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Lass uns Wellenreiten geh‘n

Was macht eine Welle für Surf- und Kajaksportler attraktiv? Und wie schafft man ideale Bedingungen? Um diese Fragen ging es beim 1. Forum Flusswellen, das am 9. November 2013 in München stattfand.

In den letzten Jahren wurden europaweit immer mehr Initiativen für den Bau künstlicher Wellen in Flüssen zum Surfen oder Kajakfahren gegründet. In verschiedensten Organisationen, Behörden und Universitäten konstruieren und forschen Wissenschaftler und Surf-Enthusiasten an surf- und befahrbaren Wellen.

Zentrales Ziel des 1. Forums Flusswellen war daher die Vermittlung von Erfahrungen und Forschungsergebnissen in und um Flusswellen sowie der offene Austausch und die Diskussion. Mit über 80 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz war das Forum bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau gab dem Forum Flusswellen als Schirmherrin die entsprechende Plattform.

Wie kam das Forum zustande?

Die Organisatoren Stephan Kölbl und Benjamin Di-Qual entwickelten die Idee zu diesem Treffen aus einer Social-Media-Gruppe heraus, die sich aus Wassersportbegeisterten, Technikinteressierten und Projektbeteiligten zusammensetzt. Dabei war es den beiden Initiatoren von Beginn an ein Anliegen, neben den Surfern auch die Kajaksportler einzubeziehen.

Gerry Schlegel erläutert die perfekte Surfwelle

Gerry Schlegel erläutert die perfekte Surfwelle (Foto: riverbreak.com)

Wie sieht die perfekte Welle aus?

Die perfekte Welle ist nah und leicht zugänglich, läuft 24/7, ist sicher, möglichst steil und hoch und vor allem breit, erläuterte der Europameister im Stationary Waveriding, Gerry Schlegel. Der vierfache österreichische Staatsmeister im Kajak Marcel Bloder, brachte die Anforderungen der Kajak-Sportler auf den Punkt und betonte, dass Surfer und Kajaker im Grunde gemeinsame Ziele hätten.

Wie man richtig ‘ne Welle macht

In insgesamt 13 Vorträgen stellten Ingenieure und Wissenschaftler die theoretischen Grundlagen und Berechnungsmethoden vor und Projektbeteiligte erläuterten anhand konkreter Vorhaben die besonderen Herausforderungen bei Planung, Genehmigung und Realisierung.

Unter den vorgestellten Projekten stachen die Radetzkywelle und die Terminatorwelle sowie die M-Wave in Graz, der Almkanal in Salzburg und die Möllwalze in Kärnten heraus. In einem zentralenBlock waren vier Vorträge der Sillwelle in Innsbruck gewidmet. Unter anderem wurden Versuche präsentiert, mit denen das Design der Welle maßstabsgetreu in verschiedenen Varianten getestet und mit einer numerischen Simulation verglichen wurde.

Als ein besonders interessantes Projekt wurde „The Wave“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine mobile Anlage zur Erzeugung stehender Wellen. Diese ist verstellbar, sodass von kleiner bis großer Welle über flach, steil und Walze vieles möglich ist. Eine Adaption des erarbeiteten Know-hows für die Wellenerzeugung in Flüssen ist auch vorgesehen.

Surfer und Paddler – auf einer Wellenlänge?

In der Diskussion zeigte sich als ein Schwerpunkt die Frage, wie Surfwellen auch für Kajakfahrer nutzbar zu machen sind. Dabei spielte vor allem das Kehrwasser und die Einstiegssituation eine Rolle, um mit einem Boot überhaupt in die Welle zu kommen. Einige Surfer führten jedoch an, dass ein Kehrwasser auch für Surfer von Vorteil sein kann. Von den Vertretern der Kajakfahrer wurde festgehalten, dass die Integration einer Surf-Welle in den bestehenden Wildwasserparks technisch oft nicht möglich oder nur schwer umsetzbar ist.

Grundsätzlich wurde in der eineinhalbstündigen Diskussionsrunde sehr lebendig und ausdauernd diskutiert, obgleich am Ende der Veranstaltung eine Vielzahl an Themen unbehandelt bleiben musste. Sicher hätte sich die Diskussion noch weit länger fortsetzen lassen.

Aufgrund der großen Nachfrage bereits im Vorfeld der Veranstaltung und des positiven Feedbacks am Ende des Tages stehen bereits Gedanken zu einer Fortsetzung dieser ganz besonderen Veranstaltung im Raum.

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Datum 26. November 2013
Autor BayIKa, JV
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