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Einen Besuch wert, Stahlbau

Besucherzentrum Brückenpark Müngsten

Bild 1: Eisenbahn-Bogenbrücke Müngsten von 1887

Bild 1: Eisenbahn-Bogenbrücke Müngsten von 1887 (Foto: Integra Solingen )

Die Müngstener Brücke führt zwischen Wuppertal und Solingen über die Wupper. Die 1887 eröffnete Eisenbahn-Bogenbrücke wurde von MAN Gustavsburg aus 5.000 Tonnen Flußeisen und fast 1 Mio. Nieten hergestellt und ist noch heute die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands (Bild 1). Verantwortlicher Ingenieur war Anton von Rieppel.

 

Bild 2: Besucherzentrum Brückenpark Müngsten

Bild 2: Besucherzentrum Brückenpark Müngsten (Foto: Integra Solingen )

Das Gelände an der Wupper unter der Müngstener Brücke wurde schon bald ein regionales Ausflugsziel, verlor aber im Laufe der Jahre an Attraktivität. Die Regionale 2006 war ein Strukturförderprojekt der bergischen Großstädte Wuppertal, Solingen und Remscheid, in deren Rahmen deshalb der Brückenpark Müngsten mit dem Besucherzentrum eingerichtet wurde (Bild 2).

Bild 3: Die körperhafte Gebäudeskulptur des Besucherzentrums hat eine Fassade aus wetterfestem Stahl

Bild 3: Die körperhafte Gebäudeskulptur des Besucherzentrums hat eine Fassade aus wetterfestem Stahl (Foto: Integra Solingen)

Das Besucherzentrum „Haus Müngsten“ ist mit einer einfachen, zeichenhaften Formensprache markanter Mittelpunkt des Brückenparks mit Innen- und Außengastronomie unweit der Müngstener Brücke. Die homogene Fassade aus wetterfestem Stahl fügt sich sensibel in die natürliche Landschaft ein und stellt einen Materialbezug zur filigranen Eisenkonstruktion des Brückenbogens dar. Andererseits hat die glatte und körperhafte Gebäudeskulptur eine ganz eigene, moderne Sprache (Bild 3).

 

Bild 4: Die Abmessungen des Fassadenplatten zeichnen die Geschoßstruktur nach

Bild 4: Die Abmessungen des Fassadenplatten zeichnen die Geschoßstruktur nach (Grafik: Pool 2 Architekten )

Die hinterlüftete Fassade  besteht aus 5 Millimeter dickem wetterfestem Baustahl. Die ca. 2 mal 4 Meter großen, beidseitig sandgestrahlten Platten zeichnen die Geschossebenen des Gebäudes nach (Bild 4).

 

 

 

Bild 5: Besucherzentrum Brückenpark: klare Form und wetterfester Stahl korrespondieren mit der Müngstener Brücke

Bild 5: Besucherzentrum Brückenpark: klare Form und wetterfester Stahl korrespondieren mit der Müngstener Brücke (Foto: Integra Solingen )

Die Unterkonstruktion besteht aus Metallrahmen aus Aluminiumprofilen mit dahinterliegender hinterlüfteter Dämmebene. Die einzelnen Elemente sind über Haltepunkte, die an die Metallrahmen angeschlossen werden, aufgehängt. Analog zur Fassade ist auch die äußere Dachhaut material- und systemgleich konstruiert. Die konventionelle Dichtungsebene des Daches liegt unterhalb der stählernen Dachhaut und mündet in eine traufseitige, von außen nicht sichtbare Rinne aus Aluminiumblech.

 

 

 

Bild 6: Der Wanderweg an der Wupper zwischen dem Brückenpark Müngsten und der ehemaligen bergischen Herzogsresidenz Schloss Burg ist kurzweilig

Bild 6: Der Wanderweg an der Wupper zwischen dem Brückenpark Müngsten und der ehemaligen bergischen Herzogsresidenz Schloss Burg ist kurzweilig (Foto: Bernhard Hauke )

Das Besucherzentrum Brückenpark Müngsten ist einen Besuch wert, weil klare Form und wetterfester Stahl mit Blick auf die Müngstener Brücke gut korrespondieren (Bild 5). Und nebenbei, der Wanderweg an der Wupper entlang zur bergischen Herzogsresidenz Schloss Burg ist kurzweilig (Bild 6).

 

 

 

 

Besucherzentrum Brückenpark Müngsten
Müngstener Brückenweg 71
42659 Solingen
www.haus-muengsten.de

Architektur: Pool 2 Architekten (pape+pape), Kassel
Tragwerksplanung: Reitz und Pristl, Kassel
Lichtplanung: Dinnebier Licht, Wuppertal
Landschaftsarchitektur: Atelier LOIDL, Berlin
Bauleitung: Lukas Droste, Kassel
Bauherr: Lebenshilfe Solingen e.V.

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Datum 13. November 2021
Autor Dr. Bernhard Hauke
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