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Steuererleichterungen aufgrund der Corona-Krise – was Unternehmer jetzt beachten müssen

Der Coronavirus hält Deutschland in Atem. Kurzarbeit, Auftragsstorno, Umsatzeinbußen, Rechnungen werden nicht beglichen und die laufenden Ausgaben werden in Unternehmen und Privathaushalten zur Belastungsprobe. Ein Hilfspaket in Milliardenhöhe soll Betroffenen helfen. Doch das ist nicht alles. Auch die Finanzämter haben die Spendierhosen an. Erfahren Sie, welche Steuererleichterungen es auf Antrag gibt und wie Sie diese problemlos und unbürokratisch bekommen können.

© CDC

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Nachweispflicht zur Betroffenheit von Corona-Krise
Sämtliche Steuererleichterungen, die das Bundesfinanzministerium und die verschiedenen Finanzbehörden der Länder derzeit unbürokratisch und großzügig gewähren, gibt es nur, wenn ein Steuerzahler nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich von der Corona-Krise betroffen ist. Da nirgends definiert ist, was darunter zu verstehen ist, empfiehlt sich eine ausführliche Schilderung Ihrer wirtschaftlichen Betroffenheit durch Corona. Folgende Gründe dürften das Finanzamt von Ihrer Betroffenheit überzeugen:

  • Auflistungen, wann welche Mitarbeiter wegen Ansteckung mit Corona oder wegen eines Verdachts auf einen positiven Test nicht arbeiten konnten (Umsatzausfall).
  • Nachweis, dass Sie einen staatlichen Zuschuss oder ein zinsgünstiges Kfw-Darlehen wegen der Corona-Krise erhalten haben.
  • Nachweise über Ausfall von Kundenforderungen oder für vereinbarte Ratenzahlungen bzw. Verschiebung der Fälligkeit.
  • Nachweis, dass Betrieb wegen Corona geschlossen werden musste.
  • Nachweis der eigenen Erkrankung mit Corona.
  • Kunden stornieren Aufträge oder legen diese wegen finanzieller Probleme erst einmal auf Eis.

Tipp: Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Sie können dem Finanzamt also noch alle weiteren Gründe schildern, warum Sie von der Corona-Krise betroffen sind und inwiefern das wirtschaftliche Auswirkungen auf Sie und Ihr Unternehmen hat bzw. haben wird.

Steuererstattung 1: Steuererklärungen 2018 und 2019
Derzeit sollen alle Finanzbeamten, die im Innendienst arbeiten, vorranging Anträge für Steuererleichterungen wie Anpassung der Vorauszahlungen, Stundungen, Fristverlängerungsanträge oder die Aussetzung von Pfändungen bearbeiten. Eingereichte Steuererklärungen bleiben damit erst einmal unbearbeitet liegen.

Tipp: Haben Sie bereits die Steuererklärungen 2018 und 2019 elektronisch ans Finanzamt übermittelt und erwarten Steuererstattungen, empfiehlt sich ein schriftlicher Antrag per Fax oder Post ans Finanzamt, mit der Bitte, die Steuererklärungen wegen der zu erwartenden Steuererstattungen sofort zu bearbeiten. Die Finanzbeamten aller Finanzämter sind angehalten, Ihrem Wunsch zu entsprechen. Ohne Antrag kann es schon passieren, dass in den nächsten zwei bis drei Monaten kein Steuerbescheid bei Ihnen ankommt.

Steuererstattung 2: Antrag auf Erstattung der Vorauszahlungen
Brauchen Sie dringend Geld, sollten Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Herabsetzung und Erstattung der bereits für 2020 geleisteten Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuervorauszahlungen und der Vorauszahlungen zum Solidaritätszuschlag beantragen. In einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 19. März 2020 (Az. IV A 3 – S 0336/19/10007:002) steht schwarz auf weiß, dass solchen Anträgen von den ansonsten sehr strengen Finanzbeamten unbürokratisch entsprochen werden soll, selbst wenn Unternehmer die entstandenen Schäden wertmäßig noch nicht genau einschätzen können.

Tipp: Damit es mit der Erstattung der bereits geleisteten Vorauszahlungen schnell geht, sollten Sie den Herabsetzungsantrag per Telefon stellen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, dass der Sachbearbeiter den Antrag bearbeitet, faxen Sie Ihr Anliegen parallel ans Finanzamt.

Steuererstattung 3: Antrag auf Erstattung der Sondervorauszahlung
Sind Sie zur Abgabe monatlicher Umsatzsteuervoranmeldungen verpflichtet und haben im Februar 2020 eine Dauerfristverlängerung beantragt, mussten Sie auch eine Sondervorauszahlung von 1/11 des Umsatzsteuersolls von 2019 ans Finanzamt überweisen. Und diese Sondervorauszahlung bekommen Sie erstattet. Aber nicht automatisch, sondern nur, wenn Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Erstattung stellen.

Tipp: Eine Erstattung der im Februar 2020 geleisteten Sondervorauszahlung im Rahmen der Dauerfristverlängerung nach § 46 EStDV beantragen Sie ganz einfach in drei Schritten:

  • Rufen Sie online über ELSTER den Vordruck „Antrag auf Dauerfristverlängerung – Anmeldung der Sondervorauszahlung“ (USt 1 H) auf.
  • Tragen Sie in Zeile 22 die Zahl „1“ ein (= „Berichtigte Anmeldung“).
  • Tragen Sie anschließend in Zeile 24 die Zahl „0“ (= „Sondervorauszahlung 0 Euro“) ein und schicken Sie den Antrag ab.

Steuererstattung 4: Lohnsteuerfreibetrag für 2020 beantragen
Arbeitnehmer und Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH können drohende Verluste auch im Rahmen des Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2020 geltend machen. Dazu listen Sie dem Finanzamt in dem Antragsformular sämtliche Ausgaben mit dem Beruf oder Verluste wegen der Corona-Krise (aus Vermietung, aus Gewerbebetrieb, aus selbständiger Arbeit) auf. Das Finanzamt ermittelt aus diesen Angaben einen Lohnsteuerfreibetrag für 2020.
Der Arbeitgeber berücksichtigt diesen Lohnsteuerfreibetrag beim monatlichen Lohnsteuerabzug, behält weniger Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ein und zahlt für den Rest des Jahres 2020 jeden Monat ein höheres Nettogehalt aus.

Antrag auf zinslose Stundung für fällige Steuern
Werden aktuell Steuern fällig und Sie müssen entscheiden, ob Sie lieber die laufenden Ausgaben für Ihren Betrieb zahlen oder die Steuerschulden entrichten sollen, können Sie sich steuerlich beruhigt zurücklehnen. Können Sie dem Finanzamt plausibel nachweisen, dass Sie von der Corona-Krise wirtschaftlich negativ betroffen sind, bekommen Sie auf Antrag eine zinslose Stundung bis zum 31. Dezember 2020.

Tipp: Fünf Besonderheiten sollten Sie bei der Beantragung einer zinslosen Stundung bis 31. Dezember 2020 beachten:

  1. Einen Stundungsantrag dürfen Sie auch für fällige Umsatzsteuerzahlungen beantragen. In der Vergangenheit wurde das von den Finanzämtern häufig abgelehnt. In Zeiten von Corona ticken die Uhren jedoch anders.
  2. Weiterhin nicht möglich ist ein Stundungsantrag für die Lohnsteuer. Bei der Lohnsteuer führen Sie nämlich lediglich die vom Arbeitnehmer geschuldete Lohnsteuer ans Finanzamt ab.
  3. Stundung bedeutet übrigens, dass Sie die Steuern irgendwann – wohl ab 2021 – auf jeden Fall bezahlen müssen. Hier empfiehlt es sich, wenn möglich, nach und nach finanzielle Rücklagen zu bilden.
  4. Der Stundungsantrag muss für jede fällige Steuer einzeln beantragt werden. Es reicht also nicht, einmal einen Antrag zu stellen, der dann bis Ende 2020 für alle noch fällig werdenden Steuern gilt.
  5. Stellen Sie zusätzlich zu dem Stundungsantrag einen weiteren Antrag, mit der Bitte, fällig werdende Steuererstattungen aus anderen Steuerbescheiden oder Anmeldungen nicht mit den zinslos gestundeten Steuern zu verrechnen.

Pfändung wegen ausstehender Steuerzahlungen stoppen
Müssen Sie wegen des Coronavirus drastische Umsatz- und Gewinneinbußen hinnehmen und das Finanzamt steht Ihnen bereits auf den Füßen und droht mit einer Vollstreckung der rückständigen Steuern, können Sie die Pfändung mit einem Antrag verhindern. Denn sind Sie unmittelbar und nicht unerheblich von Corona betroffen, soll das Finanzamt Sie bis Ende 2020 mit weiteren Mahnungen oder Besuchen eines Vollstreckungsbeamten in Ruhe lassen.

Wichtig: Bei der Antragstellung sollten Sie auch darum bitten, dass das Finanzamt ab dem 19. März 2020 (= Veröffentlichung des BMF-Schreibens zu den Steuererleichterungen wegen Corona) bis mindestens 31. Dezember 2020 keine weiteren Säumniszuschläge für die ausstehenden Steuern festsetzt. Bitten Sie zudem darum, dass Erstattungen aus anderen Steuerbescheiden oder Anmeldungen nicht mit den Steuerschulden verrechnet werden, sondern dass Ihnen die Erstattungen ausbezahlt werden.

Tipp: Bei angedrohten Vollstreckungsmaßnahmen empfiehlt sich zuerst ein kurzes Telefonat mit dem Bearbeiter der Finanzkasse. Sicherheitshalber sollte der Antrag auf Aussetzung der Vollstreckungsmaßnahmen noch schriftlich formuliert und ans Finanzamt geschickt werden. Wie bei der Stundung sind im Jahr 2021 die ausstehenden Zahlungen vorprogrammiert. Wenn es also irgendwie möglich ist, sollten finanzielle Rücklagen für die späteren Zahlungen gebildet werden.

Antrag auf Fristverlängerung I
Zusätzlich zu den Steuererleichterungen aus dem BMF-Schreiben können Sie beim Finanzamt eine Fristverlängerung für die Abgabe der am 10. April fälligen Umsatzsteuervoranmeldung und der Lohnsteueranmeldung beantragen. Können Sie das Finanzamt davon überzeugen, dass Sie von der Corona-Krise betroffen sind, winkt in den meisten Bundesländern eine Fristverlängerung für die elektronische Übermittlung und damit auch für die Zahlung bis zum 11. Mai 2020. In Bayern ist man hier sogar noch großzügiger. Der Bayerische Finanzminister hat seine Beamten dazu verpflichtet, auf Antrag sogar eine Fristverlängerung für die Abgabe bis zum 10. Juli 2020 zu gewähren.

Tipp: Sollte ein Sachbearbeiter im Finanzamt hier zicken, empfiehlt es sich, keine Zeit zu verschwenden und direkten Kontakt mit der übergeordneten Behörde (Oberfinanzdirektion oder Landesamt für Steuern) zu suchen. Dort kennt man diese unbürokratische Fristverlängerung für die Abgabe der Anmeldungen und für die Zahlung der Steuern natürlich und wird den für Sie zuständigen Finanzbeamten anweisen, Ihrem Antrag auf Fristverlängerung stattzugeben.

Antrag auf Fristverlängerung II
Haben Sie oder Ihr Steuerberater es nicht geschafft, die Steuererklärung 2018 pünktlich zum 29. Februar 2020 ans Finanzamt zu übermitteln, drohen eigentlich ein Schätzungsbescheid für 2018 mit Steuernachzahlungen und die Festsetzung von Verspätungszuschlagen. Doch begründet Ihr Steuerberater die Fristversäumnis mit der Corona-Krise, drücken die Sachbearbeiter in den Finanzämtern derzeit beide Augen zu und gewähren eine letzte Fristverlängerung bis Ende Mai 2020.

Tipp: Hier einige Besonderheiten, die Sie wegen dieser Fristverlängerung für die Steuererklärungen 2018 unbedingt beachten sollten:

  • Erwarten Sie für 2018 eine dringend benötigte Steuererstattung, sollten Sie die Steuererklärungen 2018 so schnell wie möglich ans Finanzamt schicken und um vorrangige Bearbeitung bitten.
  • Ausnahmsweise müssen Sie für diese letzte Fristverlängerung gar nicht selbst von Corona betroffen sein. Es genügt, wenn Ihr Steuerberater und seine Mitarbeiter wirtschaftlich von Corona betroffen sind und deshalb zeitliche Schwierigkeiten haben, die letzten Steuererklärungen 2018 zu erstellen.
  • Kommt es aufgrund der Steuererklärungen zu hohen Nachzahlungen, kann es passieren, dass das Finanzamt nachträglich auch die Vorauszahlungen für 2019 anhebt und eine 5. Vorauszahlung fordert. Stellen Sie hier einen Antrag, dass das Finanzamt diese 5. Vorauszahlung für 2019 auf null Euro reduziert, wenn Sie wegen Corona auf jeden Cent zum Bestreiten Ihrer Ausgaben angewiesen sind.
  • Bitten Sie das Finanzamt bei der letztmaligen Fristverlängerung bis Ende Mai 2020 zudem darum, ausnahmsweise wegen Corona auf die Festsetzung von Verspätungszuschlägen zu verzichten.

 

Weitere steuerliche Überlegungen in Kurzform
Neben diesen Klassikern an Steuererleichterungen stellen sich wegen der Corona-Krise natürlich weitere Fragen. Hier einige Infos zu den häufigsten steuerlichen Überlegungen:

Betriebsprüfung I: Läuft bei einem Unternehmen derzeit eine Betriebsprüfung und Sie haben keine Zeit für die Fragen des Prüfers, können Sie problemlos die Unterbrechung beantragen. Das gilt auch für den Beginn einer Prüfung in den nächsten Wochen oder Monaten. Der Beginn kann mit Hinweis auf die Betroffenheit durch die Corona-Krise unbürokratisch verschoben werden.

Betriebsprüfung II: Ist eine Prüfung des Finanzamts zu Ende, soll in Zeiten von Corona der Vorschlag an Unternehmer gemacht werden, dass die Auswertung des Berichts hinausgezögert sind. Das ist bei Nachzahlungen aber keine gute Idee. Denn für jeden Monat, in dem die Steuernachzahlungen noch nicht festgesetzt sind, fallen derzeit weitere 0,5% Nachzahlungszinsen pro Monat an. Besser: Bericht auswerten lassen und für die festgesetzten Steuernachzahlungen einen Antrag auf zinslose Stundung bis Ende 2020 stellen.

Staatliche Zuschüsse: Beantragt ein Unternehmer wegen Umsatz- und Gewinneinbußen staatliche Zuschüsse, stellt sich die Frage, ob diese Zuschüsse als gewinnerhöhende Betriebseinnahme versteuert werden müssen. Antwort: Wohl ja. Denn schließlich wäre es unfair, wenn ein Unternehmer, der keine staatlichen Zuschüsse beantragen muss, seine Umsätze versteuern müsste und ein anderer Unternehmer, der keine Umsätze macht, die staatlichen Zuschüsse steuerfrei kassieren dürfte. Das wäre ein Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung bei der Besteuerung.

Investitionszuschuss: Beantragt ein Unternehmer einen Investitionszuschuss für dringend benötigte betriebliche Investitionen, hat der Unternehmer ein Wahlrecht. Entweder kürzt er die Anschaffungskosten des Investitionsgegenstands und muss dafür keine Betriebseinnahme in Höhe des Zuschusses versteuern, weil ja die jährlichen Abschreibungsbeträge niedriger ausfallen. Alternative: Die Anschaffungskosten werden nicht gekürzt, die jährliche Abschreibung mindert sich nicht und dafür erhöht der Zuschuss als Betriebseinnahme den Gewinn.

Verschonungsregelung: Wer vor einigen Jahren im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge einen Betrieb übernommen hat und nach § 13a ErbStG wegen der Verschonungsregelung kaum oder gar keine Schenkungssteuer hat zahlen müssen, sollte nicht vorschnell Personal wegen der Corona-Krise entlassen. Denn dadurch kann es passieren, dass die im Rahmen der Verschonungsregeln vorgesehenen Lohnsummen im Jahr 2020 nicht mehr gezahlt werden. Die fatale Folge wäre der Wegfall der Verschonung und die Festsetzung von Schenkungssteuer. Deshalb bei geplanten Entlassungen wegen der Corona-Krise zuerst das Gespräch mit dem Steuerberater suchen.

Hilfestellung für Arbeitnehmer: Können Sie Ihre Mitarbeiter in der Corona-Krise weiterbeschäftigen, merken aber, dass diese Mitarbeiter dringend finanzielle Unterstützung benötigen, kommen folgende Gehaltsextras in Betracht:

  • Betreuungskosten: Nach § 3 Nr. 34a EStG können Sie sich mit bis zu 600 Euro im Jahr an den Betreuungskosten des Kindes Ihres Arbeitgebers beteiligen, ohne dass Lohnsteuer anfällt. Voraussetzung: Es werden Kinder betreut, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
  • Arbeitgeber-Darlehen: Braucht Ihr Mitarbeiter wegen der Corona-Krise dringend eine finanzielle Spritze, können Sie ihm betriebliches Geld zinslos leihen. Bei einem Darlehensbetrag bis zu 2.600 Euro muss der Arbeitnehmer für den Zinsvorteil nichts versteuern.
  • Notfallbeihilfe: Sie können Ihre Mitarbeiter als Arbeitgeber in Notfällen jährlich mit bis zu 600 Euro steuer- und sozialabgabenfrei unter­stützen (§ 3 Nr. 11 EStG, R 3.11 Abs. 2 Satz 4 LStR).

Ratschlag bei Kurzarbeitergeld: Müssen Sie Ihre Mitarbeiter wegen Corona in Kurzarbeit schicken, weisen Sie diese unbedingt darauf hin, dass es durch das Kurzarbeitergeld in der Regelung zu Steuernachzahlungen kommt, weil das Kurzarbeitergeld zwar steuerfrei ist, jedoch den Einkommensteuersatz auf das übrige Einkommen erhöht (sog. Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG).

Häusliches Arbeitszimmer: Schicken Sie Ihre Mitarbeiter aus Angst vor Ansteckungsgefahr ins Homeoffice, stellt sich die Frage, ob der Arbeitnehmer die Ausgaben für sein häusliches Arbeitszimmer bis zu dem Höchstbetrag von 1.250 Euro als Werbungskosten abziehen kann. Die Antwort: Es kommt darauf an. Ist der bisherige Arbeitsplatz im Betrieb während der verpflichtenden Heimarbeit nicht nutzbar (wegen Versiegelung nach positivem Coronatest oder weil die betrieblichen Räumlichkeiten von Außendienstmitarbeitern besetzt sind, klappt es mit dem Werbungskostenabzug. Am besten, Sie bescheinigen Ihrem Mitarbeiter das fürs Finanzamt. Kein Werbungskostenabzug winkt, wenn der Arbeitnehmer zwar zu Hause arbeiten muss, er seinen Arbeitsplatz im Betrieb aber dennoch jederzeit aufsuchen könnte.

Leser-Service: Haben Sie weitere Fragen oder steuerliche Probleme wegen der Corona-Krise und benötigen eine Zweitmeinung oder eine Hilfestellung, schildern Sie diese schriftlich der Redaktion des UnternehmerBrief Bauwirtschaft (UBB). Wir werden im Rahmen unserer Berichterstattung versuchen, für Sie und alle anderen betroffenen Steuerzahler „betriebsprüfungssichere“ Lösungsansätze vorzustellen.

Autor: Diplom-Finanzwirt (FH) Bernhard Köstler, Neubiberg, Sachgebietsleiter in der Finanzverwaltung und freier Autor

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Datum 3. April 2020
Autor Diplom-Finanzwirt (FH) Bernhard Köstler, Neubiberg, Sachgebietsleiter in der Finanzverwaltung und freier Autor
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