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Ingenieure ohne Grenzen: Sauberes Wasser für die Tikar-Region

Entnehmen einer Wasserprobe

Entnehmen einer Wasserprobe (Foto: IoG)

Die Tikar-Region ist ein ländliches Gebiet im Westen Kameruns. Die Menschen leben hier ohne Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen und ohne Energieversorgung. Die unbefestigten Straßen sind die meiste Zeit des Jahres nicht befahrbar. Die Menschen in den verstreuten Dörfern leben von dem, was sie selber anbauen können. Das Wasser wird derzeit aus Wasserläufen oder Tümpeln entnommen, die mit Krankheitserregen belastet sind.

Oft ist das Wasser trüb und faulig, die Wege sind weit und es gibt nicht selten steile Hänge zu bewältigen. Das zeitaufwändige und mühsame Wasserholen ist traditionell die Aufgabe der Frauen und Kinder, so dass viele Kinder häufig nicht zur Schule gehen können. Auch die Schulen und Krankenstationen der Region haben keine sichere Wasserversorgung. Besonders prekär ist die Situation für die Patienten, da viele Krankheitserreger durch verunreinigtes Wasser und mangelnde Hygiene übertragen werden. So werden viele Erwachsene ihr Leben lang durch Durchfallerkrankungen geschwächt (WHO 2012), was eine Selbstversorgung noch schwieriger macht. Die überwiegenden Opfer sind aber Kinder – jedes 10. Kind erreicht nicht das fünfte Lebensjahr (WHO 2012). Chronische Durchfallerkrankungen verursachen bei Kindern Mangelernährung, durch die sie sich nicht gesund entwickeln können. Für die Zukunft der Kinder der Tikar-Region ist der Zugang zu sauberem Wasser eine wesentliche Voraussetzung. Wichtig ist aber auch, die Mütter und Väter über Hygiene und Übertragungswege von Krankheiten zu informieren.

Analyse von Wasserproben

Analyse von Wasserproben (Foto: IoG)

Mit dem Bau von Brunnen soll den Menschen der Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht werden. Ist ein Brunnen fertiggestellt, muss aber auch dessen Schutz vor Verunreinigungen sichergestellt werden. So müssen beispielsweise Sanitäranlagen einen Mindestabstand haben und es muss dafür gesorgt werden, dass Tiere den Brunnen nicht verschmutzen. Um dies zu gewährleisten, werden in den Dörfern Wasserkomitees gebildet, die sich aus allen Bevölkerungsgruppen zusammensetzen. Diese Komitees sind auch für die gerechte Verteilung des Wassers zuständig.

Damit das Projekt langfristig erfolgreich ist, werden vor Ort Techniker der Partnerorganisation HITIP ausgebildet, die die Wartung und anfallende Reparaturen ausführen können. Diese Techniker werden auch für den Brunnenbau ausgebildet, damit sich das Projekt selbstständig in andere Regionen verbreiten kann. Mit dem Wissen, das schon vor Ort verfügbar ist, wird eine angepasste Bauweise vermittelt und die Partnerorganisation steht den Menschen als Ansprechpartner in allen Fragen zur Seite.

Das Projekt verbessert die Lebensbedingungen von ungefähr 20.000 Menschen. Es hat ein Volumen von rund 300.000 Euro.

 

 

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Datum 22. Dezember 2015
Autor Alena Gill
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