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BIM - Building Information Modeling, Wettbewerbe

WOLFF & MÜLLER für BIM-Engagement ausgezeichnet

WOLFF & MÜLLER hat den iTWO-Award in der Kategorie „Most Collaborative Use in Europe“ gewonnen.

WOLFF & MÜLLER hat den iTWO-Award in der Kategorie „Most Collaborative Use in Europe“ gewonnen. (Quelle: WOLFF & MÜLLER)

WOLFF & MÜLLER hat den iTWO-Award in der Kategorie „Most Collaborative Use in Europe“ gewonnen. Verliehen wird der Preis von der RIB Software AG und der Stanford University. Sie zeichnen damit weltweit Nutzer der Software iTWO BIM 5D aus, die in besonderem Maße Building Information Modeling (BIM) und damit die Digitalisierung der Baubranche vorantreiben. Für WOLFF & MÜLLER ist es der dritte iTWO-Award. 2013 wurde das Bauunternehmen als „Best iTWO Practicing Contractor in Germany“ prämiert und 2014 für den „Best Technical Workflow“ ausgezeichnet.

„Auf den diesjährigen iTWO-Award sind wir besonders stolz, weil er unsere Pionierarbeit für BIM und iTWO über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus würdigt. Als überzeugte BIM-Praktiker teilen wir unsere Erfahrungen und unser Fachwissen gerne mit Bauherren, Architekten und Planern, um der Methode branchen- und europaweit zum Durchbruch zu verhelfen“, sagt Dr. Matthias Jacob, technischer Geschäftsführer Bau bei WOLFF & MÜLLER. Er nahm den Award auf der dritten iTWO World Conference in Hongkong Ende November entgegen. Die Jury – ein unabhängiges Forscherteam rund um Martin Fischer, Professor an der Stanford University und Leiter des Center for Integrated Facility Engineering (CIFE) – betonte zum einen die ganzheitliche Digitalisierungs-Strategie bei WOLFF & MÜLLER. Zum anderen lobte sie die Bereitschaft, das erarbeitete Know-how an andere weiterzureichen und Planungspartner bei der Arbeit mit BIM zu unterstützen.


Digitalisierung-Strategie

BigRoom bei WOLFF & MÜLLER in Stuttgart: Projektbeteiligte und Fachdisziplinen arbeiten hier im frühen Stadium der Kalkulation und Projektkoordination auch räumlich  zusammen.

BigRoom bei WOLFF & MÜLLER in Stuttgart: Projektbeteiligte und Fachdisziplinen arbeiten hier im frühen Stadium der Kalkulation und Projektkoordination auch räumlich zusammen. (Quelle: WOLFF & MÜLLER)

Die eigens entwickelte Digitalisierungs-Strategie des Unternehmens legt fest, wie digitale Prozesse innerhalb der nächsten fünf Jahre im gesamten Unternehmen verankert werden – von der Vision des Top-Managements über die Qualifizierung der Mitarbeiter bis hin zu neuen Kooperationsmodellen mit Kunden und Partnern. Ein Instrument ist zum Beispiel der „BigRoom“, den das Unternehmen in der Stuttgarter Zentrale errichtet und Anfang Dezember eröffnet hat. Auf 120 hochmodern ausgestatteten Quadratmetern arbeiten hier alle Projektbeteiligten und Fachdisziplinen im frühen Stadium der Kalkulation und Projektkoordination zusammen. So verbessert WOLFF & MÜLLER neben der digitalen auch die direkte Kommunikation und vermeidet Informationsverluste. Zudem hat das Unternehmen sogenannte BIM-Levels definiert, die das Potenzial der Methode in jeder Phase transparent machen. Die Niederlassungen haben so einen besseren Überblick über die Anwendungsmöglichkeiten von BIM, je nach Phase und Rahmenbedingungen eines Projektes. Die durchgängige Nutzung von BIM-Modellen spielt bei der Digitalisierung eine wichtige, aber nicht die einzige Rolle. WOLFF & MÜLLER bindet auch andere Technologien ein: Zum Beispiel sollen Drohnen die Erfassung von Topographien ermöglichen, digitale Werkzeuge die Baustellenlogisik verbessern und mobile Endgeräte das Dokumenten-Management vereinfachen. Bauprozesse werden teilweise automatisiert.


Kooperativer Ansatz

Die kooperative Einstellung zeigt sich zum einen innerhalb der BIM-Projekte, etwa beim aktuellen Neubau des Rathauses in Leonberg. Architekten und Fachplaner arbeiten in einer Cloud auf den Servern des Bauunternehmens gemeinsam am Gebäudedatenmodell. Als Partner mit der meisten BIM-Erfahrung stellt und pflegt WOLFF & MÜLLER die Arbeitsumgebung, definiert die Prozesse und Standards, steuert und koordiniert die Arbeit am Modell und unterstützt die Partner bei Fragen zu BIM und zur Software. Zum anderen engagiert sich das Unternehmen in Verbänden und Initiativen zur Digitalisierung des Bauens, wie buildingSMART, planen-bauen 4.0 und BIM-Cluster Stuttgart. Die Ziele sind, alle am Bau Beteiligten zu vernetzen, klare Regeln für die gemeinsame Arbeit am Gebäudedatenmodell zu definieren und bisherige Hürden zu überwinden. WOLFF & MÜLLER arbeitet eng mit Hochschulen wie den Universitäten Stuttgart, Wuppertal und Dortmund zusammen, sodass auch Nachwuchs-Ingenieure und -Architekten von den Erfahrungen des Bauunternehmens profitieren. Überhaupt ist BIM eines der wichtigsten Themen in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit Vorträgen, Veranstaltungen und Meinungsbeiträgen macht das Unternehmen die Vorteile von BIM bekannt. Bauherren und Investoren werden dazu ermutigt, sich der BIM-„Revolution“ anzuschließen und die Methode aktiv für ihre Bauprojekte einzufordern.

 

Lesetipp:

BIM – Building Information Modeling 2015
Ernst & Sohn (Hrsg.)

BIM ist in aller Munde. Dass die Methode, wie immer sie dereinst heißen wird, hierzulande Fahrt aufgenommen hat, wird ein jeder Besucher der letzten BAU in München bestätigen können. Ernst & Sohn widmet dem Thema in diesem Jahr – nach dem 2013 als erstes seiner Art erstmals erschienen Sonderheft BIM – das dritte Sonderheft und die beiden vorherigen sind längst vergriffene Sammlerexemplare.

Der Aufbau des Heftes spiegelt alle wesentlichen, aktuellen, aber auch grundsätzlichen Aspekte des Themas BIM. Von den ersten BIM-Referenzobjekten hierzulande über die Situation im weltweiten Ausland, die Frage der veränderten Ausbildung von Ingenieuren und Architekten, aktuelle Diskurse um BIM und Virtuelles Engineering bis zu den zunehmend wichtigeren Themen BIM und die Hersteller (das zeigte auch die BAU überdeutlich) sowie BIM und das Bau-, besonders auch Vergaberecht.

Welche Bedeutung die Öffentlichkeit dem Thema inzwischen beimisst, zeigt neben der Gründung der GmbH „planen-bauen 4.0“ auch die Tatsache, dass das Thema allmählich die Publikumspresse erreicht. Der BVBS (Bundesverband Bausoftware) geht in seinen Schätzungen sicherlich nicht zu weit, wenn er BIM binnen zehn Jahren bei 50 Prozent des gesamten Bauvolumens im Einsatz sieht. Auch die Zahlen bezüglich des Einsparpotenzials bei Arbeitszeit, Geld und Ressourcen können sich mit derzeit noch konservativ geschätzten 20 Prozent sehen lassen.

 

 

 

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Datum 11. Dezember 2015
Autor WOLFF & MÜLLER
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