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Veranstaltungen

Der Flipperautomat als fordistisches Relikt – Aus der Reihe Technik und Spiel

Die beiden Veranstalter laden ins Deutsche Technikmuseum ein.

Die beiden Veranstalter laden ins Deutsche Technikmuseum ein. (Deutsches Technikmuseum VDI Berlin-Brandenburg)

Flippern gehört in den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit und noch bis Anfang der 1990er Jahre zu den populärsten Freizeitbeschäftigungen in westlichen Industriegesellschaften. Die damalige, schiere Omnipräsenz des Flipperautomaten steht in Kontrast zu heute: Während andere massenkulturelle Spiele – Billard, Kegeln, Kickerkasten oder Geldspielautomaten – weiterhin großen Zuspruch erfahren, scheint der Flipper beinahe restlos aus dem öffentlichen Raum verbracht worden. Sein Dasein fristet er hauptsächlich noch in Hobbykellern, die ganz wie er selbst Relikte fordistischer Freizeitkultur sind.
Scheint die Zeit über ihn mehr oder weniger hinweg gegangen zu sein, ist sein wesentliches Charakteristikum selbst die Zeit: Der Flipper ist ein Automat, an dem ausschliesslich Zeit gewonnen werden kann – indem man sie verschwendet (als würde hier Adornos Unterscheidung von Freizeit und freier Zeit übererfüllt). Nicht zuletzt dieser Umstand ist es, der vor allem linke Intellektuelle dazu brachte, im Flipper ein Erkenntnisobjekt zu finden, in dem sich zeitgenössische Verhältnisse von Arbeit, Technik und Subjektivität verdichten. Der Vortrag wird die zum Teil divergierenden theoretischen Positionen aus der Hochzeit des Flippers rekonstruieren und dabei nicht nur eine Episode der Geschichte des Spielautomaten, sondern auch der Theoriebildung jener Zeit erzählen.

Jun.-Prof. Dr. Dennis Göttel, Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln

Donnerstag, 9. Mai 2019, 17 Uhr 30

Veranstaltungsort: Deutsches Technikmuseum, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin, Vortragssaal
Verkehrsverbindungen: U-Bahnhof Gleisdreieck, U-Bahnhof Möckernbrücke

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