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Projekte

Ingenieure ohne Grenzen errichten Biogasanlagen in Tansania

Bau der ersten 50m³ Biogasanlage

Bau der ersten 50m³-Biogasanlage (Foto: IoG)

In den ländlichen Regionen Tansanias wird oft noch auf 3-Stein-Feuerstellen unter Verwendung von Holz aus den Wäldern gekocht. Der große Verbrauch der Ressource Holz führt zu einem Rückgang der Waldbestände Tansanias um 400.000 Hektar pro Jahr.

Dieser Rückgang hat schwerwiegende ökologische und ökonomische Folgen: Der entwaldete Boden ist nicht mehr ausreichend vor den kurzen aber starken Niederschlägen geschützt und wird erodiert. Das Regenwasser dringt nur noch in geringer Menge in den Boden ein. Hierdurch wird die Leistungsfähigkeit des Ökosystems hinsichtlich der Nahrungsmittelproduktion gemindert, auch der Rückgang der Artenvielfalt wird beschleunigt.

Die Nutzung von Holz als Energieträger hat auch soziale und gesundheitliche Auswirkungen. Frauen und Kinder sind täglich mehrere Stunden mit dem Sammeln und Zusammentragen von Holz beschäftigt oder müssen Geld für die Beschaffung von Brennmaterial aufwenden. Zusätzlich ist die Rauchentwicklung bei herkömmlichen Feuerstellen stark gesundheitsgefährdend. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich in Afrika circa 400.000 Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung in ihren Hütten.

Projektbeschreibung

Verputzareiten am Outlet

Verputzarbeiten am Outlet (Foto: IoG)

Um den negativen Auswirkungen entgegenzutreten wurde das Projekt “BiogaST – Biogas support for Tansania” ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist eine Schaffung eines Kompetenzzentrums zur Nutzung der Biogastechnologie in Kagera. Durch intensive Forschungsarbeit in den vergangenen Jahren sind heute die Grundlagen gelegt, um das Projekt wirkungsvoll umzusetzen.
In zwei Schritten werden sowohl auf dem institutionellen Level (Mädchenschule in Kagera) als auch bei Privathaushalten Biogasanlagen gebaut, wodurch der Mehrwert der Technologie demonstriert und der
Umgang mit ihr geschult wird.

Als Kompetenzzentrum wird der Projektpartner MAVUNO Project späteren Biogasinteressenten eine umfassende Beratung einschließlich baulicher Umsetzung anbieten können. Das Angebot reicht dabei von kleineren Anlagen für Privathaushalte bis hin zu größeren Anlagen für Institutionen. Das BiogaST Projekt wird in Zusammenarbeit mit MAVUNO Project umgesetzt und durch die BayWa Stiftung gefördert.

Dennoch ist das Projekt noch nicht vollständig finanziert und jede Spende ist willkommen.

Weitere Informationen:

Projekt Biogasanlagen in Tansania auf der Webseite von Ingenieure ohne Grenzen

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Datum 2. September 2016
Autor Alena Gill
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