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Im Ernst

Katarstrophal

Nun soll also doch was passiert sein. Wenn die FIFA was zugibt, muss was passiert sein. Ihr Präsident Gianni Infantino (wie kann einer, der an allem unschuldig ist, glückseliger heißen?), sagt zum Fußi-Großereignis 2022 in Katar: “Diese WM wird ein großartiges Erbe hinterlassen. Vor allem, was die soziale Lage angeht. Bereits jetzt gibt es einen sehr wichtigen sozialen Einfluss.”

Zu gibt man bei der FIFA nun an sozialem Einfluss erstmal, was beim Bau eines Stadions passiert sein soll, nämlich “Verstöße gegen die Standards für die Arbeiter”, womit recht eigentlich fast nichts gesagt ist. Und das auch nur, weil das WDR-TV-Magazin „Sport inside“ recherchiert hat. Auf der Baustelle des Stadions Al Bayt in Al Khor sollen 23 Arbeitern des Subunternehmers Tawasol ihre Löhne erst mit mehrmonatiger Verspätung ausgezahlt worden sein. Soviel in Sachen Verstöße bei Standardsituationen, die die FIFA nun erstmals einräumt.

Dass nepalesische Arbeiter vor Ort von Todesfällen und Misshandlungen sprechen, nennt die FIFA „schwerwiegende Vorwürfe“, womit durch die FIFA recht eigentlich s. o. ebd. Man versprach aber Aufklärung, die, so darf vermutet werden, aber vor nach 2022 nicht abgeschlossen werden kann – das Emirat Katar selbst schwieg dazu.

Human Rights Watch und Amnesty International weisen schon lange Jahre auf die katastrophalen Bedingungen der Gastarbeiter in Katar hin. Offizielle Zahlen der nepalesischen Regierung besagen, dass in den letzten zehn Jahre 1426 Arbeiter aus ihrem Land in Katar starben. Die Zahl der auf WM-Baustellen tätigen ist dabei unklar.

Und das dürfte sie wohl erst mal bis nach der WM 2022 bleiben – Standardsituation.

Was es zu sagen gäbe - Fußball-WM 2022

Was es zu sagen gäbe - Fußball-WM 2022 (freepick)

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Datum 6. Juni 2019
Autor Burkhard Talebitari
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