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Architekt und Baukünstler Gottfried Böhm wird 95

Gottfried Böhm mit seiner Ehefrau Elisabeth Böhm bei der Ausstellungseröffnung zu „Felsen aus Beton und Glas“ in Köln, 2009

Gottfried Böhm mit seiner Ehefrau Elisabeth Böhm bei der Ausstellungseröffnung zu „Felsen aus Beton und Glas“ in Köln, 2009 (Foto: G. Kauls)

Gottfried Böhm ist einer der bedeutendsten Architekten in Deutschland. Er gilt als ein besonders vielfältiger Baukünstler, hat gut 40 Kirchen entworfen, aber auch – mit seinem Sohn Paul – die neue Kölner Moschee. An diesem Freitag (23. Januar) wird der in Köln lebende Böhm 95 Jahre alt. 1986 erhielt er als erster Deutscher den «Pritzker Architecture Price» – eine Art Nobelpreis für Architektur – für seine Verbindung von Tradition und Moderne.

An seinem Geburtstag wird Gottfried Böhm zusammen mit seinen Söhnen in Köln zur Premiere des Dokumentarfilms «Die Böhms – Architektur einer Familie» erwartet. Der Film kommt damit in die Kinos. Der 26-jährige Regisseur Maurizius Staerkle-Drux hat über mehr als zwei Jahre hinweg mit den Böhms zusammengelebt, beobachtet, interviewt und gefilmt. Das daraus entstandene Porträt, das von Liebe und Leidenschaft zur Architektur erzählt, gewann auf dem Internationalen Filmfestival in Leipzig den Dokumentarfilmpreis 2014.

Rathaus Bensberg, Blick auf Treppenturm

Rathaus Bensberg, Blick auf Treppenturm (Foto: Grkauls)

Zu den berühmtesten Bauten Gottfried Böhms gehören die Wallfahrtskirche Velbert-Neviges bei Wuppertal, das Rathaus in Bensberg bei Köln, aber auch Kulturgebäude in Los Angeles, Tokio, Turin oder Boston. Seine drei Söhne Peter, Paul und Stefan waren seit den 80er Jahren in seine Bauprojekte einbezogen und betreiben jetzt eigene Architekturbüros unter einem Dach.

Gottfried Böhm machte sich national wie international zuerst einen Namen als Kirchenbauer. Er schuf aber auch Rathäuser, Museen, Theater, Firmengebäude oder Bibliotheken. Mit seiner 2012 gestorbenen Frau Elisabeth, ebenfalls Architektin, entwarf er für den Westdeutschen Rundfunk in Köln in den 90er Jahren die WDR-Arkaden.

Wallfahrtskirche Neviges

Wallfahrtskirche Neviges (Foto: seier+seier (CC BY-SA 2.5) )

In seiner langen Schaffensphase veränderten sich Stile, Gestaltung, Formen und Material. Zunächst wirkten seine Bauwerke rational, streng geometrisch, in den 60er Jahren entstanden wahre «Betonfelsen» wie auch die spektakuläre Pilgerkirche in Neviges. Später konzentrierte sich Böhm auf städteplanerische Projekte.

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Datum 23. Januar 2015
Autor dpa
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