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Projekte

Der wahr gewordene Traum eines verrückten Galliers II

So wie auf dieser Modellgrafik stellt sich der Grafiker die Burg Guédelon im Jahre 2025 vor, fotografiert aus der Vogelperspektive. (Guédelon)

Beim Betrachten alter Gemäuer haben sicher viele schon einmal daran gedacht: Wie wäre es, selbst eine echte Ritterburg zu bauen? Doch je mehr man ernsthaft darüber nachdenkt, umso mehr scheint es einer jener Schäume zu bleiben, denen lediglich einige Professoren auf dem Papier begegnen.

Ganz anders ist das im Herzen von Burgund: Hier wird dieser Traum von einer kleinen Gruppe verwirklicht. In mühevoller Handarbeit entsteht seit 1997 mit Techniken des Mittelalters ein trutziger Wehrbau: Guédelon!

 

Der Beginn eines ungewöhnlichen Experiments

Es war das Jahr 1997, als die Arbeiten begannen. Mitten im Wald von Guédelon, etwa 50 km entfernt von der Autobahnabfahrt der A6 (Dijon-Paris) bei Auxerre, liegt ein über hundert Jahre alter, inzwischen längst aufgegebener Steinbruch – eigentlich nicht viel mehr als ein etwas unruhiges Gelände, das der gallische Eichenwald zurückzuerobern trachtete.

Im Wald von Guédelon war zwischen 1901 und 1904 ein Steinbruch aktiv, aus dem eisenhaltiger Sandstein gewonnen wurde. Er diente zum Bau von Schifffahrts- und Ablasskanälen. (www.jph-lamotte.fr)

Die symbolische Zeitmaschine, ein alter in Fachwerk ausgeführter Stall, musste erst noch hergerichtet werden. Sie “funktionierte” noch nicht – und so war es noch möglich, modernes Gerät einzusetzen. Das Baustellengelände wurde gerodet, geglättet und für die späteren Arbeiten grob vorbereitet. Der Standort der ersten authentischen Ritterburg seit Jahrhunderten wurde markiert und die Fundamente dort, wo nötig, in Form ausgewachsener Felsbrocken in den Boden eingebracht und eingebaut. Die teils mehrere Tonnen wiegenden Stücke konnte nur ein Bagger transportieren. Ob den Leitern des Experiments dieses Entgegenkommen der Moderne in puncto Standsicherheit ihres Gebäudes wirklich gefallen hat? Wahrscheinlich haben sie es als zwingend akzeptiert.

Nachdem der Bagger das Gelände verlassen hatte, wurde die “Zeitmaschine” aktiviert – und nur noch Gerätschaften zugelassen, die es auch im Jahre 1228 gegeben hatte.

Auf dieser entleerten Fläche fern der Zivilisation sollte 1997 eine Baustelle errichtet werden. Wer konnte hier wirklich schon absehen, dass das Projekt tatsächlich funktionieren würde? (Guédelon)

Da standen sie nun, unsere Helden: Bewaffnet mit Schaufeln, Hacken und Hämmern. Sie standen allein vor einem riesigen, leeren Gelände, fern der nächsten Stadt, auf einer Baustelle für ein Gebäude, das erst in 25 oder mehr Jahren fertig werden sollte. Bespöttelt von den Medien und argwöhnisch betrachtet von den Nachbarn, die in kleinen Dörfern einige Kilometer entfernt wohnten.

Wollten die paar Leute wirklich eine Ritterburg bauen?

Ohne moderne Technik??

Die mussten verrückt sein!

 

Historischer Hintergrund für das Baujahr 1228 und die darauf folgenden Jahre:

  • Das Lehnswesen entsteht im fränkischen Reich und verbreitet sich von dort aus über Europa: Politische Stabilität und Verantwortung sind die Folge.
  • Zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert wandelt sich das Leben in Europa in fast allen Bereichen. Neue Techniken und Ideen setzen sich durch, auch in der Landwirtschaft. Die Bevölkerungszahl steigt erheblich, neue Siedlungen werden gegründet, die Bedeutung der Städte steigt. Es gibt einen allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung, welcher Voraussetzung für die Finanzierung großer Bauprojekte ist. Und es wird so viel gebaut wie nie zuvor.
  • Ein Klimawandel bahnt sich an, der in den nächsten fünf Jahrhunderten für strenge Winter (und “weiße Weihnachten” und die diesbezüglichen Märchen) in Europa sorgt. Holzbauten sind ab sofort zweite Klasse.
  • Im fünften Kreuzzug 1228-1229 erhält Friedrich II. Jerusalem, Nazareth und Bethlehem. Die Kirche sichert ihren Stand im Denken der Menschen immer mehr. Neue Kirchenbauten werden immer größer geplant.
  • Die Bauleiter der romanischen Kirchen waren meist Mönche oder mönchisch lebende Steinmetze, die Conversi. Nach dem Erfolg der Christianisierung treten die Mönche als Bauleiter zurück, und zivile Steinmetz-Bruderschaften treten ihre Nachfolge an; das Bauhüttenwesen entsteht. Eine Bauhütte war eine eigenständige Firma, welche vom Auftraggeber bezahlt wurde, und die sämtliche Aufgaben für die Baustelle übernahm. Geführt wurde sie, je nach Größe, von einem oder mehreren Baumeistern sowie Vertretern des Auftraggebers, beispielsweise hohen Finanzbeamten im Falle großer Kirchenbauten.
  • Die romanische Baukunst hat ihren Höhepunkt längst überschritten; der seit 1140 a.D. neu aufkommende, noch uneinheitliche Stil wird in der Zukunft aufgrund seiner Herkunft aus dem westfränkischen Reich zunächst opus francigenum, danach (abfällig) Gotik heißen. Die Auflösung der geschlossenen Wandflächen sowie Strebesysteme finden jedoch aus guten Gründen keinen Widerhall in der Befestigungstechnik.
  • Die Frühgotik umfasste in Frankreich den Zeitraum der Jahre 1140 bis 1220; in Deutschland 1220-1250 (!). Die Hochgotik endete allgemein um das Jahr 1350. Zu Beginn des 16. Jahrhundert verdrängte in Mittel- und Westeuropa die Renaissance die Spätgotik.
  • Alleine in den deutschen Ländern gibt es den nie wieder erreichten Höchststand von ca. 10.000 Burgen; 13.000 auf dem ehemaligen reichsdeutschen Gebiet, in Mittel-, West- und Südeuropa summarisch etwa 25 – 30.000. Sie bilden den Keim kommender großer Burgen, Schlösser oder urbaner Zentren.

 

Steinmetze im Mittelalter (Holzschnitt). Links die Mörtelgrube, rechts werden die Quader behauen. Winkel und Lot dienen zur Kontrolle des Einbaus.

Der Baumeister

Der – auch wortwörtlich geltende – Maßstab auf der mittelalterlichen Baustelle ist der Baumeister. Im Mittelalter gab es noch nicht die Trennung von Architekt und Bauleiter, und so musste der Baumeister beides sein. Seine berufliche Laufbahn begann meist als Lehrling bei den Steinmetzen; bis er die seltene Chance erhielt, dass seine Fähigkeiten als Baumeister anerkannt wurden, konnten Jahrzehnte vergehen. Baumeister zu sein galt zudem als eine der lukrativsten und angesehensten Stellungen innerhalb des Zivilstandes.

War ein Festungsbau nach wenigen Jahren beendet, zog der Baumeister weiter zur nächsten Baustelle. Bei den großen Kirchenbauten dagegen, die teilweise über Jahrhunderte erbaut wurden, war dies eine Lebensaufgabe.

Der Baumeister im Mittelalter, ausgerüstet mit Winkel, Lot, Zirkel, Kladden sowie einem Winkelmesser. (Holzschnitt von Jost Amman, 1536)

Das Projekt Guédelon und seine Bauzeit sind, genau genommen, weder das eine noch das andere – und doch beides gleichermaßen. Hier ist der Baumeister Florian Renucci, Sohn eines Architekten und einer Bildhauerin. Der mittelgroße Franzose mit dem italienischen Namen und den lebendigen Augen studierte Philosophie, Kunst und Bauforschung (was in Frankreich unter Archäologie subsumiert wird) und war mehrere Jahre an Restaurierungen von Denkmälern beteiligt, wobei er auch das Metier der Steinmetze kennenlernte. Hier wurde ihm bewusst, dass „solche Baustellen eigentlich vollkommen uninteressant (sind) – es sei denn, sie sind der Öffentlichkeit zugänglich“. Er sieht sich als Idealist, der ein immer größer werdendes Ziel verfolgt: „Jene, die uns bei der Arbeit zusehen, erhalten einen regelrechten Energieschub! Sie sagen zu sich: ‚Wenn die es tun, muss es also möglich sein!‘ Dann ist es an jedem einzelnen von ihnen, ihren eigenen Traum wahr zu machen. Wir sind unkonventionell, und wir schüren Fantasie und Energie. Ich liebe dieses Gemeinschaftsprojekt, wo man mit natürlichen Materialien umgeht. Guédelon ist meine Vorstellung von Erhabenheit.“

Bauleiter und Lehrer Florian Renucci, hier bei einem seiner Interviews mit dem Autor im Jahre 2004. (Frank G. Gerigk)

Der Einbau nahezu jedes wichtigen Steins wird von ihm kontrolliert; er arbeitet zudem die zahllosen Kräfte ein, die jedes Jahr für ein paar Wochen nach Guédelon kommen, um hier zu arbeiten, und führt gelegentlich auch neugierige Baufachjournalisten dorthin, wohin die Masse der Besucher aus Sicherheitsgründen nicht geführt werden kann. Und hier, mitten im Wald der Yonne, ist das Verständigungsmittel auf der Baustelle ein Walkie-Talkie.

Im Mittelalter mangelte es oft an landesweiten Normen. Häufig war daher die Elle oder der Fuß des Baumeisters die maßgebliche Länge, nach der alle Angaben und Pläne gemacht wurden und nach der sich jedermann auf der Baustelle zu richten hatte – anhand des vom Bauleiter freigegebenen 13-Knoten-Seils. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

 

Der Aufbau der Burg

Carcassonne, im Süden Frankreichs. Die originale Stadtbefestigung stammt exakt aus jener Zeit, in die auch Guédelon gehört, auch wenn sie erheblich größer ist. Anhand der Abdrücke in den Mauersteinen kann man beispielsweise auf die Bauweisen und Takte der Arbeitsgerüste schließen; ebenfalls kann man Ausformung der umlaufenden Mauersteine als Vergleich heranziehen. (Public Domain)

Die Aufgabe, der sich der Initiator Michel Guyot und sein Team zu Anfang stellten, war folgende: Wie würde ein möglichst realistischer, zwecknaher Befestigungsbau aussehen, hätten die Herren der Puisaye, sitzend zwischen mächtigeren Lehensherrschaften und aufsteigenden Klöstern, einen solchen zur Herrschaft von König Philippe-Auguste (1180-1223) zu finanzieren gehabt und dann auch tatsächlich gebaut? Die Lösung ist natürlich immer abhängig vom Ort, dem Gelände und anderen jeweiligen Gegebenheiten.

Ratilly – Das Schloss Ratilly, nur wenige Kilometer von Guédelon entfernt, stammt ebenfalls aus dem betrachteten Zeitabschnitt. Auch hier wurden wertvolle archäologische Hinweise gefunden. (Public Domain)

Carcassonne (public domain), im Süden Frankreichs, dient fast schon als Standardkulisse von Historienfilmen oder -Dokumentationen. Die originale Stadtbefestigung stammt exakt aus jener Zeit, in die auch Guédelon gehört, auch wenn sie erheblich größer ist. Anhand der Abdrücke in den Mauersteinen kann man beispielsweise auf die Bauweisen und Takte der Arbeitsgerüste schließen; ebenfalls kann man Ausformung der umlaufenden Mauersteine als Vergleich heranziehen.

Eine Planskizze, wie sie an mehreren Stellen auf Guédelon aushängt. Der Grundriss sieht aus wie ein Trapez, an dem man einseitig gezogen hat. (Frank G. Gerigk)

Anhand von einigen Dutzend Gebäuden in Frankreich aus demselben Zeitraum, entstand so das Konzept einer Burg, und ihrer der jeweiligen Aufgabe angemessenen Größe und Funktion. Der Idealtypus hat in etwa Rechteckform, dabei große Ecktürme, ein Wohngebäude, sowie eine Toranlage, die von zwei Türmen flankiert ist. Eine regionale Anlehnung boten die nahen Burgen Ratilly und Saint-Sauveur-en-Puisaye.

Der wissenschaftliche Beirat entwarf nach den Regeln der Fortifikationstechnik eine Burg, deren Grundriss wie ein Rechteck aussieht, deren rechte obere Ecke leicht nach oben und in die Mitte gezogen wurde, sodass sich die Form eher einem Trapez annähert. Der Grund ist, dass einer der Ecktürme zu einem starken Bergfried ausgebaut ist und auf diese Weise mehr zum Schutz der Mauern beiträgt.

 

Wie also sehen die wichtigsten Bauwerke aus?

Der Bergfried

Ein alter Querschnitt, etwa aus dem Jahr 2002, bei dem die auflaufende Treppe noch zu einer zentral gelegenen Eingangstür führt. Die Pläne wurden geändert; tatsächlich ist die Tür für das oberste Stockwerk nun ganz links. Ersichtlich ist das erhöhte Niveau des Innenhofes im Vergleich zu den (niedrigen) Gräben um die Burg herum. (Guédelon)

Der Nachfolger des Donjons, also des kombinierten Wohn- und Wehrturmes, ist der Bergfried. Er ist als der Burg stärkste Verteidigungsbastion gedacht. Im Falle des Eindringens von Feinden in die Burg gilt er als letzte Zuflucht. Der Bergfried an sich hat auch stark repräsentativen Charakter und beherrscht die Silhouette der Burg. Er steht solitär und hat seinen Eingang noch auf der Hauptebene der Burg.

Um das gleichzeitige Vordringen mehrerer Feinde zu erschweren, wurden hier, sowie an allen anderen Türmen, die natürlichen Engstellen so schmal gehalten, dass immer nur jeweils ein einziger Mann vordringen kann. So ist der Feind gezwungen, hintereinander und in unvorteilhafter Weise vorzurücken; ein einzelner Verteidiger kann so leicht einer Übermacht standhalten. Besonders deutlich wird dies in den engen Treppenstiegen, die den Angreifer immer rechts herum nach oben führen: Denn so zeigt dessen Schild – vorausgesetzt er ist Rechtshänder – wirkungslos zur Außenwand, während er gleichzeitig mit dem Schwert keinen Platz findet, um für einen Hieb auszuholen. Der Verteidiger über ihm dagegen hat zu beidem die Möglichkeit.

Der Bergfried ist das mächtigste Gebäude, hier im Sommer 2012. Man sieht unterschiedlich ausgebildete Reihen von Mauersteinen die Rundung umlaufen; sie charakterisieren den vom Burgherrn auferlegten Zwang zu sparen und nur die jeweils notwendige Qualität einzubauen. Die Außenmauer wird während der Bauarbeiten sehr effektiv als Rampe benutzt. Das Laufrad dient als Kran; um das Deckengewölbe abschließen zu können, jedoch musste es kurz nach diesem Fototermin komplett zerlegt und in Einzelteilen über die Wendeltreppe auf das oberste Rund des Bergfrieds transportiert werden. Nur so können die schwersten Steine sicher hochgezogen werden. Als Antriebsquelle dient die schiere Muskelkraft der Arbeiter. (Frank G. Gerigk)

In den vorangegangenen Generationen wurde der Bergfried viereckig gebaut – was letztlich eine Fortführung und Überhöhung der gewohnten Verhältnisse im Hausbau war, für Belagerungsmaschinen und Wurfgeschosse jedoch eine denkbar günstige weil direkte Angriffsfläche bot. Die Baumeister von Philippe-Auguste führten daraufhin den Rundturm ein, an dem die meisten Angriffe in einem Winkel auftrafen und daher entweder abprallten oder zumindest deutlich weniger Schaden verursachten.

Der Bergfried auf Guédelon, der Tour de la Maîtresse, wird 28,5 m (95 Fuß) hoch werden bei etwa 12 m Durchmesser. Die Mauern sind fast drei Meter dick, der Innenraum durchmisst sechs Meter.

Im Kellergeschoss ist eine Zisterne installiert, die den Turm im Falle einer Belagerung unabhängig von der Wasserzufuhr von außen machen soll. Hier wurde Im Jahre 2003 ein Kreuzgratgewölbe errichtet, auf das noch an anderer Stelle ausführlich eingegangen werden soll. Summarisch sind alleine hierfür 120 Tonnen Steine eingebaut worden. Ein Lichtschacht bringt ein wenig Helligkeit in den Raum.

Das Kreuzgratgewölbe im Keller des Bergfrieds charakterisiert die Ursprünge des Burgenbaus im Zeitalter der Romanik; das Foto stammt aus dem Jahr 2003. (Guédelon)

Die darüber liegenden Räumlichkeiten wurden sämtlich mit Kreuzrippengewölben ausgestattet.

Das Erdgeschoss ist für einen Waffensaal vorgesehen. Fünf mannshohe, nach außen hin schmaler werdende vertikale Öffnungen lassen das Tageslicht herein: Es sind Schießscharten, die nach taktischen Erwägungen platziert wurden. Die an den Bergfried angrenzenden Mauern sind etwas nach innen gezogen, sodass der größte Teil der Rundungen außerhalb der Mauern steht. Hierdurch können die Schützen hinter den Schießscharten parallel zum Mauerverlauf feuern und diese von der Seite her schützen.

Kapellenturm, Herrenhaus und Eckturm (von links) im Herbst 2010. Auch hier funktioniert die nur teilweise fertiggestellte Außenmauer als Zugangstreppe und zusätzlicher Zugang zum Kapellenturm. Dieser war zwar der erste Turm, dessen Bau begonnen wurde, doch diente und dient er weiterhin als von überall einsehbares Anschauungsobjekt, an dem langsamer gebaut wird als am Bergfried. (Frank G. Gerigk)

Der erste Stock enthält ein Zimmer für den Burgherrn, Camera genannt; auch der zweite Stock ist für Wohnzwecke vorgesehen.

Im dritten Stockwerk ist die Burgwache untergebracht.

Im Inneren der dicken Mauer führt eine enge Wendeltreppe aufwärts. An einer wenig einsehbaren Stelle in der Decke des Gangs kurz nach dem mit schweren Sperrbalken versehenen Eingang ist eine Fallöffnung verborgen. Von hier aus können schwere, scharfe oder brennende Gegenstände auf Eindringlinge losgelassen werden.

Sämtliche Türen auf Guédelon bestehen aus schweren Eichenbohlen und öffnen sich von außen nach innen, damit man sie von innen verriegeln kann; sie sind rechts angeschlagen.

 

Der Kapellenturm

Seit den 1980-er Jahren hauptberuflich auf Baustellen unterwegs: Der Geologe und Journalist Frank G. Gerigk, hier auf Guédelon im Herbst 2010. (Frank G. Gerigk)

Das zweitmächtigste Gebäude ist der Kapellenturm mit 9 m Durchmesser und 23 m Höhe. Das Kellergeschoss besitzt ebenfalls eine Zisterne, die von einem Kreuzgratgewölbe überspannt wird – das erste auf Guédelon, gebaut im Jahre 2000.

Ebenerdig liegt der Waffensaal, welcher wiederum durch das erste Kreuzrippengewölbe überwölbt wird, das 2002 errichtet wurde. Es besteht aus sechs Rippen, wobei jede Rippe wiederum aus neun Wölbsteinen zusammengesetzt ist. Die Rippen kreuzen sich im höchsten Punkt in einem sechsstrahligen Schlussstein. Die drei Schießscharten schließlich sollen einen Schussraum von 180 Grad abdecken.

Der erste Stock wird vermutlich eine Wohnstatt aufnehmen.

Der zweite Stock wird die namensgebende Kapelle enthalten. Ohne Religion war kein Heil vorstellbar – also auch keine erfolgreich abgewehrte Belagerung der Burg.

Ach ja: Dass der Schlussstein eigentlich gar nicht jener Stein ist, der zum Schluss eingesetzt wird, erzählt eine der nächsten Folgen.

 

Fortsetzung folgt…

 

Teil 1 des Beitrages finden Sie hier.

 

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Datum 17. Januar 2013
Autor Dipl.-Geol. Frank G. Gerigk
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