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Einen Besuch wert

Landmarke Lausitzer Seenland

Bild 1: Landmarke Lausitzer Seenland zwischen Sedlitzer, Partwitzer und Geierswalder See bei Senftenberg

Bild 1: Landmarke Lausitzer Seenland zwischen Sedlitzer, Partwitzer und Geierswalder See bei Senftenberg (Foto: Stefan Giers)

 

Bild 2: Die skulpturale Landmarke aus wetterfestem Stahl erinnert an den Tagebau

Bild 2: Die skulpturale Landmarke aus wetterfestem Stahl erinnert an den Tagebau (Foto: Stefan Giers)

Die Lausitz wurde 150 Jahre lang durch den Bergbau geprägt. Zwischen Dresden und Berlin entsteht heute die größte durch Kanäle vernetzte Seenlandschaft Europas: Die stillgelegten Tagebaulöcher werden rekultiviert und geflutet. Als ­Projekt der IBA Fürst-Pückler-Land (www.iba-see2010.de) wurde 2008 im Zentrum des Lausitzer Seenlands in der Nähe von Senftenberg ein Aussichtsturm als Skulptur und Symbol für den Landschaftswandel errichtet. Aus 30 m Höhe sieht der Besucher Sedlitzer, Partwitzer und Geierswalder See, viele weitere in der Ferne sowie am Horizont die Kraftwerke Schwarze Pumpe, Boxberg und Jänschwalde (Bild 1).

Bild 3 Fügen der vorgefertigten Segmente

Bild 3 Fügen der vorgefertigten Segmente (Grafik: Architektur + Landschaft)

Die aus wetterfestem Stahl erbaute Landmarke (Bild 2) erinnert an die industrielle Entstehungsgeschichte des Lausitzer Seenlands und an die stählernen Abraumbrücken des Tagebaus. Gleichzeitig ist der skulpturale Treppenaufgang ein Zeichen für menschliches Schaffen, für die Zukunft sowie ein besonderes Erlebnis für die Besucher. Der Turm besteht aus 6 und 10 mm dicken Stahlblechen, die durch innen liegende Rippen ausgesteift werden. Größtmögliche Segmente wurden im Werk vorgefertigt, angeliefert und vor Ort verschweißt (Bild 3). Konstruktion und Details sind geprägt durch die Suche nach Einfachheit und durchgängige Materialität (Bild 4).

Bild 4: Vielgestaltige Treppenräume

Bild 4: Vielgestaltige Treppenräume (Foto: Stefan Giers)

Die Landmarke Lausitzer Seenland ist einen Besuch wert, weil Material, Form und Idee eine Einheit bilden und gestalterisch überzeugen (Bild 2). Und nebenbei, der Rostige Nagel, wie der Aussichtsturm im Volksmund heißt, ist bestens ­geeignet als Rastplatz für Wanderer, Radfahrer oder Skater und bietet einen imposanten Rundblick auf das weite Lausitzer Seenland (Bild 5).

 

Landmarke Lausitzer Seenland
01068 Senftenberg
Mündung des Sornoer Kanals in den Sedlitzer See
ganzjährig zugänglich

www.lausitzerseenland.de

 Bild 6: Radfahrer am Aussichtsturm Rostiger Nagel

Bild 5: Radfahrer am Aussichtsturm Rostiger Nagel ( Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V./Nada Quenzel)

 

 

Architektur: Architektur & Landschaft, München

Tragwerksplanung: Seeberger Friedl und Partner, Pfarrkirchen

Stahlbau: Bohlen AG, Speicher

Bauleitung: Fischer Projektmanagement, Leipzig

Bauherr: Stadt Senftenberg

Auszeichnungen: Sonderpreis des ­Bundesbauministeriums 2010

 

 

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Datum 5. März 2021
Autor Stahlbau 03/21
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