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Vortrag am 12. April 2018: Zwischen NS-Gigantismus und Kaltem Krieg

Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte
Vorträge im Deutschen Technikmuseum, Berlin 2018

Im Rahmen von „Berliner Bauingenieure“ trägt Herr Dr.-Ing. Roland May, Lehrstuhl Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung der BTU Cottbus-Senftenberg am Donnerstag, den 12. April 2018, 17 Uhr 30 vor.

Berliner Bauingenieure:
Berlin ist ein Mekka für Architekturbegeisterte. Zahlreiche Besucher lockt gerade die Vielzahl baulicher Meisterwerke aus verschiedenen Jahrhunderten an, von denen manche sogar in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden. Übersehen wird jedoch zumeist, dass Berlin auch für den hochwertigen Ingenieurbau ein außerordentlich bedeutender Standort ist. Tatsächlich ist der Name der Metropole mit Generationen oft auch international renommierter Persönlichkeiten des Bauingenieurwesens verbunden. Die Vortragsreihe „Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte“ widmet sich in diesem Jahr elf herausragenden Bauingenieuren aus den letzten vier Jahrhunderten, von denen jeder der Stadt seinen Stempel aufgedrückt hat. Im Fokus steht dabei nicht nur ihr Werk; auch ihre Aufgaben und Ziele, ihr Lebens- und Arbeitsumfeld sowie die Folgen ihrer Tätigkeit werden eingehend betrachtet.

 

Franz Dischinger (1887-1953), Büste von Erich F. Reuter geschaffen

Franz Dischinger (1887-1953), Büste von Erich F. Reuter geschaffen (Specht, M. (Hrsg.): Spannweite der Gedanken. Zur 100. Wiederkehr des Geburtstages von Franz Dischinger. Berlin: Springer 1987.)

Zwischen NS-Gigantismus und Kaltem Krieg: Franz Dischinger in Berlin, 1933–1953:
Am 1. August 1933 übernahm Franz Dischinger (1887–1953) den neu geschaffenen Lehrstuhl für Eisenbetonbau an der Technischen Hochschule Berlin. Nach zwanzig Jahren Tätigkeit als Statiker, Oberingenieur und zuletzt Direktor der Biebricher Massivbaufirma Dyckerhoff & Widmann begann für den bereits international bekannten Bauingenieur nun ein neuer Lebensabschnitt. Mit großem Elan widmete er sich fortan vor allem ingenieurwissenschaftlichen Fragen und entwickelte grundlegende theoretische Beiträge, die teilweise bis heute nachwirken.
Dischingers Berliner Zeit hatte aber auch noch andere Facetten. Die Tätigkeiten dieses Giganten der Bautechnikgeschichte des 20. Jahrhunderts konnten in seinen beiden letzten Lebensjahrzehnte nicht unberührt von dem Ort bleiben, an dem er sie durchführte – einer Stadt, in der die Begleiterscheinungen jener irrwitzigen Zeit wie in einem Brennglas fokussiert wurden. Der Vortrag wird sich daher nicht nur den wichtigsten fachlichen Arbeiten Dischingers jener Jahre widmen. Intensiv wird er vielmehr auch den Aspekt beleuchten, dass der vermeintlich ‚unpolitische‘ Bauingenieur Dischinger sowohl zum Spielball der Zeitumstände wurde, aus diesen gleichzeitig aber auch – mit wechselnden Strategien und Erfolgen – größtmöglichen Nutzen für sich selbst zu ziehen versuchte.

 

Veranstaltungsort: Deutsches Technikmuseum, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin, Vortragssaal
Verkehrsverbindungen: U-Bahnhof Gleisdreieck, U-Bahnhof Möckernbrücke

Der Vortrag ist Bestandteil der Reihe “Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte” und ist der dritte Beitrag der diesjährigen Reihe „Berliner Bauingenieure“, die der Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung der BTU Cottbus-Senftenberg (Ltr.: Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz), der VDI-Arbeitskreis Bautechnik (Ltr.: Dipl.-Ing. Andreas Götze) und der Arbeitskreis Technikgeschichte (Ltr.: Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Karl-Eugen Kurrer, Dr. Stefan Poser) veranstaltet.

Empfehlung zum Weiterlesen:
Specht, M. (Hrsg.): Spannweite der Gedanken. Zur 100. Wiederkehr des Geburtstages von Franz Dischinger. Berlin: Springer 1987.

Ricken, H.: Erinnerungen an Franz Dischinger. Bautechnik 70 (1993), H. 4, S. 234-237.

May, R.: Schalenkrieg. Ein Bauingenieur-Drama in neun Akten. Beton- und Stahlbetonbau 107 (2012), H. 10, S. 700-712.

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Datum 5. April 2018
Autor VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg e.V./Dr.-Ing. Roland May
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