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IBA: Energiekonzepte für den Süden Hamburgs

Luftaufnahme Hamburg Elbbrücken

Luftaufnahme Hamburg Elbbrücken (Foto: Matthias Krüttgen)

Windkraft, Solarenergie, Geothermie – im Süden Hamburgs stehen viele Schalter auf «Energiewende». Die Stadtteile Wilhelmsburg, Veddel und der Harburger Binnenhafen sollen sich bis zum Jahr 2050 weitgehend selbst mit erneuerbarer Energie versorgen. Was in einer Art Stadtlabor seit 2007 entwickelt wurde, ist ein maßgebliches Projekt der Internationalen Bauausstellung 2013 (IBA), die am kommenden Samstag (23.3.) eröffnet wird und bis zum 3. November dauert.

Warum sind Energiekonzepte für Städte so wichtig?

Metropolen wie Hamburg ziehen immer mehr Menschen an – zum Arbeiten und Leben. Infolgedessen steigen der Energieverbrauch und damit auch die klimaschädlichen Emissionen in den Städten. Europas Metropolregionen haben sich dazu bekannt, Treibhausgase bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren – gemessen am Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) im Jahr 1990. «Es ist schwer, dieses Ziel zu erreichen, aber es ist zu schaffen» sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) 2011, als Hamburg Europäische Umwelthauptstadt war.

Was will die IBA erreichen?

Dem IBA-Energieatlas zufolge ist es möglich, bis 2025 den Strombedarf der Gebäude auf den Elbinseln und bis 2050 auch den Wärmebedarf durch erneuerbare und lokal erzeugte Energie zu decken. Nach Angaben des IBA-Energieexperten Karsten Wessel ist beim Wärmebedarf ein Anteil von 14 Prozent bereits erreicht und beim Strom im Jahr 2014 die Hälfte der Wegstrecke erfüllt. Im Jahr 2007 wurden auf den Elbinseln laut IBA rund 200 000 Tonnen CO2 ausgestoßen. Sie will vor allem dazu beitragen, für abstrakte CO2-Ziele umsetzbare Lösungen zu liefern.

Welche Energie-Projekte zeigt die IBA? Hier eine Auswahl:

  • Das Ausstellungs- und Verwaltungsgebäude IBA Dock bestreitet Heizung und Kühlung aus Solarenergie und Hafenwasser (Wärmepumpe).
  • Das neu gebaute Mehrfamilienhaus «Open House» wird mit zwei Blockheizkraftwerken beheizt, die zum Teil mit Biogas betrieben werden, und erhält Strom über eine Photovoltaikanlage. Als Passivhaus Plus soll es auch Energie ins öffentliche Netz abgeben.
  • Alte Klinkerbauten, ein Siedlungshaus und eine Doppelhaushälfte wurden mit neuer Dämmung, besserer Verglasung, effizienteren Kesseln oder Solaranlagen energetisch auf den neuesten Stand gebracht.
  • Energieverbund Wilhelmsburg Mitte: Die neue Umweltbehörde und neue Wohnhäuser – ausgestattet mit Blockheizkraftwerken, Solarthermie oder gar Algenfassade – werden miteinander vernetzt und versorgen sich selbst. – Energiebunker: Im Ex-Flakbunker wird ein zwei Millionen Liter fassender Wasserspeicher durch die Wärme eines Blockheizkraftwerks, einer Holzfeuerungs- und einer Solaranlage gespeist – und liefert Energie für die Nachbarschaft. Geplante CO2-Einsparung: 6600 Tonnen im Jahr.
  • Energieberg: Die frühere Giftmülldeponie Georgswerder produziert Methangas, das seit 1986 aufgefangen und von der Kupferhütte Aurubis energetisch genutzt wird. Eine hochgerüstete Windkraftanlage und eine neu installierte Photovoltaik-Anlage sollen Strom für rund 4000 Haushalte erzeugen.
Datum 18. März 2013
Autor Almut Kipp, dpa
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