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Bauen digital

Die Transformation von Infrastrukturplanung und -management dank digitaler Zwillinge mit Open-Source-Software

Was Bentley antreibt ist eine Unternehmenskultur, die neue Initiativen vorantreibt und Ideen fördert. Dies geht derzeit einher mit einer weiteren richtungsweisenden Computertechnologie, der weitläufigen Durchdringung von Cloud-Computing. Der jüngste Fortschritt bedient sich einer neuen Grundidee, die für jede Person mehrere Geräte vorsieht. Jeder besitzt ein Smartphone, ein Tablet und einen Computer – und der Webzugriff auf Informationen mit diesen Geräten wird überall vorausgesetzt.

Mit den iTwin Services wird Bentley dieser neuen Realität vollständig gerecht. iTwin Services vereint Ideen, die Bentley in den letzten Jahren entwickelt hat, u. a. iModelHub, das im Jahr 2017 eingeführt wurde. iModelHub ist ein Clouddienst, der die Zusammenführung, Verlässlichkeit und Verfügbarkeit von digitalen Zwillingen für Infrastrukturen ermöglicht, und ein wesentliches Element der iTwin Services von Bentley ist. Ein digitaler Zwilling ist die digitale Darstellung eines physischen Anlageguts. Dabei kann es sich um die digitale Darstellung von Prozessen, Menschen, Systemen, Geräten, Gebäuden, Straßen- und Schienensystemen etc. handeln. Die vollständige digitale Darstellung macht eine bessere Datenqualität und -verwaltung möglich. Letztendlich geht es darum, wie innerhalb der Branche die Zukunft der Infrastruktur über die Möglichkeiten von BIM hinaus gestaltet werden kann. Digitale Zwillinge unterstützen dabei, sicherere Infrastrukturen zu bauen, indem die Zusammenhänge bei Betrieb und Instandhaltung von Infrastrukturanlagen in Verbindung mit der Integration von IoT-(Internet-of-Things)-Geräten wie Sensoren und Kameras besser nachvollzogen werden können.

 

Digitale Zwillinge können alle Planungsinformationen integrieren, die während des Lebenszyklus einer Infrastrukturanlage erzeugt wurden.

Digitale Zwillinge können alle Planungsinformationen integrieren, die während des Lebenszyklus einer Infrastrukturanlage erzeugt wurden. (Bentley)

Keine Änderungen der etablierten Planungsabläufe erforderlich

Infrastrukturprojekte und -anlagen beinhalten riesige Informationsmengen, die aus verschiedenen Anwendungen stammen, wobei es sich normalerweise um ein System von Datensilos handelt. Digitale Zwillinge, die mit iModelHub erstellt werden, können alle Planungsinformationen einbinden, die während des Lebenszyklus einer Infrastrukturanlage erzeugt wurden. iModelHub führt die unterschiedlichen digitalen Komponenten zusammen, die von verschiedenen Anwendungen erstellt wurden, und führt gleichzeitig ein umfassendes Änderungsprotokoll mit. Ein weiterer spannender Aspekt ist die Open Source JavaScript Bibliothek, genannt iModel.js, die den Zugriff auf die Daten und ihre Verwendung in iModelHub ermöglicht. Diese Bibliothek steht all jenen zur Verfügung, die Services oder Anwendungen rund um einen digitalen Zwilling entwickeln möchten.

Ein Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass sie keine Änderungen der etablierten Planungsabläufe erfordert. Ingenieure und Planer können weiterhin die ihnen vertrauten Werkzeuge verwenden und ihre Anwendungsdaten gemeinsam mit anderen Datentypen, wie z. B. mit Drohnenaufnahmen erstellte Realitätsmodelle in ein einziges Modell integrieren. Durch die Verwendung all dieser normalisierten Daten erhält man neue Einblicke und Schlussfolgerungen mit Hilfe von Dashboards, künstlicher Intelligenz und Automatisierung.

In Anbetracht der zahlreichen Akteure, die an ein und demselben Projekt arbeiten, stellt sich die Frage der Verlässlichkeit von Informationen. Alle Änderungen – d. h. alle Ereignisse – während des gesamten Projekts oder Lebenszyklus der Anlage werden erfasst und solange wie nötig gespeichert. Dieser Vorgang lässt sich mit einem Bankkonto vergleichen. Man kann sich vorstellen, dass man das eigene Bankkonto öffnet und man nur den eigenen Kontostand sieht. Man hat keine Ahnung, wie der Kontostand zustande gekommen ist. Die Frage ist nun, ob man dieser Information vertraut? iModelHub führt ein Änderungsprotokoll in Form einer Zeitleiste, auf der alle Veränderungen aufgezeichnet werden. Auf der Zeitleiste kann nun zurückgespult werden, um zu prüfen, wie es zu dem aktuellen Status quo gekommen ist. Und mit Hilfe unserer neusten SYNCHRO Akquisition kann ebenso durch die Verknüpfung des Bauzeitenplans mit dem Planungsmodell in die Zukunft vorgespult werden.

“Digitale Zwillinge werden uns dabei helfen, nachhaltigere Infrastrukturen zu bauen, indem das Verständnis der Zusammenhänge während Planung, Bau und Betrieb verbessert wird.”

“Digitale Zwillinge werden uns dabei helfen, nachhaltigere Infrastrukturen zu bauen, indem das Verständnis der Zusammenhänge während Planung, Bau und Betrieb verbessert wird.” (Bentley)

Offenes Ökosystem

Letztendlich werden digitale Zwillinge die Planung und Verwaltung von Infrastrukturen tiefgreifend verändern und es möglich machen, eine nachhaltigere Entwicklung für die nachfolgenden Generationen sicherzustellen. Das ist die Vision für digitale Zwillinge. Je zugänglicher die Informationen und je offener die Plattform sind, desto besser können die Informationen wiederverwendet werden. Das ist das, was man heute unter digitaler Transformation versteht. Es geht um die Wiederverwendung von Informationen und es geht um eine bestimmte Information, wie z. B. eine digitale Komponente, die für zahlreiche Arbeitsabläufe und Einsatzszenarien abrufbar ist. Ohne ein offenes Ökosystem ist das nicht möglich. In der Tat gibt es derzeit viele Startup-Unternehmen. Sie konzentrieren sich jedoch sehr oft auf einen Nischenmarkt und zeigen gewisse Schwierigkeiten, in einem größeren System effizient zu arbeiten und zu interagieren. Das neue Framework für digitale Zwillinge von Infrastrukturen bietet jedem eine einzigartige Chance, daran teilzuhaben.

Daten in digitalen Zwillingen können auf effiziente neue Weise – von Menschen oder Maschinen – genutzt werden.

Daten in digitalen Zwillingen können auf effiziente neue Weise – von Menschen oder Maschinen – genutzt werden. (Bentley)

InfraHack Hackathon

Ein aktuelles Beispiel, bei welchem das oben Genannte zum Tragen kommt, ist der InfraHack Hackathon. Auf Bentley Systems „Year in Infrastructur Konferenz“ gab Keith Bentley im vergangenen Oktober die Zusammenarbeit zwischen seinem Unternehmen und Hack Partners bekannt. Hack Partners widmet sich, wie etwa mit der neuen InfraHack-Initiative, der Förderung von Innovationen im Infrastruktursektor durch die Prototypenentwicklung von Sprints und Produkt-Akzeleratoren. Der 72-stündige InfraHack-Hackathon fand vom 16. bis 19. Mai statt. Außerdem wird er von Branchenschwergewichten, wie der National Infrastructure Commission (dem Nationalen Infrastrukturausschuss des Vereinigten Königreichs), Mott MacDonald, Fujitsu, KPMG und dem Centre for Digital Built Britain gesponsert. Beim InfraHack kommt die gesamte Infrastrukturbranche, vom Technologieanbieter über das Ingenieurbüro bis hin zu Regierungsbehörden und Infrastrukturbetreibern zusammen, wobei die industriellen Zulieferer und die Eigentümer/Betreiber von Infrastrukturen mit Innovationsträgern auf eine Art und Weise zusammengebracht werden, die es bisher so noch nicht gegeben hat. Bentley bietet den Teilnehmern des InfraHack-Hackathon den Zugriff auf seinen iModelHub, um Infrastrukturdaten und Arbeitsabläufe zu analysieren. Damit können Branchendaten schneller ausgewertet werden. Bentley Systems ist in diesem Zusammenhang in der Branche an vorderster Front im Bereich Innovation.

Das bestätigt auch der Gründer und CEO von Hack Partners River Tamoor Baig: “Bentley ist weltweit einer der führenden „Enabler“ von Infrastrukturentwicklung und -verbesserung. Bentley ist in meinen Augen eines der bedeutendsten Unternehmen und bisher einem breiteren Publikum noch nicht so bekannt. Wir mussten nicht überlegen, ob wir im Rahmen des InfraHack mit Bentley zusammenarbeiten aufgrund der Services im Portfolio. Bentley verfolgt offensichtlich eine sehr vorausschauende und innovationsorientierte Strategie, die zu den Zielen von Hack Partners sowie der InfraHack-Initiative perfekt passen. Sicherlich werden wir auf unserem Hackathon gemeinsam bemerkenswerte Ergebnisse für die Branche erreichen.“

In dem kürzlich aufgezeichneten Podcast von Hack Partners zum Thema „Innovation in Industry“ wird deutlich, dass die Teilnahme an InfraHack die Gelegenheit bietet, eine stärkere Beziehung zur Technologiebranche im Allgemeinen sowie zu jungen Menschen im Speziellen aufzubauen. Es geht darum, sie zu inspirieren und zu sehen, wie sie die überaus offene, leistungsstarke und unkomplizierte Technologie gewinnbringend nutzen können. In dem Podcast mit River Tamoor Baig geht es um die Details zur Entwicklung von iModelHub von Bentley, die Vorteile, die diese Lösung der Branche bietet, sowie die spezifischen Ressourcen von Bentley auf dem Gebiet der digitalen Zwillinge.

Podcast mit Adam Klatzkin, Vice President, Business Development, iTwin Services at Bentley Systems: https://hackpartners.podbean.com

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Datum 24. Mai 2019
Autor Bentley
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