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Vermischtes

100 Jahre Bauwerkserhaltung mit Kompetenz

TORKRET steht für die anspruchsvolle Instandsetzung und Sanierung von Bestandsbauten

TORKRET steht für die anspruchsvolle Instandsetzung und Sanierung von Bestandsbauten (Foto: TORKRET GmbH)

TORKRET steht für die anspruchsvolle Instandsetzung und Sanierung von Hoch- und Ingenieurbauwerken. Hierzu gehört auch der Erhalt denkmalgeschützter Bausubstanz, gleichgültig, ob aus Beton oder Mauerwerk. Mit fünf Standorten ist TORKRET heute in Deutschland vertreten. Die 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Inland und benachbarten Ausland im Einsatz. Seit 2012 gehört TORKRET – unter dem Dach der Direktion Bauwerkserhaltung – zur Stuttgarter Ed. Züblin AG.

„Der Pioniergeist unseres Firmengründers Carl Weber prägt TORKRET bis heute. Das Unternehmen hat in seiner bewegten Geschichte stets auf die Weiterentwicklung erprobter Verfahren und die Entwicklung ganz neuer Möglichkeiten gesetzt. Und diese Tradition führen wir auch in Zukunft weiter“, betont Willi Eiden, TORKRET-Geschäftsführer.

100 Jahre Innovationsfreude und anspruchsvolle Projekte

Der Ingenieur Carl Weber hatte die „Deutsche Torkret Baugesellschaft mbH“ 1920 in Berlin gegründet. Er entwickelte unter anderem eine Maschine für das „Verspritzen von Mörtel und Beton“, für die er das deutsche Patent erhielt. Daraufhin führte Carl Weber das Spritzbetonverfahren zur Praxisreife: die Geburtsstunde des sog. „Torkretierens”. Dabei wird eine Mischung aus Zuschlägen, Zement und Wasser mit der entsprechenden Druckluft auf den Untergrund aufgetragen. Bis heute ist das Torkretieren die wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung für großflächige Beton-Instandhaltungen.

Bei der stark beschädigten Stahlbetonkonstruktion der fünfgeschossigen Sarotti Schokoladenfabrik in Berlin kamen 1922 erstmals TORKRET-Maschinen zum Einsatz. Zwei Jahre später setzte das Unternehmen das erste Mal eine Brücke – ein Bauwerk in Berlin aus Eisenbeton – mit Spritzbeton instand. Es folgten Projekte vom Tunnelbau über die Befestigung von Felshängen und die Baugrubensicherung bis hin zum Bau kompliziert geformter Bauteile und Skulpturen. Ab 1959 dichtet TORKRET Stollen, Tunnelröhren und Behälterflächen im Kunstharz-Faser-Spritzverfahren ab; Natursteinmauerwerk wird mit dem TORKRET-Aero-Spritzverfahren tiefenverfugt.

2004 startete TORKRET mit den ersten Versuchen zu Reliefoberflächen im Spritzbetonverfahren und erhielt 2009 das Patent für das sog. TORKRET Relief® mit den dazugehörigen Unterkategorien TORKRET Art und TORKRET Stone®. Mit den Verfahren werden optisch und architektonisch anspruchsvolle Oberflächen gestaltet. Profilierter Spritzbeton wird seit jeher auch als Sichtbeton verwendet. Mechanisch hoch belastbare Bauteiloberflächen können mit TORKRET Relief® kunstvoll dreidimensional und mehrfarbig hergestellt werden.

Auch bei der Anwendung von Textilbeton ist TORKRET Vorreiterin: 2006 hat das Unternehmen die weltweit ersten flächigen Sanierungen mit textilbewehrtem Feinbeton an einem Flächentragwerk realisiert; 2016 wurden erstmals Stahlbetonstützen mit Textilbeton verstärkt. Textilbeton verbindet die Vorteile des Spritzbetons (Produktivität, Verbundstärke, Flexibilität) mit einer leichten und nicht korrosionsanfälligen Bewehrung.

Die TORKRET-Projekte sind seit jeher vielfältig. Das Beispiel „Mariendom in Neviges“, dessen Sanierung TORKRET bereits seit Juli 2018 durchführt, zeigt exemplarisch Ideenreichtum und Forschergeist des TORKRET-Teams. Hier erfahren Sie mehr zum Projekt.

Auf der Webseite der ZÜBLIN Bauwerkserhaltung erfahren SIe mehr über diese Einheit der Ed. Züblin AG.

Leserkommentare

  1. Karl-Eugen Kurrer | 10. September 2020

    Den momentum-Beitrag habe ich mit großem Interesse gelesen. Das Torkretieren spielte ursprünglich im Neubau von Schalen aus Stahlbeton eine tragende Rolle. So nutzte Franz Dischinger (1887-1953) von der Fa. Dyckerhoff & Widmann schon 1922 das Torkretieren beim Bau der Kuppel der Zeisswerke in Jena; diese auf dem Dach des Fabrikgebäudes des Zeisswerke in Jena entstandene 3 cm dicke Halbkugelschale besaß einen Durchmesser von 16 m [1, S. 656]. Nach diesem Verfahren entstanden zahlreiche Planetariumskuppeln, etwa die in Jena: Damit erblickte das “System Zeiss-Dywidag” das Licht der Welt, welches später in erweiterter Form internationale Verbreitung beim Bau von Stahlbetonschalen finden sollte. Bauverfahrenstechnisches Herzstück bildete dabei das Torkretieren. Lesenswert hierzu ist der Aufsatz von Hartwig Schmidt [2].

    [1] Karl-Eugen Kurrer: Geschichte der Baustatik. Auf der Suche nach dem Gleichgewicht. Berlin: Ernst & Sohn 2016.

    [2] Hartwig Schmidt: Von der Steinkuppel zur Zeiss-Dywidag-Schalenbauweise. In: Beton- und Stahlbetonbau 100. Jg. (2005), H. 1, S. 79-92.

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