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Im Ernst

Lokangebot

2019, also in diesem Jahr, haben etwa in Niedersachsen bereits 7.900 Zugfahrten nicht stattgefunden, gab es nicht. Das sind drei Prozent aller Zugführer, Verzeihung: Verbindungen – Bahnsprech: Relationen. Hauptgrund ist nach wie vor der Verbindungsmangel zu Lokführern.

Niedersachsens Verkehrsminister Althusmann baut nun neue Wege, nein, keine Schienen, aber für die Suche nach Arbeitskräften, die einen Führer locken können Lokführer zu werden. Denken tut der Minister dabei an Langzeitarbeitslose und Lokführer von woanders.

Fast jeder zweite ungeplante Zugausfall in Niedersachsen, so berichtet der NDR am 29.8.2019, ist auf den Fachkräftemangel zurückzuführen. Dabei ist also von den geplanten Zugausfällen noch gar keine Rede, die natürlich auf den Lockkräftemangel an Zugführern zurückzuführen sind.

Der Minister findet das nicht hinnehmbar, sondern muss weg. Laut NDR 1 sagte er, dass da für zwei Millionen junge Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss in Deutschland etwas drin ist. Zu denen will der Minister mithilfe der Bundesagentur für Arbeit eine Relation herstellen, der Staat könnte nämlich dazu schießen, pardon, da zuschießen für wegen dass Lokführer ausgebildet werden. Auch von Ausland und Quereinsteigern geht das ministrale Wort. Das würden dann also noch mehr als zwei Millionen Lokführer und das sollte für 7.900 ungeplante Zugausfälle hinhauen, wenn nicht gar noch welche für die geplanten bei dieser Maßnahme rausschauen.

Die Bahnunternehmen, so der NDR weiter, finden den Vorstoß zwar grundsätzlich gut und nicht schlecht, tragen aber neben der Verantwortung auch Bedenken. Es müssten nämlich Bewerber, um eine Lok führen zu dürfen, Kenntnisse und Fertigkeiten mitbringen, am besten bestimmte, sagte eine Sprecherin. Quereinsteiger werden bei den einschlägigen Anbietern zehn Monate lang ausgebildet, sollten aber vorher bereits schon was in Sachen Ausbildung hinter sich gebracht haben. Ganz wichtig sei es, dass die Bewerber gut Deutsch sprechen, sagte ein anderer Sprecher. Weil die Schienentrassen sich mit Englisch noch schwertun – wie die Ansager in Zügen der DB, die, wenn es erstmal 2 Millionen Lokführer bei all den privaten Anbietern gibt, dann weiterhin zwar radebrechend, aber mit besserem Grund „thank you for travelling with Deutsche Bahn“ ins Mikro pusten können.

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Datum 4. September 2019
Autor bt
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