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Weltwassertag 2022

Nicht nur in der Fachwelt ist es endlich angekommen, dass mit dem Wasserhaushalt auch in Deutschland etwas nicht stimmt. Selbst das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat sich dem Thema Wasser vergangene Woche zur besten Sendezeit gewidmet und auf sinkende Grundwasserstände aufmerksam gemacht. Anzeichen dafür sehen wir überall. Dem Wald geht es seit längerem nicht gut, den Stadtbäumen auch nicht. Der Dürremonitor zeigt aktuell in 1,80 m Tiefe vielerorts eine schwere bis extreme Dürre. So verlieren wir fast unbemerkt unseren unterirdischen „Schatz“.

Dem Irrglauben des Wasserreichtums in Deutschland entschieden entgegenwirken

Strategie – Fehlanzeige. Die Maßnahmen für eine Lösung des Problems klingen sehr unterschiedlich, je nachdem welche Lobby sie vorstellt. Mehr Fernwasserleitungen und größere Netze ist eine Antwort der Wasserversorger. Aber kann das die alleinige Lösung sein, das Wasser wird ja nur anders verteilt. Auch die vorgeschlagenen Maßnahmen der nationalen Wasserstrategie zeigen wenig Innovationswillen.
Nachhaltig geht anders. Ein Gesamtkonzept muss her, und dieses liegt ja eigentlich auf der Hand, die Natur hat es vorgemacht. Wasser dort sammeln und zurückhalten, wo es anfällt, kein Trinkwasser in Gebäuden für Zwecke benutzen, die mit Betriebswasser auskommen, Regenwasser nicht ableiten, sondern es den Pflanzen vor Ort zukommen lassen, denn die angestrebten „grünen Städte“ werden zukünftig noch mehr Wasser benötigen.

Auch wenn aufgrund der aktuellen Ereignisse die Energiekrise wieder in den Fokus rückt, darf die drohende Wasserkrise nicht vergessen werden. Das ist wichtiger denn je, und der Umgang mit dem Betriebs- und Regenwasser ein zentraler Bestandteil. Die Integration von dezentralen Systemen in bestehende Strukturen bedeutet aber mehr als nur die Substitution von Trinkwasser. Sie ist zugleich Vorsorge durch Speicherung und Retention und hilft die gegensätzlichen hydrologischen Extreme auszugleichen. Es sind damit die vielfach „unsichtbaren“ Systeme der dezentralen Wasserinfrastruktur, die einen entscheidenden Beitrag für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser und damit auch für den Schutz des Grundwassers liefern.

Weitere Infos: Mit Regen- und Grauwasser gegen den Klimawandel

Ende April erscheint das E & S-Special: Regenwasser-Management 2022

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