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Nachruf: Stefan Polónyi † 1930 – 2021

Stefan Polónyi – Faltwerk, Schale und Bogen

* 6. Juli 1930 Gyula/Ungarn, † 9. April 2021 Köln

Stefan Polónyi

Stefan Polónyi (Foto: privat)

Stefan Polónyi studierte Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Budapest und ging 1956 nach einer vierjährigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Budapest nach Köln und arbeitete für die Baufirma Bauwens. Bereits 1957 eröffnete er dort sein Ingenieurbüro. Als Professor für Tragwerkslehre wurde er 1965 an die TU Berlin berufen und baute dort das Institut für Modellstatik auf. An der neu gegründeten Universität Dortmund leitete er danach den Lehrstuhl Tragkonstruktionen (1971–1995). Zusammen mit Harald Deilmann war er hier maßgeblicher Ideengeber für das „Dortmunder Modell“ – die gemeinsame Ausbildung von Ingenieuren und Architekten.

Das Spritzbeton-Schalendach der Kirche St. Suitbert in Essen begründeten 1963 Polónyis Ruf als Tragwerksplaner. Er realisierte neue Faltwerk- und Schalenkonstruktionen, wie das Keramion 1971 in Frechen mit Peter Neufert nach einem Versuchsbau von Ulrich Müther. Die Verlängerung der Bahnsteigüberdachung des Kölner Hauptbahnhofs (1991) neben dem Dom mit Kreuzgewölbe-Stabwerksschalen oder die Bogenkonstruktion der Glashalle Neue Messe Leipzig (1995) stehen für eine Kombination aus Ingenieurdenken und Intuition. Der Querdenker verwies stets auf die kulturelle Verpflichtung des Ingenieurs und gilt als Hauptvertreter einer aktiveren Rolle der Ingenieure beim Entwurf.

Einblicke in sein Schaffen sind über folgende Links möglich:

Ingenieurbaukunst 2021

momentum-magazin.de

WileyOnlineLibrary

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