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Studie zur Kostenentwicklung öffentlich finanzierter Großprojekte

Elbphilharmonie im Bau am Abend (Foto: M. Letschert)

Öffentliche Verkehrsprojekte werden in Deutschland im Schnitt mehr als ein Drittel teurer als zunächst geplant, bei öffentlichen Gebäuden sind es sogar 44 Prozent. Das geht aus einer Studie der Berliner Hertie School of Governance zur Kostenentwicklung von 170 öffentlich finanzierten Großprojekten seit 1960 hervor.

Als besondere Beispiele für aus dem Ruder gelaufene Kosten nennt die am Dienstag veröffentlichte Untersuchung der Privatuniversität den Berliner Flughafen BER mit einer Überschreitung von 125 Prozent sowie die Hamburger Elbphilharmonie. Für die Konzerthalle waren einst 352 Millionen Euro veranschlagt worden, am Ende werden es wohl mehr als 865 Millionen Euro sein – ein Plus von 146 Prozent.

Ursachen für solche Kostenexplosionen sind der Studie zufolge oft falsche Projektorganisation und – wie im BER-Fall – mangelndes Fachwissen beim Aufsichtsrat. Durch den Verzicht auf einen Generalunternehmer sei das finanzielle Risiko beim neuen Hauptstadt-Flughafen komplett auf den Steuerzahler abgewälzt worden.

Mit der Aufteilung des BER-Projekts in viele kleine Gewerke sei der Steuerungsaufwand exorbitant gestiegen. Mit externem Sachverstand und einer ausreichend bemessenen Planungsphase hätten sämtliche Fehler vermieden werden können, heißt es in der Studie «Großprojekte in Deutschland – zwischen Ambition und Realität».

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Datum 20. Mai 2015
Autor dpa
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