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Umweltminister für verstärkte Wiederverwendung von Baustoffen

recycle symbol

recycle symbol (Foto: Francesco De Paoli)

Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) plädiert für den verstärkten Einsatz von Recycling-Baustoffen nicht nur im Straßenbau. Bauschutt oder Abbruchteile aus Beton sollten auch im Hochbau genutzt werden, um die Eingriffe in die Landschaft durch den Kies- und Sandabbau zu begrenzen, erklärte Reinholz am Montag in Erfurt. Bau-Ausschreibungen sollten nach seiner Meinung künftig so erfolgen, dass der Einsatz beispielsweise von Bauschutt möglich ist.

Vor etwa 50 Vertretern von Recycling- und Bauwirtschaft sowie Kommunen setzte sich der CDU-Politiker für Konzepte ein, um mehr Baumaterial wiederzuverwenden. Dazu bedürfte es keiner zusätzlichen Gesetze. Nach seinen Angaben fallen in Thüringen pro Jahr etwa 2,5 Millionen Tonnen Bauschutt an. Meist lande er auf Deponien oder werde zur Abdeckung von Halden verwendet.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) forderte vor allem eine Wiederverwendung von Gips. Sie müsse Priorität haben, um den «Raubbau am Gipskarst in Südthüringen wirksam zu reduzieren», erklärte der BUND-Landesvorsitzende Ron Hoffmann. In Thüringen würde seit einigen Jahren immer mehr Gipsabfall auf Kali-Halden abgekippt, kritisierte er. Die Menge habe sich von 2005 bis 2010 auf 163 000 Tonnen verfünffacht. Im Südharz in der Nähe von Nordhausen wird Gips im großen Stil abgebaut.