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Rezension

Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen 2019

Die Hochmoselbrücke ziert das Cover von Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen 2019

Die Hochmoselbrücke ziert das Cover von Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen 2019 (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur)

Mit dem Jahresheft 2019 setzt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) seine erfolgreiche Reihe der Dokumentation „Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen“ in diesem Jahr fort. In gewohnt hoher Qualität in Wort und Bild werden wieder zehn Bauwerke, acht Brücken, ein Trog- und ein Tunnelbauwerk, präsentiert. Insgesamt werden mit der Auswahl der Beiträge erneut die sehr vielfältigen, interessanten und abwechslungsreichen Aufgaben von Bauingenieuren und Architekten in bzw. für die Straßenbauverwaltungen der Länder, für die DEGES, den planenden Ingenieurbüros sowie der Bauindustrie zum Ausbau und zur Erhaltung des Bundesfernstraßennetzes beschrieben. Bei allen Beispielen steht die Gestaltung der Bauwerke im Vordergrund.

Bei der „Hochmoselquerung“ im Zuge der B 50n bei Zeltingen-Rachtig wurde das tief eingeschnittene Moseltal mit der 1.700 m langen Stahlbrücke bei einer maximalen Stützweite von fast 210 m in 158 m Höhe gequert. Bei der Planung aller Bauwerksteile war auf eine größtmögliche Transparenz und eine harmonische Einpassung in das Moseltal geachtet worden.

Mit der „Ruhrtalbrücke Bermecke“ im Zuge der B 480n, die im Sauerland als leistungsfähiger Zubringer von der A 46 nach Olsberg hinunter führt, sollte die Baumstruktur der waldreichen Region gestalterisch repräsentiert werden. Die Stützen wurden rund ausgebildet, der Beton bei zwei Pfeilern rot eingefärbt, an zwei weiteren Pfeilern diese durch schräge Stahlstreben mit dem Überbau verbunden. Ein grüner Korrosionsschutz der 625,50 m langen Stahlverbundkonstruktion ergänzt harmonisch das Gestaltungsziel.

Mit der Wildbrücke „Burkvitzer Wald“ im Zuge der B 96 wurde auf Rügen eine Holzbrücke aus gekrümmten Leimschichtbindern errichtet. Hier standen die Weiterentwicklungen und Erfahrungen des Holzbrückenbaues und die naturnahe Gestaltung des Tragwerkes im Vordergrund.

Die Beschreibungen der Talbrücken „Geigerhaid“ (A 3) und „Lützelbach“ (A 45) sowie der Brücke „L 3327 über B 27“ erläutern die immer häufiger erforderlich werdenden Ersatzneubauten von Bestandsbrücken, um deren Tragfähigkeiten an den zugenommenen Schwerverkehr anzupassen. Auch bei diesen Beispielen spielte die Gestaltung der einzelnen Bauteile eine große Rolle. Die Verwendung von ultrahochfestem Faserbeton war bei dem Bauwerk über die B 27 als innovative Möglichkeit für die Ertüchtigung von Bestandsbauwerken ausgeführt worden.

Der Ersatzneubau der „Langenfelder Brücke“ im Zuge der A 7 bei Hamburg musste unter schwierigen Randbedingungen durchgeführt werden. Unter weitgehendem Aufrechterhalten des Straßen- und Eisenbahnverkehrs mussten in geringer Höhe umfangreiche Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG gequert werden.

Abgeschlossen wird das Heft mit dem Bericht zu einer Grundwasserwanne bei Ravensberg im Zuge der zweibahnigen B 30. Brücken für eine Eisenbahnstrecke und für eine Kreisstraße waren in das Trogbauwerk zu integrieren.

Der Neubau des zweiröhrigen „Hahnenkamptunnels“ im Zuge der A 30, Umgehung Bad Oeynhausen, komplettieren das diesjährige Heft. Tunnel und Trogbauwerke jeweils am Anfang und Ende des 450 m langen Tunnels wurden in offener Bauweise erstellt.

Das Heft kann per E-Mail (buergerinfo@bmvi.bund.de) kostenfrei beim Bürgerservice des BMVI angefordert werden.

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur: Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen 2019 – Dokumentation; Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Ref. Z 32, Hausdruckerei, 2019, 172 S., A 4, kartoniert, mit vierfarbigen Abbildungen und Konstruktionszeichnungen

 

Leserkommentare

  1. Dr.-Ing. Wolfgang Ellinger, Abraham-Lincoln-Straße 43, 99425 Weimar | 9. Januar 2020

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir sind begeistert von Ihrer Idee zur Veröffentlichung des Heftes “Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen 2019″.Es ist eine tolle Bereicherung für den konstruktiven Ingenieurbau.
    Gegenwärtig arbeite ich an einer Zusammenstellung der Brücken und Tunnel des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr.8,der Bahnmagistrale 8.1 Ebensfeld-Erfurt und 8.2 Erfurt-Leipzig/Halle.

    Freue mich auf die Zusendung Ihres Heftes vom Bürgerservice des BMVI

    Mit freundlichem Gruß
    Dr.-Ing. Wolfgang Ellinger

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Datum 8. Januar 2020
Autor Dipl.-Ing. Christoph Schmitz
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