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Keine erneute Klage gegen Kramertunnel

Trotz seiner Ablehnung klagt der Bund Naturschutz in Bayern (BN) kein zweites Mal gegen den Bau des umstrittenen Kramertunnels in Garmisch-Partenkirchen. «Die Ortsumfahrung wird als eine historische Fehlentscheidung irreversibel zementiert, sowohl was Umweltbelange als auch Verkehrs-, Sicherheits- und Kostenbelange angeht», sagte der BN-Kreisvorsitzende Axel Doering am Donnerstag. Die Naturschützer werfen den staatlichen Planern das Versiegen mehrerer Quellen und das Austrocknen von Feuchtflächen über der Tunnelbaustrecke vor.

Tatsächlich ruhen die Arbeiten seit vier Jahren, nachdem beim Bau des Erkundungsstollens große Mengen Wasser eingedrungen waren. Daraufhin änderte die Baubehörde das Verfahren. Der Tunnel soll nun mit einer vorübergehenden, örtlich begrenzten Grundwasserabsenkung gebaut werden, wie die Regierung von Oberbayern zum Planänderungsbeschluss mitteilte. An der Trasse selbst unter dem Kramer ändert sich nichts. «Landschaft wird unnötig und unwiederbringlich zerstört, Tatsachen werden geschaffen und die Kosten in die Höhe getrieben», so Doering.

Der 3,6 Kilometer lange Kramertunnel ist Teil der 5,6 Kilometer langen Umfahrung, die den Ortsteil Garmisch vom Verkehr entlasten soll. Die Kosten betragen mindestens 176 Millionen Euro. Eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss von 2007 verlor der BN 2009. Zwei Jahre nach Baubeginn mussten die Arbeiten eingestellt werden. Mit dem Planänderungsbeschluss können sie nun fortgesetzt werden.

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Datum 31. August 2017
Autor dpa
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