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Ettersburger Strategiepapier 2020 fordert nachhaltige Investitionen in Mobilitätsnetze

Ettersburger Gespräch 2020

Ettersburger Gespräch 2020 (Foto: A. Clemens / Bundesstiftung Baukultur)

Das jährlich stattfindende Ettersburger Gespräch als Strategietreff der Bau- und Immobilienbranche in Deutschland fand in diesem Jahr zum Thema „Mobilität, Infrastruktur, Räume. Bauen für die Gesellschaft.“ statt. Das von den Teilnehmern als Essenz der Diskussion verabschiedete Ettersburger Strategiepapier 2020 hält eine bedarfsgerechte Infrastruktur und Mobilität für wichtige Grundsteine für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Deutschland braucht zukunftsfähige, technische Strukturen in polyzentralen urbanen und ländlichen Räumen. Sowohl die Pflege als auch der effiziente Ausbau der Infrastrukturen gehen über eine strukturpolitische Herangehensweise hinaus: Die zukünftigen Lebensräume müssen im Kontext verfügbarer Ressourcen, Strukturwandel, Bevölkerungsentwicklung, Energiewende und Klimawandel und den damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen ganzheitlich gestaltet werden. Geteilte Verantwortlichkeiten müssen übergreifend gedacht und ergebnisorientiert zusammengeführt werden.
Es gilt, eine klimagerechte, zukunftsweisende Infrastruktur von hoher Gestaltqualität zu schaffen und hierbei eine Vorreiterrolle im Standortwettbewerb anzustreben. Dazu müssen sich alle Akteure über qualitative Werte und Ziele verständigen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette einbringen – Ingenieure, Architekten, Fachplaner, Unternehmen der Bau-, Immobilien- und Wohnungswirtschaft und nicht zuletzt die öffentliche Hand, die Politik, aber auch Umweltverbände. Das Ettersburger Strategiepapier 2020 stellt drei Thesen zu Mobilität, Infrastruktur und Räumen auf:

1. Mobilität – interdisziplinär ausbauen
Mobilität ist und Grundvoraussetzung für die Entwicklung urbaner und ländlicher Räume einer über viele Standorte vernetzten Gesellschaft. Mobilität muss als Gesamtsystem integriert geplant werden. Qualität geht dabei vor Quantität als angestrebter Beitrag zur Minderung der CO2-Emissionen im Bau- und Verkehrsbereich. Bauherren, Planer, Hersteller und Unternehmen benötigen verlässliche politische Rahmenbedingungen mit einer sinnvollen Regulierung sowie wirksame Anreizsysteme und gezielte Förderprogramme.

2. Infrastruktur – nachhaltig weiterentwickeln
Der Sanierungs- und Modernisierungsstau Deutschlands Infrastruktur muss abgebaut und Bauinvestitionen müssen auf einem hohen Niveau verstetigt werden. Dies gibt allen am Bau Beteiligten Verlässlichkeit, in den Aufbau von Kapazitäten und die Einstellung, Aus- und Weiterbildung von Personal zu investieren. Die Wartung, Ertüchtigung, Modernisierung und der Ausbau der Infrastruktur müssen klimafreundlich, innovativ, technisiert und gleichzeitig betriebssicher sein.

3. Räume – intelligent nutzen
Mobilität und Infrastrukturen stellen konkrete Anforderungen an Fläche und Raum. Ressourcenschonung und die Reduzierung des Flächenverbrauchs sind hier wesentlich. Gefragt sind bauliche Lösungen, die zu Aufwertungen und vielschichtigen Nutzungsangeboten führen. Notwendig sind integrierte Bau- und Planungsverfahren – von einer professionellen Vorbereitung bis zum optimierenden Betrieb.

Mehr unter www.bundesstiftung-baukultur.de/ettersburg2020

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Datum 22. Oktober 2020
Autor Verlag Ernst & Sohn
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