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Vermischtes

Vortrag: Bohlenbinderdach der ehem. Vieharzneischule

Ingenieurbaukunst in Berlin

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Gerade auch in Berlin sind seit Jahrhunderten vielfältige Zeugnisse hochwertiger Ingenieurbaukunst entstanden. Manche davon, wie der Anhalter Bahnhof oder auch die Deutschlandhalle, gingen durch Kriegs- und Nachkriegszerstörungen verloren. Zahlreiche herausragende Beispiele aber sind erhalten, und in jüngerer Zeit kamen weitere spannende Bauten hinzu. Oft stehen sie in Verbindung mit außerordentlicher Architektur und sind allseits bekannt. Andere hingegen sind eher unscheinbar und neuerlich vom Abriss bedroht. Die Vortragsreihe widmet sich neun dieser Bauten. Jeweils zwei Referenten oder Referentinnen thematisieren zunächst die Geschichte des Bauwerks, um dann auf eher technische Fragen der heutigen Bewertung, Erhaltung und Entwicklung einzugehen.

Die 1789 von Friedrich Wilhelm II. gegründete Vieharzneischule wurde auf seinen Wunsch dem kurz zuvor zum Direktor des Berliner und Potsdamer Oberhofbauamts berufenen Architekten Carl Gotthard Langhans zur Planung und Ausführung übertragen, der gleichzeitig auch das Brandenburger Tor erbaute. Das einzig verbliebene Gebäude der Vieharzneischule ist das Hörsaalgebäude, das „Anatomische Theater“. Eingeweiht am 1. Juni 1790, erregte es große Bewunderung durch seine Gestalt einer klassizistischen Villa Urbana und seine gelungene Funktion, am meisten jedoch durch die neuartige Kuppelkonstruktion.  Die Kuppel ist der Initialbau für Bohlenbinderkonstruktionen in Deutschland. Diese in Frankreich erfundene Konstruktionsweise versprach, mit geringem Materialaufwand große Spannweiten rasch und kostengünstig stützenfrei überbrücken zu können.  Aus der Bauzeit sind keine detaillierten Konstruktionszeichnungen der Kuppel erhalten. Sanierungsbegleitend gab es 2007-2008 die einmalige Gelegenheit, die berühmte Konstruktion erstmals bauhistorisch zu dokumentieren.

Im ersten Teil des Vortrags wird Wiltrud Barth die Geschichte des Baus und der Baukonstruktion vorstellen.  Im zweiten Teil wird Ingo Dreger in einem neuen Vortragsformat die technischen und denkmalpflegerischen Fragen während der letzten Sanierung 2007-2009 erläutern. Dabei geht es um den Einsatz von Wärme gegen Schwamm in dickem Mauerwerk sowie die behutsame Einfügung eines additiven Tragwerks. Den Schluss bildet eine Würdigung der Konstruktionsprinzipien der Bohlenbinderkonstruktion und deren Wirkung bis zu den Anfängen des Mehrgeschossigen Holzbaus in Berlin.

Wiltrud Barth M.A., Landesdenkmalamt Berlin und Dipl.-Ing. (FH) Ingo Dreger, Ingenieurbüro Ingo Dreger, Kleinmachnow

Der Vortrag ist Bestandteil der Reihe “Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte”, die 2019 dem Thema “Ingenieurbaukunst in Berlin” gewidmet ist.

Jahresprogramm Praktiken und Potenziale

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Datum 29. Januar 2019
Autor es
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