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Vortrag am 17. Mai 2018: Niederländische Bauingenieure im 17. Jahrhundert

Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte
Vorträge im Deutschen Technikmuseum, Berlin 2018

Im Rahmen von „Berliner Bauingenieure“ trägt Prof. dr. Gabri van Tussenbroek, Stedelijke identiteit en monumenten, in het bijzonder van de stad Amsterdam, Opleiding Kunstgeschiedenis, Universiteit van Amsterdam / Monumenten en Archeologie, Stadt Amsterdam am Donnerstag, den 17. Mai 2018, 17 Uhr 30 vor.

Berliner Bauingenieure:
Berlin ist ein Mekka für Architekturbegeisterte. Zahlreiche Besucher lockt gerade die Vielzahl baulicher Meisterwerke aus verschiedenen Jahrhunderten an, von denen manche sogar in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden. Übersehen wird jedoch zumeist, dass Berlin auch für den hochwertigen Ingenieurbau ein außerordentlich bedeutender Standort ist. Tatsächlich ist der Name der Metropole mit Generationen oft auch international renommierter Persönlichkeiten des Bauingenieurwesens verbunden. Die Vortragsreihe „Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte“ widmet sich in diesem Jahr elf herausragenden Bauingenieuren aus den letzten vier Jahrhunderten, von denen jeder der Stadt seinen Stempel aufgedrückt hat. Im Fokus steht dabei nicht nur ihr Werk; auch ihre Aufgaben und Ziele, ihr Lebens- und Arbeitsumfeld sowie die Folgen ihrer Tätigkeit werden eingehend betrachtet.

 

Michiel Matthijsz Smids. Kupferstich von A. Vaillant nach einem Gemälde von Jacques Vaillant, 1685. (Kupferstichkabinett. Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kunstbesitz)

Michiel Matthijsz Smids. Kupferstich von A. Vaillant nach einem Gemälde von Jacques Vaillant, 1685. (Kupferstichkabinett. Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kunstbesitz)

Johann Gregor Memhardt und Michiel Matthijszoon Smids. Niederländische Bauingenieure im 17. Jahrhundert in Berlin und Brandenburg:
Während seiner Regierungszeit 1648-88 setzte Kurfürst Friedrich Wilhelm sich kontinuierlich für den Wiederaufbau und die Modernisierung Brandenburgs ein. Seine Restaurierungspolitik konzentrierte sich nach dem Dreißigjährigen Krieg auf die Bereiche Stadtentwicklung, Wirtschaft, Infrastruktur und Architektur. Des Kurfürsten persönliche Beziehungen zur Niederländischen Republik widerspiegelten sich in der Erneuerung seines Landes. Ideen, Personen sowie organisatorische Vorbilder aus den Niederlanden galten im 17. Jahrhundert als wegweisend und federführend auf dem Gebiet der Architektur, dies erklärt warum der Kurfürst Niederländer für den geplanten Wiederaufbau anheuerte.

Frankfurt an der Oder, ehemaliges Junkerhaus. Instandsetzung und Erweiterung von Cornelis Ryckwaert, 1670–1690. (Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Wünsdorf, 2002)

Frankfurt an der Oder, ehemaliges Junkerhaus. Instandsetzung und Erweiterung von Cornelis Ryckwaert, 1670–1690. (Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Wünsdorf, 2002)

Im Vortrag werden Aktivitäten von Bauingenieuren, Unternehmern und Architekten wie Johan Gregor Memhardt, Michiel Matthijsz Smids und Cornelis Ryckwaert, die sich für längere Zeit in Berlin und Brandenburg niederließen, näher beleuchtet. Ihre Tätigkeiten waren breit gefächert und ihre Verantwortung war sehr weitreichend. So kümmerten sie sich um die architektonischen Entwürfe, die Bauorganisation, den Zivil- und Wasserbau, die Suche nach konstruktiven Lösungen im Zuge baulicher Probleme sowie den Handel mit Baumaterialien. Letzteres wird in Holland, an den Amsterdamer Grachten, ersichtlich, wo in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Konstruktionsholz aus Brandenburg gehandelt und verbaut wurde. Zum Schluss wird auf die Frage eingegangen, in wie fern es einen Technologietransfer zwischen beiden ‚Ländern‘ gab und ob solch ein Transfer das Bauen nachhaltig geprägt hat.

 

Veranstaltungsort: Deutsches Technikmuseum, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin, Vortragssaal
Verkehrsverbindungen: U-Bahnhof Gleisdreieck, U-Bahnhof Möckernbrücke

Der Vortrag ist Bestandteil der Reihe “Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte” und ist der vierte Beitrag der diesjährigen Reihe „Berliner Bauingenieure“, die der Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung der BTU Cottbus-Senftenberg (Ltr.: Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz), der VDI-Arbeitskreis Bautechnik (Ltr.: Dipl.-Ing. Andreas Götze) und der Arbeitskreis Technikgeschichte (Ltr.: Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Karl-Eugen Kurrer, Dr. Stefan Poser) veranstaltet.

Bildunterschriften:
Michiel Matthijsz Smids. Kupferstich von A. Vaillant nach einem Gemälde von Jacques Vaillant, 1685. (Kupferstichkabinett. Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kunstbesitz)

Frankfurt an der Oder, ehemaliges Junkerhaus. Instandsetzung und Erweiterung von Cornelis Ryckwaert, 1670–1690. (Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Wünsdorf, 2002).

Empfehlung zum Weiterlesen:
Gabri van Tussenbroek, ‘Classicism in Berlin and Brandenburg: Architects, Entrepreneurs and the Restoration after the Thirty Years´ War (1648-1688)’, in: Konrad Ottenheym, Krista De Jonge (eds.), The Low Countries at the Crossroads. Netherlandish Architecture as an Export Product in Early Modern Europe (1480-1680), Architectura Moderna 8, Turnhout 2013, 311-331.

Gabri van Tussenbroek, ´Michiel Matthijsz Smids (1626-1692). Kurfürstlicher Baumeister in Brandenburg’, in: Architectura. Zeitschrift für Geschichte der Baukunst/ Journal of the History of Architecture. 36 (2006) I, 60-83.

Gabri van Tussenbroek, ‘Alle Wege führen nach Brandenburg. Niederländisches Bauen in Brandenburg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts’, in: Brandenburgische Denkmalpflege 12 (2003) 1, 4-17.

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Datum 10. Mai 2018
Autor VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg e.V./ Prof. dr. Gabri van Tussenbroek
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