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Fritz-Höger-Preis 2020 für Backstein-Architektur: erstmals zwei Grands Prix vergeben

Am 18. Januar 2021 gab die Initiative Bauen mit Backstein über ihre Website die Sieger des Fritz-Höger-Preises für Backstein-Architektur bekannt. Neben Auszeichnungen in Bronze war dabei auch die Vergabe des Grand Prix an zwei Projekte ein Novum. Sowohl das Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne von Barozzi/Veiga wie auch das Einfamilienhaus Nakasone House in Mexiko-Stadt des Architekten Escobedo Soliz überzeugten die Jury vollends und wurden entsprechend mit der höchsten Auszeichnung geehrt.

Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne, Barozzi/Veiga, Winner Grand-Prix

Bild 1 Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne, Barozzi/Veiga, Winner Grand-Prix (Foto Simon Menges)

Mit insgesamt 586 eingereichten Projek­ten und großer internationaler Resonanz hat der zum fünften Mal ausgelobte Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architek­tur seinen Platz unter den bedeutendsten Architekturpreisen gefestigt.

Die besten Einreichungen herauszufil­tern war eine anspruchsvolle Aufgabe für die Jury, die im September 2020 tagte. Und das nicht nur aufgrund der Quantität, sondern vor allem hinsichtlich der hohen architektonischen und handwerklichen Qualität der Einrei­chungen. In einem zweistufigen Verfahren sah die Jury für den Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur sowie die Jury für den Newcomer-Award 90 Projekte in der engeren Auswahl um den Sieg. Aus dieser Shortlist wurden wiederum die finalen Sieger ermittelt, die sich nun über die Auszeichnung freuen dürfen.

Bild 2 Nakasone House, Escobedo Soliz, Winner Grand-Prix

Bild 2 Nakasone House, Escobedo Soliz, Winner Grand-Prix (Foto Ariadna Polo)

Winner Grands Prix

Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne, Barozzi/Veiga

Sehr feine und detailreiche Ausarbeitungen gesellen sich beim Kunstmuseum in Lausanne zu monumentalen und imposanten Museumsräumen, einem weiten Eingangsbereich und einer eindrucksvoll verbindenden Treppe (Bild 1). Der reduzierte Umgang mit den gemauerten Pfeilern und der Wand steigert die Wirkkraft des Baukörpers zusätzlich. Auch der industrielle Charme der parallel angrenzenden Zugschienen stellt die Wertigkeit des hellen Gebäudes noch stärker hervor. Schutz vor der lauten Außenwelt bietet die monolithische Bauweise des Museums.

Bild 3 Civic Center 1015, HARQUITECTES, Winner Gold Öffentliche Bauten

Bild 3 Civic Center 1015, HARQUITECTES, Winner Gold Öffentliche Bauten (Foto Adrià Goula)

Nakasone House, Escobedo Soliz Neben seiner schönen Farbigkeit und der Tonfolge der Ziegel entfaltet das Gebäude vor allem aufgrund seiner Einfachheit besondere Wirkungskraft. Das Raster aus rohen Betonstützen und Unterzügen wurde als rohes Konstrukt freigelegt, gesäubert und mit sauberem Ziegelmaß gefüllt. Die Verwendung lokaler Materialen und die von der lokalen Tradition geprägten Arbeitsweisen ehren den Backstein als natürlichen Baustoff und betonen seine architektonisch klassische wie pragmatische Wirkung. Ein wunderbar bescheidenes Gebäude, das sich auf die Urform des Hauses zurückbesinnt (Bild 2).

  • Winner Gold Büro- und Gewerbe-bauten: „Brickfields“ Business Centre, Witherford Watson Mann Architects
  • Winner Gold Einfamilienhaus: Couldrey House, Peter Besley Pty Ltd
  • Winner Gold Öffentliche Bauten: Civic Center 1015, HARQUITECTES (Bild 3)
  • Winner Gold Wohnungsbau: Wohnhochhaus Singerstraße 33, Giorgio Gullotta Architekten
  • Winner Gold Energie: Gebäudeintegriertes Dachgewächs-haus und Verwaltungsgebäude am Altmarkt in Oberhausen, KUEHN MALVEZZI Architects (Bild 4)
  • Winner Gold Sanierung: Wohnhaus Schifffahrter Damm, Reinhard Martin Architekt BDA
  • Winner Gold Newcomer:Fabrik für Baukeramik in der Ober-havel, Franziska Käuferle und Sina Pauline Riedlinger
Bild 4 Gebäudeintegriertes Dachgewächshaus und Verwaltungsgebäude am Altmarkt in Oberhausen, KUEHN MALVEZZI Architects, Winner Gold Energie

Bild 4 Gebäudeintegriertes Dachgewächshaus und Verwaltungsgebäude am Altmarkt in Oberhausen, KUEHN MALVEZZI Architects, Winner Gold Energie (Foto Hiepler Brunier)

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Datum 15. Februar 2021
Autor Fritz-Höger-Preis
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