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Ausstellung: Ein Kulturgut verschwindet – tibetische Bauernhäuser

In der Architektur selten gewordene Handzeichnungen dokumentieren volkstümliche Bauten in der Himalaya-Region. Einladung zur Ausstellungseröffnung und zum Symposium „Tibetan Houses. Vernacular Architecture in the Himalayas and Environs“ am 22./23. November 2018

links: Steinhaus im Dorf Thame (Südansicht) im Distrikt Solu Khumbu in Nepal; rechts: Handzeichnung des gleichen Hauses aus identischer Perspektive

links: Steinhaus im Dorf Thame (Südansicht) im Distrikt Solu Khumbu in Nepal; rechts: Handzeichnung des gleichen Hauses aus identischer Perspektive (© Herrle/Wozniak 2017)

Erstmals werden 100 originale Fotos sowie Hand-und Tuschezeichnungen tibetischer Bauernhäuser aus dem Forschungsprojekt „Tibetan Houses. Vernacular Architecture in the Himalayas and Environs“ („Tibetische Häuser. Volkstümliche Architektur im Himalaya und Umgebung“) öffentlich gezeigt. Die jeweiligen Unikate dokumentieren die Vielfalt und Schönheit der bäuerlichen Architektur auf der tibetischen Hochebene und in den angrenzenden Gebirgszügen.

Insgesamt wurden in dem Projekt 33 Bauernhäuser vermessen, gezeichnet, fotografiert, ihre Baukonstruktion analysiert und mit den Bewohnern Interviews geführt zu ihrer Lebensweise und zu ihrem Handwerk. Das Untersuchungsgebiet auf der tibetischen Hochebene erstreckte sich über 2500 Kilometer: von den zu China gehörenden Provinzen im Osten des Plateaus, über Bhutan, Nepal, die autonome Region Tibet der Volksrepublik China bis in die indische Region Ladakh im Westen des Hochplateaus.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Symposium findet in englischer Sprache statt.

Ausstellungseröffnung:

Zeit:
am Donnerstag, dem 22. November 2018, 18.30 Uhr

Ort: TU Berlin, Architekturgebäude, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin, Forum im Erdgeschoss

Öffnungszeiten der Ausstellung für Besucherinnen und Besucher (Eintritt ist frei):

Zeit: 23. November bis 6. Dezember 2018; Montag bis Freitag: 14.00–20.00 Uhr, Sonnabend: 10.00–14 Uhr

Begleitet wird die Ausstellung von dem Symposium „Vernacular Architecture in the Himalayas. An endangered species?“:

Zeit: am Donnerstag, dem 22. November 2018, 9.00–18.00 Uhr und

am Freitag, dem 23. November 2018, 9.00–13.00 Uhr

Ort: TU Berlin, Architekturgebäude, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin, Forum im Erdgeschoss

Weitere Informationen zum Symposium finden Sie hier.

 

Kolorierte Handzeichnung eines Fensters eines Hauses im Dorf Chatreng in der chinesischen Provinz Sichuan

Kolorierte Handzeichnung eines Fensters eines Hauses im Dorf Chatreng in der chinesischen Provinz Sichuan (© Herrle/Wozniak 2017)

Die Zeichnungen sind nun im Architekturmuseum auch für weitere Untersuchungen zugänglich

Was die Forschungen von Prof. em. Dr. Peter Herrle und seinem Team zeigen, ist, dass nicht von dem tibetischen Baustil gesprochen werden kann. „Das tibetische Haus gibt es nicht. Charakteristisch ist vielmehr ihre Verschiedenheit. Diese Vielfalt gründet darin, dass die Bauweisen der Häuser an die natürlichen Gegebenheiten und das jeweilige Mikroklima auf das Subtilste angepasst sind. In den Tälern, in denen es viel regnet, haben die Häuser geneigte Dächer, in jenen, wo es eher trocken ist, sind die Dächer flach und werden zum Dörren von Obst genutzt“, sagt Peter Herrle. Er hat dafür den Begriff der „vormodernen ökologischen Bauweise“ geprägt bezogen auf die Ressourcenverwendung und die generelle Einbettung der Lebensweise der Menschen in natürliche Kreisläufe. „Alle 33 Häuser, die wir dokumentierten, stehen für diese vormoderne Ökologie“, so Herrle.

Die Zeichnungen und Fotos sind im Architekturmuseum der TU Berlin archiviert und wurden dort digitalisiert. Das Architekturmuseum verfügt über ein deutschlandweit nachgefragtes Spezialwissen hinsichtlich der schonenden Digitalisierung von Skizzen, Zeichnungen, Bauplänen. Ein weiterer Vorzug des von Dr. Hans-Dieter Nägelke geleiten Architekturmuseums ist, dass die digitalisierten Bestände frei zugänglich sind. Damit stehen auch die gezeichneten „tibetischen Häuser“ weiteren Forschungen zur Verfügung.

Im Rahmen des DFG-Vorhabens ist auch eine reich bebilderte Publikation erschienen:

Peter Herrle, Anna Wozniak, Tibetan Houses. Vernacular Architecture of the Himalayas and Environs,
Birkhäuser Verlag GmbH, Basel 2017, 300 Seiten, 79.95 Euro

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Datum 21. November 2018
Autor Technische Universität Berlin
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