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Die Steigerung von Hightech ist Lowtech – IngD4C #2

2. Symposium Ingenieurbaukunst - Design for Construction.

2. Symposium Ingenieurbaukunst - Design for Construction. (Foto: Caren Pauli)

Beim dritten Block des 2. Symposiums Ingenieurbaukunst – Design for Construction ging es um den neuen Trend “einfach Bauen” oder etwas zugespitzt: Die Steigerung von Hightech ist Lowtech.

 

 

 

 

Thomas Auer

Thomas Auer (Foto: Caren Pauli)

Impuls Thomas Auer, TU München, Transsolar: Klimaengineering – Because we can?

Am Beispiel des Manitoba Hydro-Gebäudes in Winnipeg/ Kanada wird gezeigt, wie für eine extreme Klimasituation ein integriertes Gebäudekonzept entwickelt werden konnte. Sommergarten, Bauteilaktivierung und Kamine reduzierten den Kühl- und Heizbedarf. Ein Monitoring zeigte weniger Beschwerden und Krankheitstage. Auch anfängliche technische Probleme traten auf, die zu erhöhtem Energieverbrauch führten. Die Abstellung der an sich kleinen Fehler führte nach zwei Jahren zum Erreichen der Planungswerte. In vielen Gebäuden träten unbemerkt ähnliche Probleme auf, sodass bis zu 70% mehr Energie verbraucht würde als geplant, die Fehler aber nicht behoben würden. Eine Studie hat gezeigt, dass die 100 Jahre alte Theodor-Fischer-Schule Bestwerte in Akustik, Luftqualität, Temperatur und Lichtqualität erreicht. Ein Forschungsprojekt Einfach Bauen der TU München mit drei Häusern aus Infraleichtbeton, Holz bzw. Dämmziegeln greift das Konzept von Theodor Fischer auf und erforschte dieses. Ein Ergebnis war, dass es nicht ausreiche, einfach nur mit Holz zu bauen, sondern dass auch die Emissionen über den Lebenszyklus wichtig seien. Für eine wissensbasierte Glaubwürdigkeit sind Transparenz und kritische Reflexion dringend notwendig.

Thorsten Helbig

Thorsten Helbig (Foto: Caren Pauli)

Impuls Thorsten Helbig, knippershelbig, The Cooper Union: Alnatura Arbeitswelt

Die Alnatura Arbeitswelt ist ein Bürogebäude für zahlreiche Mitarbeiter. Die Dachbinder sind aus Holz, die Wände aus Lehm, die Stützen und Decken aus Stahlbeton. Die Lehmfassade ist 12 Meter hoch und trägt sich selber. In der Fassadeninnenseite befinden sich Geothermieleitungen zum Heizen und Kühlen. Wir Ingenieure denken oft olympisch: höher, weiter, schneller. Aber Zement und Stahl sind die Hauptemittenten von CO2 und müssten entsprechend reduziert werden. Der neue Wettbewerbsgedanke der Ingenieure solle also sein, mit unseren Bauwerken möglichst wenig CO2 zu emittieren.

Uwe Heiland und Christoph Gengnagel

Uwe Heiland und Christoph Gengnagel (Foto: Caren Pauli)

Diskussion mit Uwe Heiland, SEH Engineering und Christoph Gengnagel, UDK Berlin, Bollinger+Grohmann

Uwe Heiland hinterfragt die Allgemeingültigkeit von Lowtech-Ansätzen, welche nicht immer zu Ende gedacht und wenig zukunftsfähig seien. Er wünscht sich mehr Berücksichtigung von Design und Nutzerfreundlichkeit bei den Tragwerksplanern. Auf die Frage nach der Nachhaltigkeit von Stahl stellt Thomas Auer fest, dass es nicht nur ein richtiges Material gebe. Die Aufgaben seien dafür viel zu komplex und unterschiedlich.

Beim 3. Symposium Ingenieurbaukunst am 18. November 2021 in Frankfurt/Main und Online wird die Frage diskutiert: Wie bauen wir zirkulär? Programm und Anmeldung: www.ingd4c.org/programm

Mehr dazu auch im neuen Jahrbuch Ingenieurbaukunst 2022, das Anfang Dezember erscheint: www.ingd4c.org/jahrbuecher

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