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Papiertürme im Windkanal

Papiermodellwettbewerb: 33 Modelle wurden eingereicht

Papiermodellwettbewerb: 33 Modelle wurden eingereicht (Foto: Constanze Schleußer)

Im vergangenen Wintersemester 15/16 ging der Papiermodellwettbewerb der Erstsemester-Studierenden des Bauingenieurwesens an der TU-Berlin in die 6. Runde. Aufgabe war es, in 5er Gruppen einen 80 cm hohen Turm aus Papier zu bauen, der in der Peter-Behrens-Halle im Windkanal auf die Probe gestellt wurde. Die maximale Dicke des zu verwendenden Papiers, der zulässige Klebertyp zur Verbindung der Einzelteile und die Grundfläche wurden im Vorfeld bekannt gegeben.

Im Laufe des Semesters hatten die Studenten im Fach „Grundlagen der Tragwerkslehre“ bei Prof. Schlaich in einem „Gang durch die Geschichte des Bauingenieurwesens“ – von der Antike bis hin zur Moderne – ein breites Spektrum an Tragkonstruktionen kennengelernt und durften nun ihr Verständnis für Tragverhalten und Gestaltung praktisch anwenden. Jede Gruppe hatte zuvor eine Hausarbeit über einen bekannten Turm verfasst, in der einerseits der Entwurf in gestalterischer Hinsicht aber auch das Tragverhalten und der Bauablauf diskutiert werden sollten. Auf diese Weise war auch der fachliche Grundstein für einen eigenen Turmentwurf gelegt.

Sieger in der Kategorie "Verhältnis Eigengewicht-Windgeschwindigkeit"

Sieger in der Kategorie "Verhältnis Eigengewicht-Windgeschwindigkeit" (Foto: Constanze Schleußer)

Viele unterschiedliche Konstruktionstypen, von Fachwerken über Tubes bis hin zu Rahmentragwerken, waren unter den 33 eingereichten Modellen vertreten. Zunächst wurden die Türme gewogen und dann an ihren Fundamentplatten im Windkanal fixiert. Unter zunehmender Windgeschwindigkeit wurden sie entweder bis zum Versagen belastet oder bis die maximale Leistung des Windkanals erreicht war. Mit einer Kamera wurden die Versuche zeitgleich auf eine Leinwand übertragen, sodass alle Studenten in der Halle das Geschehen mitverfolgen konnten.

Von den 33 Modellen konnten 15 dem maximalen Winddruck ohne Strukturversagen standhalten, sodass das Verhältnis der Windgeschwindigkeit zu Eigengewicht als Bewertungskriterium heran gezogen wurde. In der anschließenden Preisverleihung im Rahmen der Ausstellungseröffnung der Grundprojektentwürfe der höheren Semester wurden die tragfähigsten Konstruktionen gekürt.

Sieger der Kategorie "Bestes Design"

Sieger der Kategorie "Bestes Design" (Foto: Constanze Schleußer)

Außerdem gab es einen Preis für das gestalterisch ansprechendste Modell, worüber die Studenten selber anhand einer Umfrage entscheiden konnten. Die drei Gewinnergruppen erhielten die Bücher „Schrägkabelbrücken, 40 Jahre Erfahrung weltweit“ von Holger Svensson, „Der Turm und die Brücke“ von David P. Billington und „Ingenieurbaukunst 2016“ der Bundesingenieurkammer, die der Verlag Ernst & Sohn zur Verfügung gestellt hatte.

 

Der Papierwettbewerb wird nun seit 6 Jahren mit wechselnden Themen an der TU Berlin ausgetragen. Hoffentlich motivieren sich die Studenten auch in Zukunft, sodass man bereits auf die Modelle im nächsten Jahr gespannt sein kann!

 

 

 

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Datum 17. März 2016
Autor Constanze Schleußer
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