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Vortrag am 7. Juni 2018: Johann Esaias Silberschlag (1721-1791)

Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte
Vorträge im Deutschen Technikmuseum, Berlin 2018

Im Rahmen von „Berliner Bauingenieure“ trägt Herr Dr. Matthias Baxmann, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum, Zossen/OT Wünsdorf am Donnerstag, den 7. Juni 2018, 17 Uhr 30 vor.

Berliner Bauingenieure:
Berlin ist ein Mekka für Architekturbegeisterte. Zahlreiche Besucher lockt gerade die Vielzahl baulicher Meisterwerke aus verschiedenen Jahrhunderten an, von denen manche sogar in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden. Übersehen wird jedoch zumeist, dass Berlin auch für den hochwertigen Ingenieurbau ein außerordentlich bedeutender Standort ist. Tatsächlich ist der Name der Metropole mit Generationen oft auch international renommierter Persönlichkeiten des Bauingenieurwesens verbunden. Die Vortragsreihe „Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte“ widmet sich in diesem Jahr elf herausragenden Bauingenieuren aus den letzten vier Jahrhunderten, von denen jeder der Stadt seinen Stempel aufgedrückt hat. Im Fokus steht dabei nicht nur ihr Werk; auch ihre Aufgaben und Ziele, ihr Lebens- und Arbeitsumfeld sowie die Folgen ihrer Tätigkeit werden eingehend betrachtet.

 

Johann Esaias Silberschlag (1721-1791), Stich von Daniel Berger (1776)

Johann Esaias Silberschlag (1721-1791), Stich von Daniel Berger (1776) (Roberts, V. L., Trent, I.: Bibliotheca Mechanica. New York: Jonathan A. Hill 1991, S. 296. )

Johann Esaias Silberschlag (1721-1791) – preußischer Konsistorialrat und Wasserbauer:
Der Preußenkönig Friedrich II. ernannte im Jahr 1770 Johann Esaias Silberschlag zum Geheimen Baurat (1787 Geheimer Oberbaurat) für das neu errichtete Oberbaudepartement, Referat Maschinenwesen und Wasserbau. Friedrich der Große antizipierte vorausschauend mit der Etablierung der neuen Behörde staatliche Erfordernisse des sich bereits im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts abzeichnenden industriellen Wandels. Damit war Silberschlag u. a. verantwortlich, für die Unterhaltung und den weiteren Ausbau der preußischen Wasserstraßen, die die preußischer Herrscher seit dem frühen 16. Jahrhundert im Rahmen eines eindrucksvollen Wasserstraßenbau-Programms zur Entwicklung einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur bauen ließen. Darüber hinaus gab Silberschlag den Impuls zum Bau der ersten Dampfmaschine in Deutschland zur Wasserhaltung im Kupferschiefer-Bergbau des Mansfelder Landes. Johann Esaias Silberschlag verfasste 1766 basierend auf der Erfahrung von 300 Jahren brandenburgischen Wasserstraßenbau und Melioration (Rhinluch und Oderbruch) eine „Abhandlung vom Wasserbau an Strömen“, 1772/73 folgte die „Ausführliche Abhandlung der Hydrotechnik oder des Wasserbaus“ in zwei Bänden, die 1785/86 wegen ihres beispielgebenden Erfolgs neu aufgelegt wurde.
Silberschlag wurde 1716 in Aschersleben als Sohn eines Arztes geboren. Von seiner ursprünglichen Absicht, Arzt zu werden, nahm er nach dem Besuch der Klosterschule Bergen bei Magdeburg zugunsten der Theologie Abstand. Gleichwohl belegte er an der Universität Halle (1741-1745) neben seinem Theologiestudium zahlreiche naturwissenschaftliche Fächer. Seinen weiteren Weg prägten fortan die symbiotische Verbindung eines kirchlich-pietistisch gefärbten Glaubens und die ausgeprägte Liebe zu den Naturwissenschaften.
Der Vortrag folgt seinem Credo, dass „weder die Schöpfungs- noch die Sündfluthsgeschichte der Physik und Mathematik widersprechen, sondern vielmehr ungemein vieles in diesen vortrefflichen Wissenschaften aufklären” und widmet sich in diesem Rahmen vor allem seinen zeitgenössischen Impulsen für den Wasser- und Maschinenbau der Neuzeit.

 

Veranstaltungsort: Deutsches Technikmuseum, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin, Vortragssaal
Verkehrsverbindungen: U-Bahnhof Gleisdreieck, U-Bahnhof Möckernbrücke

Der Vortrag ist Bestandteil der Reihe “Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte” und ist der zweite Beitrag der diesjährigen Reihe „Berliner Bauingenieure“, die der Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung der BTU Cottbus-Senftenberg (Ltr.: Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz), der VDI-Arbeitskreis Bautechnik (Ltr.: Dipl.-Ing. Andreas Götze) und der Arbeitskreis Technikgeschichte (Ltr.: Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Karl-Eugen Kurrer, Dr. Stefan Poser) veranstaltet.

Empfehlung zum Weiterlesen:
Kurrer, K.-E.: Geschichte der Baustatik. Auf der Suche nach dem Gleichgewicht. Berlin: Ernst & Sohn 2016, S. 1035.

 

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Datum 31. Mai 2018
Autor VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg e.V./Dr. Matthias Baxmann
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