traditionsclubs Real Oviedo. Auch für den rheinischen Karneval bringe er zumindest Interesse entgegen, bekannte er.

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Datum 11. Januar 2013
Autor dpa
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