momentum magazin für Bauingenieure präsentiert von Ernst & Sohn
Veranstaltungen

Ettersburger Gespräch setzt sich für die Erreichung der Klimaziele beim Bauen ein

Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, moderiert die Abstimmung zum Strategiepapier des 11. Ettersburger Gesprächs, Foto: Axel Clemens, Weimar

Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, moderiert die Abstimmung zum Strategiepapier des 11. Ettersburger Gesprächs, Foto: Axel Clemens, Weimar (Foto: Axel Clemens, Weimar)

Entscheider aus Planung, Politik, Bau-, Immobilien- und Wohnungswirtschaft plädieren für ein Umdenken und Umlenken, um mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz beim Bauen zu erreichen. Beim Gipfeltreffen der Bauschaffenden auf Schloss Ettersburg bei Weimar einigten sich 120 Experten mit einem wegweisenden Strategiepapier auf ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Das Ettersburger Gespräch fand auf Einladung der Bundesstiftung Baukultur unter dem Titel „Baustoffe, Systeme, Nachhaltigkeit. Ressourcen für die Zukunft des Bauens“ am 3. und 4. September statt. Die Teilnehmenden bekräftigten ihre Selbstverpflichtung für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und diskutierten visionäre Maßnahmen für umweltschonendes Planen und Bauen sowie für mehr Baukultur.

Das Bauen gehört weltweit zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftszweigen. In Deutschland beansprucht es jährlich mehr als 50 Prozent der verbrauchten Ressourcen, produziert über 50 Prozent des gesamten Abfalls und zählt gleichzeitig zu den energieintensiven Branchen.

Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, sagte, es bedürfe dringend neuer Maßnahmen, um die Klimaziele zu erreichen. „Wir können nicht weiter Bauen wie bisher. Wir müssen Emissionen drastisch senken, für eine lebenswerte, klimagerechte Zukunft“, so Nagel. „Den Herausforderungen müssen sich alle Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette stellen – Planer und Architekten, Ingenieure, Unternehmen der Bau-, Immobilien- und Wohnungswirtschaft. Nicht zuletzt ist die Politik gefragt, entsprechend verlässliche Rahmenbedingung zu setzen. Dem Bauwesen kommt eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Ressourceneffizienz und Klimaschutz zu“, sagte Nagel.

Staatssekretärin Anne Kathrin Bohle, die seit Juni 2019 Vorsitzende des Stiftungsrats der Bundesstiftung Baukultur ist, zeigte sich bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt in dieser Funktion hoch erfreut von der interdisziplinären Zusammensetzung und dem offenen Austausch. Bohle sagte: „Was ich besonders am Ettersburger Gespräch schätze, ist der interdisziplinäre Austausch zwischen Planern, Architekten, Bauschaffenden, Baubeteiligten und die Chance für die Politik, zu verstehen und zu informieren.“

Den inhaltlichen Schwerpunkt zum Ettersburger Gespräch 2019 setzte Prof. Werner Sobek mit einer grundlegenden Keynote „Ressourcen für die Zukunft des Bauens“. Bilanz zog am Ende Prof. Lamia Messari-Becker, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen, mit Ihrer Zusammenfassung „Nachhaltiges Bauen als ganzheitlicher Ansatz Ressourcen, Instrumente und politische Zielsetzungen“. Abschließend wurde das in interdisziplinärer Arbeit erstellte Strategiepapier zum Ettersburger Gespräch 2019 unter der Leitung von Reiner Nagel diskutiert und verabschiedet. Das Strategiepapier nennt Maßnahmen für mehr Ressourceneffizienz und weniger CO2-Emissionen im Planen und Bauen.

Die drei Kernthesen des Strategiepapiers

  • Baustoffe – ressourceneffizient einsetzen: Das Ettersburger Gespräch fordert den aktiven Einsatz regenerativer Rohstoffe und recycelbarer Baustoffe, um die Zukunft ressourcen- und klimaschonend zu gestalten.
  • Systeme – im Lebenszyklus betrachten: Das Ettersburger Gespräch fordert einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Klimaschutz und Ressourceneffizienz beim Planen, Bauen und Nutzen von Bauwerken, ein Denken in Systemen und mehr Freiraum für Innovationen.
  • Nachhaltigkeit – Vorhaben integral planen und bauen: Das Ettersburger Gespräch sieht sich in der Ergebnisverantwortung für ein ressourcengerechtes und recyclingfähiges Bauen – durch schnelleres, konsequenteres und interdisziplinäres Handeln, innovative Herangehensweisen sowie verbindliche Rahmenbedingungen der Politik.

Das Strategiepapier ist zu finden unter www.bundesstiftung-baukultur.de/ettersburg2019

Das jährliche „Ettersburger Gespräch“ der Bundesstiftung Baukultur und ihres Fördervereins ist ein exklusiver Erfahrungsaustausch zwischen Entscheidungsträgern der Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Architektur, Ingenieurwesen und Kommunalverwaltung zu aktuellen Herausforderungen der Branche.

Schreibe einen Kommentar…

Im Netz teilen

Datum 30. September 2019
Autor es
Schlagwörter , ,
Teilen facebook | twitter | Google+

...