momentum magazin für Bauingenieure präsentiert von Ernst & Sohn
Nachrichten, Wirtschaft

Hochtief zurück auf Gewinnkurs in zweiter Jahreshälfte

Nach roten Zahlen im ersten Halbjahr ist der Essener Baukonzern Hochtief im dritten Quartal wieder deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Überschuss habe im Zeitraum Juli bis September 141,1 Millionen Euro betragen, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Mittwoch mit. Damit summierte sich das Nettoergebnis in den ersten neun Monaten auf 92 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Hochtief zwar im dritten Quartal einen Gewinn von 98,7 Millionen Euro ausgewiesen, aber in den ersten drei Quartalen noch einen Verlust in Höhe von 57 Millionen Euro gemacht.

Die Aktie legte vorbörslich zu. Die besser als erwartet ausgefallenen Gewinnkennziffern sollten die Aktie stützen, sagten Händler. Zudem hätten sich die Befürchtungen einiger Anleger über eine mögliche Gewinnwarnung nicht bewahrheitet.

“Nach neun Monaten weisen wir wieder für alle Divisionen ein positives Vorsteuerergebnis aus”, schrieb Frank Stieler in einem Brief an seine Aktionäre. Die Problem-Projekte der australischen Tochter Leighton seien fertiggestellt oder weit fortgeschritten. 2011 war die mehrheitlich zum spanischen Konkurrenten ACS gehörende Gesellschaft aufgrund von Abschreibungen in Australien tief in die Verlustzone gerutscht.

Die Verhandlungen mit der Stadt Hamburg wegen strittiger Kosten am Großprojekt Elbphilharmonie hielten indes an, so Stieler. Hochtief hatte deshalb im zweiten Quartal vorsorglich in der Bilanz Rückstellungen getroffen. Im Streit um das Prestigeprojekt hatten die Stadt Hamburg und der Essener Baukonzern nach monatelangem Stillstand im Sommer eine Einigung erzielt. Das spektakuläre Konzerthaus soll nun Mitte 2015 fertig werden. In der Vergangenheit war es zu massiven Kostensteigerungen gekommen.

Aufgrund prall gefüllter Auftragsbücher erhöhte das mehrheitlich zum spanischen Infrastrukturkonzern ACS gehörende Unternehmen am Mittwoch seine Ziele für Auftragsbestand und Umsatz. Neben dem Auftragseingang sollen nun auch Auftragsbestand und Umsatz die Vorjahreswerte erreichen. Den Ausblick für die Ergebnisse bestätigte Hochtief. Demnach soll das Nettoergebnis bei etwas weniger als 180 Millionen Euro und der Vorsteuergewinn bei etwas unter 550 Millionen liegen.

“Nach den Vorsorgen, die wir in Europa im ersten Halbjahr getroffen haben, wird es aber deutlich anspruchsvoller sein, diese Ziele zu erreichen”, so Stieler. Mögliche Sondereffekte wie etwa der Verkauf der Leighton-Entsorgungssparte Thiess Waste Management seien in den Prognosen nicht enthalten.

Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres betrug der Gewinn vor Steuern 279,5 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte von 5,38 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro. Mit seinen Zahlen übertraf das Unternehmen die Schätzungen der Analysten. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 13 Prozent auf 50,4 Milliarden Euro. Damit ist der im MDax notierte Konzern rechnerisch für mehr als 20 Monate ausgelastet. Hochtief setzt vor allem auf Energieinfrastruktur, Metropolen, Verkehrsinfrastruktur und Ressourcen. In allen vier Wachstumsfeldern habe Hochtief zahlreiche neue Projekte akquirieren können, schrieb Stieler.

In der vergangenen Woche legte die Hochtief-Tochter Leighton Zahlen für die ersten neun Monate vor. Nachdem Australiens größter Baukonzern im zurückliegenden Geschäftsjahr für rote Zahlen bei der Essener Mutter gesorgt hatte, konnte Leighton in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres schwarze Zahlen ausweisen. Der spanische Mutterkonzern ACS verschob in der vergangenen Woche überraschend die Vorlage seiner Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres auf den 12. November.

 

Im Netz teilen

Datum 7. November 2012
Autor dpa
Schlagwörter ,
Teilen facebook | twitter | Google+

...