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Papier statt Beton – Studenten testen Brückenmodelle

Nachdem es beim jährlichen “Papierbrückenwettbewerb“ an der TU Berlin im vergangenen Jahr nicht wirklich um Papierbrücken, sondern um die Kinematik bei wandelbaren Tragwerken ging, haben sich Dozenten und Studenten in diesem Semester wieder den Brücken zugewandt.

Beim Entwurf einer möglichst langen, aber dennoch „schlanken“ Papierbrücke mussten die angehenden Bauingenieure des ersten Semesters im Rahmen der Veranstaltung „Grundlagen der Tragwerkslehre“ ihre Kreativität mit dem gerade erworbenen Wissen verbinden, um unter den gegebenen Randbedingungen eine optimale Lösung zu finden.

In Gruppen- oder in Einzelarbeit hatten die Studierenden einige Wochen Zeit, sich ein Konzept für eine solche Brücke zu überlegen und es umzusetzen.

Hierbei war nicht nur zu beachten, dass die Brücken aus Papier erstellt werden sollten und lediglich Flüssigkleber, nicht aber Tesafilm oder Heißkleber als Verbindungsmittel erlaubt waren. Zusätzlich waren sowohl das Brückeneigengewicht als auch die Brückenhöhe auf 150g bzw. 40cm begrenzt. Als Prüflast wurde eine statische Einzellast von 1kg in Feldmitte festgelegt.

Heraus kamen verschiedenste Entwürfe, die in den Kategorien „Schlankheit“ – geringstes Verhältnis von Eigengewicht zu Spannweite -, „Größte Spannweite“ und „Ansprechendstes Design“ bewertet wurden.

Die Präsentation und Bewertung der Brücken fand in der letzten Vorlesung der „Grundlagen der Tragwerkslehre“ statt.

Alex Hoebling

Sieger in den Kategorien "Geringstes Verhältnis von Eigengewicht zu Spannweite" und „Ansprechendstes Design": Alex Hölbling (Foto: TU Berlin)

Den ersten Platz mit gleich zwei Auszeichnungen belegte dabei Alex Hölbling. Seine Stabbogenkonstruktion überzeugte mit einer Länge von 1,21m, einem Eigengewicht von 86g, und einer maximalen Durchbiegung in Feldmitte von 4mm. Damit schaffte er das kleinste Verhältnis von Gewicht zu Spannweite. Zudem wurde sein Entwurf von den Kommilitonen mit großer Mehrheit zur Brücke mit dem besten Design gekürt.

Den zweiten Platz für die größte Spannweite belegte mit 1,78m (Eigengewicht: 145g) Benedikt Heitmann. Sein dreiecksförmiger Entwurf entspricht einer Seillinie mit mittig angreifender Einzellast und weist somit für die gegebene Belastung die optimale Geometrie auf.

Sieger in der Kategorie "größte Spannweite": Benedikt Heitmann (Foto: TU Berlin)

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer gemeinschaftlichen Ausstellungseröffnung der Fachgebiete EK-Massivbau und EK-Verbundkonstruktionen vor ca. 250 Studenten und Mitarbeitern statt.

Der Leiter des Fachgebiets EK-Massivbau; Prof. Dr. Mike Schlaich, überreichte die vom Verlag Ernst&Sohn gestifteten Preise. Entsprechend der Aufgabe handelte es sich hierbei um die folgenden Bücher zum Thema Brückenbau: „Schrägseilbrücken“ von Holger Svensson (mit Signatur des Autors), „Der Turm und die Brücke“ von David P. Billington und „Brücken am Weg“ von Klaus Stiglat.

Der Papierbrückenwettbewerb findet nun seit 5 Jahren an der TU Berlin statt und wird hoffentlich auch in den kommenden Jahren viele Erstsemester studierende des Bauingenieurwesens zum Mitmachen animieren.

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Datum 13. März 2015
Autor Sebastian Herbling
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