momentum magazin für Bauingenieure präsentiert von Ernst & Sohn
Vermischtes

Nach Unwettern in Deutschland bieten Ingenieurkammern Hilfe an

Nach den verheerenden Unwettern in der vergangenen Woche dauern die Auf-
räumarbeiten in den betroffenen Regionen an. Während in einigen Teilen
Deutschlands bereits vor neuem Starkregen gewarnt wird, stehen viele Men-
schen andernorts vor ihren unbewohnbaren Häusern. Darüber hinaus beein-
trächtigen kaputte Straßen und Brücken die dringend notwenigen Hilfen.


„Angesichts der fürchterlichen Bilder, die uns jeden Tag aus den Hochwassergebieten
erreichen, haben wir Ingenieurinnen und Ingenieure uns gefragt, wie wir in dieser Situ-
ation schnell und sinnvoll helfen können. Die Standsicherheit von Häusern, das Begut-
achten von Brücken sowie die Instandsetzung von Straßen sind ja unsere ureigensten
Aufgaben“, so Dr.Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer.


Daher haben die Ingenieurkammern der betroffenen Bundesländer, aber auch die
Kammern der anderen Länder, bereits diverse Hilfsangebote auf die Beine gestellt. So
haben sich beispielsweise innerhalb kürzester Zeit bereits knapp 300 qualifizierte Trag-
werksplanerinnen und planer bereit erklärt, kurzfristig und unbürokratisch den Behör-
den vom Hochwasser betroffenen Gemeinden zu helfen. Da es wichtig ist, möglichst
unverzüglich nach Abzug des Wassers aus einem Gebäude, die richtigen Schritte ein-
zuleiten, bieten einige Ingenieurkammern auf ihren Internetplattformen aber auch ganz
praktische Tipps für die ersten Schritte und informieren, wie und wo man die richtigen
Bauexpertinnen und experten findet.


„Klar ist, dass es jetzt erst einmal um die unmittelbare Hilfe gehen muss. Darf ich mein
Haus noch betreten? Ist es weiterhin bewohnbar? Muss eine Brücke sicherheitshalber
gesperrt werden? Oder kann sie weiterhin befahren werden? Aber ebenfalls klar ist,
dass wir uns langfristig bei der Planung von Städten und Gemeinden dringend besser
aufstellen müssen, damit wir für zukünftige Naturkatastrophen besser gewappnet sind“,
unterstrich Dr.Ing. Heinrich Bökamp. Es gelte beispielsweise dringend, versiegelte Flä-
chen zurückzubauen oder Rückhaltebecken vorzusehen.


In diesem Zusammenhang unterstützt die Bundesingenieurkammer auch die Auffas-
sung der Bauingenieurin Prof. Dr. Lamia MessariBecker. Die Expertin für nachhaltiges
Bauen und Stadtentwicklung fordert, die Klimaanpassung zur nationalen Aufgabe zu
erheben und die gebaute Umwelt an den Klimawandel anzupassen, aber auch über
Rückbau nachzudenken und die Infrastrukturen entsprechend zu ertüchtigen. 


Bereits im Juni hatte die Bundesingenieurkammer in einer
Pressemitteilung auf die Ge-
fahren durch Hitzewellen und Starkregen hingewiesen und zu einem Umdenken bei
den planerischen Anforderungen von Gebäuden und Infrastruktur aufgerufen.


Weitere Informationen finden Sie unter
www.bingk.de

Schreibe einen Kommentar…