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Die Löwenbrücke im Tiergarten – Vortrag aus der Reihe “Ingenieurbaukunst in Berlin”

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Gerade auch in Berlin sind seit Jahrhunderten vielfältige Zeugnisse hochwertiger Ingenieurbaukunst entstanden. Manche davon, wie der Anhalter Bahnhof oder auch die Deutschlandhalle, gingen durch Kriegs- und Nachkriegszerstörungen verloren. Zahlreiche herausragende Beispiele aber sind erhalten, und in jüngerer Zeit kamen weitere spannende Bauten hinzu. Oft stehen sie in Verbindung mit außerordentlicher Architektur und sind allseits bekannt. Andere hingegen sind eher unscheinbar und neuerlich vom Abriss bedroht. Die Vortragsreihe widmet sich neun dieser Bauten. Jeweils zwei Referenten oder Referentinnen thematisieren zunächst die Geschichte des Bauwerks, um dann auf eher technische Fragen der heutigen Bewertung, Erhaltung und Entwicklung einzugehen.

Die 1838 errichtete Löwenbrücke im Berliner Tiergarten war nicht nur Berlins erste und mit hohem baukünstlerischem Anspruch gestaltete Hängebrücke, sondern auch ein Experimentalbau: Nicht Tragketten, sondern Tragseile aus Drahtkabeln sollten zum Einsatz kommen. Ihrer Errichtung waren deshalb umfassende Versuchsreihen vorausgegangen, in denen auf Veranlassung des Fabriken-Commissionsraths Adolph F. W. Brix (1798-1870) erstmals in Preußen systematisch die Elastizitätsgrenzen und Zugfestigkeiten in- und ausländischer Eisendrähte vergleichend untersucht wurden.

Gegen Ende des 2. Weltkriegs entkamen lediglich die vier gusseisernen Löwen und deren Postamente der Zerstörung. 1957 entstand ein erster Wiederaufbau, der in mancherlei Hinsicht vom Original abwich; er musste zwischenzeitlich wegen Baufälligkeit wieder abgetragen werden. Nun soll die Löwenbrücke ein zweites Mal neu errichtet werden – unter Berücksichtigung heutiger Kenntnisse und Anforderungen tragsicher und dauerhaft, und doch dem recht gut belegten Original so getreu wie irgend möglich. Keine leichte Aufgabe, die viele Fragen aufwirft.

Die beiden Referenten sind Planungspartner im Projekt des Wiederaufbaus. Werner Lorenz berichtet im ersten Teil über die Entwurfs- und Baugeschichte der Löwenbrücke, ihre bautechnikgeschichtliche Bedeutung und die daraus resultierenden denkmalpflegerischen Anforderungen. Im zweiten Teil stellt Ron Behnke die von umfangreichen Voruntersuchungen begleitete Planung und den aktuellen Entwurf für die neue alte Löwenbrücke vor.

 

Donnerstag, 4. April 2019, 17 Uhr 30

Veranstaltungsort: Deutsches Technikmuseum, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin, Vortragssaal

Verkehrsverbindungen: U-Bahnhof Gleisdreieck, U-Bahnhof Möckernbrücke

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