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Deutlich mehr Wohnungen als im Jahr zuvor – Die Probleme löst das aber kaum

Neubaugebiet

Neubaugebiet (Foto: Sebastian Engels)

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland erneut deutlich mehr Wohnungen genehmigt worden als im Jahr zuvor. Mit rund 270 400 Einheiten steigerte sich die Zahl das dritte Jahr in Folge, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das Plus betrug 12,9 Prozent und wurde vor allem mit Wohnungen in Mehrfamilienhäusern erreicht, deren Zahl um 22,3 Prozent zulegte. In Einfamilienhäusern wuchs die Zahl der genehmigten Wohnungen hingegen nur geringfügig um 1,1 Prozent. Gut 30 000 neue Wohnungen wurden in bereits bestehenden Gebäuden genehmigt.

Dem Deutschen Mieterbund fehlen aber weiterhin Investitionen in erschwingliche Wohnungen. Es werde vor allem im sehr hochwertigen Segment gebaut, was sich auch an dem hohen Anteil von Eigentumswohnungen zeige, sagte Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz der Nachrichtenagentur dpa. Der an sich begrüßenswerte Neubau löse die Probleme von Normalverdienern oder gar einkommensschwachen Haushalten kaum. Der Mieterbund schätzt, dass im Jahr nur rund 20 000 mietpreisgebundene Wohnungen fertiggestellt würden. Notwendig sei aber mehr als das Doppelte. Insgesamt fehlten in den Ballungsräumen rund 400 000 Wohnungen.

Die Bauindustrie hofft auf eine weiterhin positive Entwicklung im Wohnungsbau. Nach den jüngsten Zahlen des Verbandes der Bauindustrie war im Dezember der Auftragseingang in diesem Sektor deutlich um 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Gesamtjahr lag er 6,2 Prozent über dem Wert von 2012. «Wir brauchen die Wohnungen, die Nachfrage ist in den Ballungsgebieten schon wegen der Zuwanderung eindeutig da», erklärte Verbandssprecher Heiko Stiepelmann. Er warnte davor, den Neubau preisgünstigen Wohnraums zu vernachlässigen. Die Länder müssten ihre Programme für den sozialen Wohnungsbau auf Vordermann bringen.

In den Ballungsräumen könnten dafür von Ländern und Kommunen insbesondere preisgünstige Baugrundstücke zur Verfügung gestellt werden, schlug der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vor. Eine Mietpreisbremse lehnte der Verband hingegen ab, weil dies Investitionen gefährde und zu extrem hoch angesetzten Erstmieten führen werde.

Leserkommentare

  1. Maximilian | 21. April 2014

    Es wird deutlich mehr gebaut,aber viele Meschen können sich die angebotenen Wohnungen nicht leisten, da sie ganz einfach zu teuer sind!Ich komme aus Österreich und bei uns in der Gemeinde gibt es Wohnungen, die vor kurzer Zeit fertig gestellt worden sind, aber sie sind großteils unbewohnt! warum? Sie sind nicht leistbar! Ein ähnliches Problem hat mir ein Freund in Bayern erzählt, da er bei Demos arbeitet und Wohnungen vermietet. Viele werden schwer an den Mann gebracht! Die Einkommen der möglichen Mieter sind zu gering! Leider!
    Gruß!

  2. Fabian | 15. Dezember 2015

    Wenn ich nur München anschaue kann man schon sehen wie sehr sich die Stadt in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. Da ich den Urbanen Look super finde, würde ich mich sogar über paar Wolkenkratzer freuen. :)
    Zum wohnen ist München gerade sicher eine der besten Städte Deutschlands. Und die Entwicklung hört nicht auf. Wenn man nur anschaut wie viele neue Wohnungen zum Beispiel von Conceptbau entworfen werden, kann man sich gut vorstellen wie es in der Zukunft aussehen wird.

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Datum 17. März 2014
Autor dpa
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