momentum magazin für Bauingenieure präsentiert von Ernst & Sohn
Einen Besuch wert

RömerMuseum Xanten

RömerMuseum Xanten, rechts daneben der Thermenschutzbau

RömerMuseum Xanten, rechts daneben der Thermenschutzbau (Axel Thuenker DGPh)

Die ehemalige Siedlung Colonia Ulpia Traiana auf dem Gebiet des heutigen Xanten am Niederrhein, gilt als bedeutender römische Fundort nördlich der Alpen. Das RömerMuseum steht auf den Fundamenten der Basilika Thermarum, der Vorhalle der Großen Therme und greift deren Dimensionen auf. Zusammen mit dem Thermenschutzbau ist die römische Bäderanlage in ihrer Form wieder erfahrbar.

Querschnitt durch das RömerMuseum über den Fundamenten der Vorhalle der Großen Therme (Basilika Thermarum) und dem Thermenschutzbau über den eigentlichen Baderäumen (rechts)

Querschnitt durch das RömerMuseum über den Fundamenten der Vorhalle der Großen Therme (Basilika Thermarum) und dem Thermenschutzbau über den eigentlichen Baderäumen (rechts) ((Zeichnung: Gartermann + Schossig) )

Struktur und Raumeindruck werden von 14 großen Zweigelenkrahmen aus geschweißten Kastenprofilen geprägt. Zur Längsaussteifung mittels Rahmenwirkung sind in den Endfeldern Riegel in den Drittelspunkten angeordnet sowie durchlaufende Traufriegel. Die Knickläng der Rahmenstützen wird in Längsrichtung durch jeweils zwei Zugstäbe in den Drittelspunkten reduziert. Die Rahmenriegel sind durch untenliegende Nebenträger verbunden. Begehbare Gitterroste dienen der Revision der abgehängten Beleuchtung. Obenliegende Trapezbleche mit Wärmedämmung bilden den thermischen Abschluss der Museumshalle. Die Rahmenstützen lagern auf historischen Fundamenten aus Opus Caementicium, einem C15 entsprechend. Planmäßige Horizontallasten werden durch Zugbänder über der UG-Decke kurzgeschlossen. Ein aufgesetztes Satteldach aus Walzstahlrahmen vervollständigt die historische Kontur. Vertikale Paneele mit integrierten Verglasungen bilden die Außenhülle.

Die Ausstellungsflächen sind mit Zugstäben abgehängt

Die Ausstellungsflächen sind mit Zugstäben abgehängt (Axel Thuenker DGPh)

Die Museumsflächen sind an der Hauptkonstruktion abgehängt. Die Trägerroste bestehen aus Walzprofilen, welche für die Scheibenwirkung mit rippenverstärkten 25 Millimeter Stahlblechen darüber verschweißt sind. Zur Anpassung an die Exponate gibt es lokal Schweißträger und abgesenkte Blechebenen. Die Abhängung erfolgt mit 75 Millimeter Rundstäben. Ausgeglichene Verformungen wurden durch angepasste Hängerlängen entsprechend den Rahmen- und Hängerdehnungen aus ständigen Lasten erreicht. Die Entwicklung der Ebenen in die Höhe sind ein Zeitband durch die Geschichte der Römer in Xanten.

Das RömerMuseum Xanten einen Besuch wert, weil hier antike römische Geschichte in moderner Architektur äußerst spannend präsentiert wird. Und nebenbei, der Archäologische Park der Colonia Ulpia Traiana insgesamt und die malerische Kleinstadt am Niederrhein selber, wo Siegfried der Legende nach geboren wurde, sprechen für sich.

Ein schwebendes römisches Schiff im RömerMuseum Xanten

Ein schwebendes römisches Schiff im RömerMuseum Xanten (Axel Thuenker DGPh)

RömerMuseum Xanten

Trajanstraße 10
46509 Xanten

www.apx.lvr.de

Öffnungszeiten täglich 9 – 18 Uhr, im Winter bis 16 Uhr

Architekten: Gatermann + Schossig Köln
Ausstellungsgestaltung: Atelier Brückner Stuttgart
Bauherr: Landschaftsverband Rheinland

Das RömerMuseum ist Teil des Archäologischen Parks Xanten

Das RömerMuseum ist Teil des Archäologischen Parks Xanten (Axel Thuenker DGPh)

Schreibe einen Kommentar…

Im Netz teilen


...