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Bauen digital

Digitale Daten als organische Lebensform

Dass die Wüste lebt, gehört zumeist in den Bereich der Kalauer. Dass Daten leben, ist eine Aussage, die das Zeug zu einem Perspektivwechsel um 180° hat. Fast ließen sich die Grad auch in Celsius angeben, denn das Thema ist heiß. – Lesen Sie von quicklebendigen Daten, von PIM statt BIM und von einer offenen, nicht-invasiven Such- und Verwaltungsmaschine.

30 Jahre alte E-Mails, die bei einem aktuellen Projekt wertvolle Unterstützung bieten könnten, werden weder von BIM-Modellierungssoftwareprogrammen, technischen BIM-Lösungen oder so genannten Projekträumen zum Teilen von Bauinformationen berücksichtigt. Einem offenen System wie Newforma ist es egal, wer welche Dateien erstellt hat und wo diese abgelegt sind. Es geht lediglich um Konsum und Management.

30 Jahre alte E-Mails, die bei einem aktuellen Projekt wertvolle Unterstützung bieten könnten, werden weder von BIM-Modellierungssoftwareprogrammen, technischen BIM-Lösungen oder so genannten Projekträumen zum Teilen von Bauinformationen berücksichtigt. Einem offenen System wie Newforma ist es egal, wer welche Dateien erstellt hat und wo diese abgelegt sind. Es geht lediglich um Konsum und Management. (Adobe)

Wie lassen sich Informationen auf optimale Weise nutzen, sodass sie die Wertschöpfung im gesamten Unternehmen steigern können? Viele erprobte Workflows aus dem klassischen Projektmanagement greifen nicht auf alle Informationen zu, die im Verlauf eines Bauprojekts generiert werden. Ist ein Projekt abgeschlossen, hat lediglich der Bauherr weiterhin Zugriff und kann Projekterfahrungen auch für zukünftigen Aufgaben nutzen. Allen anderen Beteiligten bleibt dies jedoch verwehrt.

Dabei greifen nur die wenigsten Bauherren auf Projekterfahrungen zurück, indem sie die gesammelten Informationen eines Bauvorhabens – also E-Mails, Dokumente, Tabellen, CAD-Pläne und weitere projektbezogene Daten inklusive deren Kontext und Querbeziehungen – aktiv durchsuchen und relevante Informationen wieder auffinden, wann immer sie diese erneut benötigen. Sie wissen nicht, dass digitale Daten vor allem dann effiziente Hilfestellung im Projekt leisten können, wenn sie nicht nur erzeugt, sondern gleichzeitig aktiv wiederverwendet werden.

Digitale Daten und Zellen – ein Vergleich

Auch digitale Daten wollen überleben, genauso wie organische Zellen. Je mehr Links einer Datei erstellt werden, desto präsenter ist sie und desto öfter wird sie angeklickt und kopiert.

Auch digitale Daten wollen überleben, genauso wie organische Zellen. Je mehr Links einer Datei erstellt werden, desto präsenter ist sie und desto öfter wird sie angeklickt und kopiert. (Shutterstock)

Digitale Daten sind eine organische Lebensform und ihr Verhalten ist vergleichbar mit Organismen der Natur, die entweder aus einer oder mehreren Zellen bestehen. Diese stammen ihrerseits von Zellen ab, die das wesentliche Erbgut in sich tragen, um wiederum neue Zellen zu produzieren.

Der Blick auf die Nahrungskette zeigt, wie Organismen stets Verfahren entwickeln, sich von niedrigeren Formen des Lebens zu ernähren. So ernähren sich Pflanzen von Zellen und Tiere wiederum von Pflanzen. Dabei lernen die höheren Lebensformen ganz einfach, niedrigere zu konsumieren und ihr Körper lernt die Nährstoffe dieser Organismen aktiv zu nutzen.

Wie sieht das bei digitalen Daten aus? Genauso wie organische Zellen wollen auch sie vor allem eins: überleben. Je mehr Links einer Datei erstellt werden, desto präsenter ist sie und desto öfter wird sie angeklickt und kopiert. Dabei agiert jede einzelne Datei wie eine Zelle, die sich stets kopiert und mit anderen Dateien vernetzt. Im Prinzip verhalten sich digitale Dateien wie lebende Zellen.

Damit all die ‚organischen Zellen‘, die wir im Rahmen einer Baumaßnahme in Projektteams produzieren, allen Projektbeteiligten echte Mehrwerte bringen, ist es unerlässlich, sie zu durchsuchen und relevante Projektinformationen genau dann aufzufinden, wenn sie benötigt werden. Es ist daher erforderlich, die Erzeuger digitaler Daten – also Bauunternehmen, Architekten, Ingenieure, Fachplaner und viele weitere – von den Profiteuren klar zu unterscheiden. Profiteure sind bei einer Baumaßnahme neben Architekten, Ingenieuren und Fachplanern vor allem Projektmanager, Führungskräfte oder Entscheider. Denn für diese ist es unabdingbar wichtig, all die Informationen zu kennen und auch zu finden.

Im Bauwesen sind es jedoch meist nur die Erzeuger, die wissen, an welchen Orten welche Informationen zu finden sind. Erst, wenn die Profiteure Zugriff auf all diese Informationen haben, sind wir im Zeitalter der Vernetzung auch wirklich angekommen.

Es stellt sich nun die Frage, wie eine Lösung aussehen könnte, die all diese Informationen sieht und findet und bei der es keine Rolle spielt, wer sie in welchem Datenformat erstellt an welcher Stelle abgelegt hat. Zusätzlich ist der Kontext jeglicher Information bekannt, was Antworten auf viele Fragen mit sich bringt.

Google und BIM-Systeme

Bereits im Jahre 1970 hat der britische Mathematiker Ted Codd das relationale Modell entwickelt, das als Grundlage der relationalen Datenbanken gilt und bis heute Standard innerhalb der Datenbanktechnik ist. Codd stellte damals schon fest, dass es für zukünftige Anwender entscheidend ist, zu wissen, wie Dateien in einer Maschine beschaffen sind und wie sich diese gliedern. In den Siebzigern war er schon davon überzeugt, dass digitale Informationen ins Unermessliche wachsen werden … Er wusste, dass wir ein System brauchen, das Anwendern dabei hilft, Informationen in den riesigen Datendepots zu suchen und zu finden. Eine Suchmaschine.

Die weltweit bekannteste Suchmaschine ist Google. Ihr ist es egal, wer eine Information erstellt hat. Google sucht innerhalb der Massen an Informationen von allen möglichen Menschen im virtuellen Raum lediglich nach einer Antwort auf eine bestimmte Frage. Dabei unterscheidet Google zwischen dem Erstellen von Informationen und dem Informationskonsum.

BIM bietet umfassende Unterstützung dabei, zu sehen, wie einzelne Bestandteile eines Bauwerkes zusammenhängen. Mit BIM können Kollisionen im Modell erkannt und damit vermieden werden; und es bietet die Möglichkeit, viele weitere relevante Informationen, wie beispielsweise technische Anforderungen, mit einzubinden. Informationsmanagement auf Unternehmens-Level hingegen können diejenigen BIM-Lösungen, die der Markt offeriert, weder aktuell bewerkstelligen, noch werden sie es zukünftig können. Denn 30 Jahre alte E-Mails, die bei einem aktuellen Projekt wertvolle Unterstützung bieten könnten, werden weder von BIM-Modellierungssoftwareprogrammen, technischen BIM-Lösungen oder so genannten Projekträumen zum Teilen von Bauinformationen berücksichtigt. Systeme wie diese sind immer zunächst auf ein Objekt als solches fokussiert und niemals auf die umfassende Strategie eines Unternehmens.

Hinzu kommt außerdem, die vielen BIM-Programme sind in sich geschlossen und somit genau das Gegenteil der digitalen Datenwelt, die sich in eine ganz andere Richtung entwickelt.

Die Suchmaschine für Projektinformationen

Im Gegensatz zu BIM-Programmen handelt es sich bei Projekt-Informationsmanagement-Software (PIM) wie Newforma um ein offenes System, das es erlaubt, zu suchen, offene Fragen zu stellen und die Antworten entsprechend zu metabolisieren. Einer PIM-Software ist es stets egal, wer welche Dateien erstellt hat und wo diese abgelegt sind. Es geht lediglich um Konsum und Management.

Ein nicht-invasives System wie Newforma ermöglicht jedem, Informationen, die über Jahre hinweg in einem Unternehmen generiert wurden, zu nutzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die gesuchten Informationen aus CAD-Plänen, Vertragsdokumenten, E-Mails oder Tabellen stammen.

Ein nicht-invasives System wie Newforma ermöglicht jedem, Informationen, die über Jahre hinweg in einem Unternehmen generiert wurden, zu nutzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die gesuchten Informationen aus CAD-Plänen, Vertragsdokumenten, E-Mails oder Tabellen stammen. (Shutterstock)

Und hiermit zurück zur ursprünglichen Analogie mit der lebenden Zelle: Eine PIM-Software wie Newforma verhält sich genetisch quasi wie ein Tier, das jede Art von Information, die es in einem Unternehmen gibt, verstoffwechseln kann. Die Software greift dabei auf Datenbanken und alle anderen digitalen Orte zu, in denen Informationen gesammelt und abgespeichert sind und zieht genau diejenigen Informationen, Verbindungen und Verlinkungen heraus, die für eine aktuelle Aufgabe von Relevanz sind und stellt diese zur Verfügung.

Dieses nicht-invasive System ermöglicht dabei jedem, Informationen, die über Jahre hinweg in einem Unternehmen generiert wurden, zu nutzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die gesuchten Informationen aus CAD-Plänen, Vertragsdokumenten, E-Mails oder Tabellen stammen. Der vielleicht größte Vorteil: Das funktioniert ab Tag eins der Einführung. Es ist weder eine umfassende Einarbeitung des Teams noch eine umfassende Datenmigration erforderlich.

Um von Daten auf Unternehmensebene zu profitieren, ist eine solche offene, nicht-invasive Such- und Verwaltungsmaschine unerlässlich.

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Datum 29. Januar 2019
Autor Verena Mikeleit
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