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Pleiten, Pech und Pannen bei Kulturbauten in der Hauptstadt

Großbaustelle Berlin

Großbaustelle Berlin (Foto: Marco2811)

Gegen die Milliardenkosten beim neuen Berliner Flughafen mag es wie «Peanuts» klingen. Aber auch im Kulturbereich wird in der Bundeshauptstadt manches Projekt zum Millionengrab.

Immer wieder laufen Bauprojekte in der Hauptstadt aus dem Ruder. Grund sind schwierige Bodenverhältnisse in Berlin. Je nach Fall dürften aber auch Pfusch am Bau und falsche Planung eine Rolle spielen. Beispiele aus der Kultur:

PERGAMONMUSEUM: Die jüngste Hiobsbotschaft kam vom Flaggschiff der Museumsinsel. Der erste Sanierungsabschnitt wird mit 477 Millionen Euro fast doppelt so teuer wie bisher geplant (261 Mio.). Die Wiedereröffnung des Saals mit dem weltberühmten Pergamonaltar verschiebt sich von 2019 auf 2023.

JAMES-SIMON-GALERIE: Auch die Kosten für das neue Empfangsgebäude zur Museumsinsel haben sich fast verdoppelt – von den anfangs veranschlagten 71 Millionen auf rund 134 Millionen Euro. Das von Stararchitekt David Chipperfield entworfene Gebäude wird voraussichtlich um fünf Jahre verspätet öffnen – 2018 statt 2013.

BERLINER SCHLOSS: Das nahe gelegene Berliner Schloss sorgte 2011 für Schlagzeilen, als der Bundestag einen Kostenanstieg um 38 Millionen auf insgesamt 590 Millionen Euro genehmigte. Die Fertigstellung des sogenannten Humboldt Forums verschob sich nach einer «Sparpause» um sechs Jahre auf 2019. Jetzt liege das Projekt im Zeit- und Kostenrahmen, versichern die Verantwortlichen.

BERLINER STAATSOPER UNTER DEN LINDEN: Statt 239 Millionen Euro soll die Sanierung jetzt 400 Millionen Euro kosten. 200 Millionen davon trägt der Bund, den Rest das Land Berlin. Ab Herbst 2017 wird die von Daniel Barenboim geführte Staatsoper wieder in ihrem Stammhaus spielen – fünf Jahre verspätet.

BERLINER STAATSBIBLIOTHEK: Die Kosten für die Sanierung der deutschlandweit größten wissenschaftlichen Universalbibliothek sind um 108 auf 434 Millionen Euro gestiegen. Statt 2012 soll das Haus Unter den Linden nun 2018/2019 fertig sein. Ein neuer Lesesaal wurde 2013 mit fünfjähriger Verspätung eröffnet.

DEUTSCHLANDHAUS: Für die Sanierung sind statt der veranschlagten gut 37 Millionen Euro jetzt fast 53 Millionen Euro eingeplant. Die Fertigstellung des Baus verzögert sich bis 2018. Ursprünglich sollte das dort geplante Dokumentationszentrum zu Flucht und Vertreibung schon dieses Jahr öffnen.

EINHEITS- UND FREIHEITSDENKMAL: Im April kippte der Haushaltsausschuss überraschend das Denkmal, weil die Kosten von 10 auf 15 Millionen Euro gestiegen war. Nach einem Beschluss des Bundestags von 2007 (!) sollte die begehbare Waage an die friedliche Wiedervereinigung erinnern.

POSITIVBEISPIEL NEUES MUSEUM: Allerdings gibt es auch die anderen Beispiele. Die 2009 abgeschlossene Sanierung des Neuen Museums durch Chipperfield fiel mit gut 200 Millionen Euro um sage und schreibe 36 Millionen billiger aus als geplant.

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Datum 11. November 2016
Autor dpa
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